
Fotograf: Omar Mostafa, Jahrgang 1999
Ist es nicht so, dass wenn man das Wort Geschenk hört, einem zuerst etwas materielles einfällt? Geschenke können materiell, jedoch auch immaterieller Art sein.
Die schönste Form des immateriellen Geschenks ist die Liebe und die Zuneigung und der Respekt den man anderen Menschen entgegenbringt. Es sind die kleinen Gesten, die Hilfsbereitschaft einem fremden Menschen gegenüber. Das Lächeln und die glücklichen Augen sind doch die grösste Ehre, welche wir erhalten und erleben dürfen. Sie lassen mich ein glückliches Gefühl aufkommen.
Zwei persönliche Beispiele:
Eines Morgens stieg in einer Bahnstation in Zürich aus dem Zug. Es war vor 6.00 Uhr morgens an einem eiskalten Wintertag. Da kam mir eine ältere verzweifelte Frau entgegen. Sie war vermutlich obdachlos und ziemlich heruntergekommen. Sie fragte mich, ob ich ihr vielleicht Fr. 2.00 für einen Kaffee geben würde. Normalerweise öffne ich mein Portemonnaie nie, wenn ich angesprochen werde. Doch in diesem Fall machte ich eine Ausnahme, weil ich es einfach von einem Gefühl her musste. Ich glaubte der armen Frau und gab ihr Fr. 5.00, damit sie sich noch ein Brötchen zum Kaffee leisten konnte. Die Frau schenkte mir ein so glückliches und dankbares Gesicht. Da ging die Sonne auf. Sie dankte mir herzlich und segnete mich. Es kam grosse Freude in mir auf, einem Menschen mit etwas wenigem geholfen zu haben.
Das andere Beispiel handelte ein paar Schritte weiter. Damals musste ich ein kurzes einfaches Stück Weg am Bahndamm zurücklegen. Als ich in diesen Weg einbog, kam mir ein Drogensüchtiger entgegen. Es war mir im ersten Moment schon etwas mulmig zumute. Dochich versuchte der Furcht entgegenzutreten. Der junge Mann fragte mich nach Feuer für eine Zigarette. Da ich Nichtraucherin bin, musste ich ihm sagen, dass ich kein Feuerzeug hätte. Der Mann fand es gut, dass ich nicht rauchte und wir wechselten ein paar nette Worte. Als wir dieses Stück Weg gegangen waren, trennten sich unsere Wege. Der junge Mann (er war genauso heruntergekommen wie die Frau im vorherigen Beispiel) wünschte mir fröhlich einen schönen Tag und bedankte sich, dass ich so nett zu ihm gewesen sei.
Ich schenkte ihm Respekt und Aufmerksamkeit und er mir seinen aufrichtigen Dank, einen schönen Tagesbeginn und ein glückliches Lächeln. Mehr als ich ihm gegeben habe.
Diese beiden Geschichten sind nun schon über 10 Jahre alt. Ich denke oft an diese beiden wertvollen Menschen, die mich für das Bescheidene, welches ich ihnen gegeben habe, bis heute immer wieder glücklich stimmen und meine Seele tief berühren. Es sind zwei wundervolle Geschenke immateriellen Wertes.

Fotografin: Nermina Mostafa Jahrgang 1999
Nermina und Omar die beiden Fotografen sind ebenfalls zwei grosse unermesslich wertvolle Geschenke. Es sind meine Patenkinder. Sie bereiten mir immer wieder grosse Freude und erfüllen mein Herz mit Glück und Dankbarkeit, dass ich sie kennen und schätzen darf.
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