Augenblick des Abschieds

Zum Gedenken an meinen lieben Freund und Nachbar

Roger Platten

27. März 1988 – 8. Januar 2008

 

 

Augenblick des Abschieds

Es ist der Augenblick des Todes

und seiner Macht über das Leben.

Es ist aber auch der grosse Augenblick

der Liebe und ihrer Macht über den Tod.

Denn im Augenblick des Abschieds

wird uns die Liebe nicht genommen,

sie wird uns neu geschenkt.

(Irmargard Erath)

 

 

Lieber Roger,

als achtjähriger Junge bist du mit deinen Eltern und deinem Bruder Marcel in unser Haus gezogen.

Du warst schon als kleiner Junge immer sehr freundlich und hilfsbereit. Und hast dich immer gefreut, wenn wir zusammen an einen GC-Match gegangen sind, wo du fleissig nach Unterschriften für deine GC-Fahne, dein Shirt und deine Dächlikappe jagtest. Oftmals kehrten wir vor dem Match noch im Pizza Hut ein um bei feiner Pizza und Coca Cola uns über deine Zukunftspläne und über alles Mögliche zu unterhalten.

Wenn du mal früher zu Hause warst als deine Mutter, war meine Türe für dich offen und wir tranken eine heisse Schokolode im Winter oder einen Eistee auf dem Balkon im Sommer. Es war immer spannend dir zuzuhören und zu erfahren was du so alles weisst.

Früher in der Weihnachtszeit, wenn die neuen Disneyfilme herauskamen, kamst du jeweils mit den Nachbarskinder Selina, Kevin, Vincent und deinem Bruder zu mir. Wir schauten uns diese Videos zusammen an und genossen dabei Pizza oder Fischstäbchen mit Pommesfrites. Du kamst auch oft um dir Videos auszuleihen und hast dich immer tausendmal für alles bedankt.

Du warst auch als du älter und vor allem gross wie eine Riese wurdest, immer noch sehr hilfsbereit. Du hast mir mein altes schweres Sofa zusammen mit deinem Bruder zu den Container getragen und als ich einen schweren Fernsehstuhl bekam, hast du ihn zusammen mit meinem Vater in mein Arbeitszimmer getragen. Um nachher deinen ersten Whisky im Leben mit feinen Häppchen zu kosten.

Noch vor einem Monat hast du unten an der Haustüre am frühen Morgen gefunden, dass ich die Zeitungsbündel nicht zum Altpapier tragen sollte. Das sei dein Job. Und ich freute mich riesig darüber, dass es in unserem Haus einen Roger gibt.

Seit Dienstag Abend ist das nicht mehr der Fall. Du bist in eine andere Welt gezogen um dort das zu finden was du dir wünschst. Und ich wünsche dir, das zu finden, wenn du es nicht schon gefunden hast. Der Verlust ist für uns alle gross. Wir sind alle sehr traurig, dass unser liebenswerter und kostbarer Roger nicht mehr als Mensch unter uns weilt. Wir wissen jedoch alle, dass wir uns einmal wieder sehen werden. Du bist uns nur vorausgegangen um später – wenn auch wir in die neue andere Welt ziehen werden – uns in deiner fröhlichen und liebevollen Art empfangen kannst.

Heute durfte ich dich auf dem Friedhof zum letzten mal sehen und du hast mir dabei viel Trost und Kraft sowie Energie gespendet. Das war ein wunderschönes Erlebnis, dass ich mit deinem Onkel Martin und Tante Christine gemeinsam erleben durfte. Ich danke dir ganz herzlich dafür. Du hast mir sehr geholfen, das Schreckliche, dass ich in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch zusammen mit deiner Mutter und ihrem Freund Manuel erleben musste, zu verarbeiten! Am nächsten Mittwoch findet deine Beerdigung statt. Wir, deine Eltern, Bruder, Verwandten, Freunde und ich werden da sein, um dir die letzte Ehre zu erweisen.

Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und es bleiben viele wunderschöne Erinnerungen an dich zurück. Du hast in deinen nicht ganz zwanzig Lebensjahren, Spuren hinterlassen. Ich danke dir dafür. Deine nette, liebenswerte und sympathische Art hat mein Leben reicher und schöner gemacht, denn du warst ein ganz besonderer, kostbarer Mensch. Ich werde mit dir verbunden bleiben, indem ich für dich bete.

Tschüss, lieber Roger, machs guet!

 

Eine Antwort

  1. Liebe Irin

    Ganz herzlichen Dank für Deinen lieben Brief an Roger.
    Meine Traurigkeit hat ein bisschen nachgelassen und ich
    hoffe mit Dir, dass Roger jetzt seinen Platz im Himmer gefunden hat, seine Ruhe und seine Zufriedenheit.
    Ganz liebe Grüsse Ines

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