Ein Engelgedicht zum Wochenstart

Der Engel
Mit einem Neigen seiner Stirne weist
er weit von sich, was einschränkt und verpflichtet;
denn durch sein Herz geht riesig aufgerichtet
das ewig Kommende, das kreist.
Die tiefen Himmel stehn ihm voll Gestalten,
und jede kann ihm rufen: komm, erkenn -.
Gib seinen leichten Händen nichts zu halten
aus deinem Lastenden. Sie kämen denn
bei Nacht zu dir, dich ringender zu [...]

Der Weihnachtsaufzug

Robert Reinick (1805-1852)
Der Weihnachtsaufzug
Bald kommt die liebe Weihnachtszeit,
worauf die ganze Welt sich freut;
das Land, so weit man sehen kann,
sein Winterkleid hat angetan.
Schlaf überall; es hat die Nacht
die laute Welt zur Ruh gebracht -
kein Sternenlicht, kein grünes Reis,
der Himmel schwarz, die Erde weiß.
Da blinkt von fern ein heller Schein -
was mag das für ein Schimmer sein?
Weit [...]

Gedicht zum Totensonntag/Allerheiligen 2009



Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt!
Augustinus

Monatskalender – November 2009

November

Der Tag wird kurz, die Kälte droht.
Da tun die warmen Kleider not.
Ach wärmte doch der Pfandschein so
wie der versetzte Paletot.
Erich Mühsam, 1913

Zum Nachdenken Ein Gedicht über den Ärger mit dem Ärger

Manfred Bieschke-Behm
Ärger (Der Ärger ärgert mich)
Wieder ärgert mich der Ärger
er lässt mich einfach nicht mehr los
will ständig mit mir diskutieren
will unbeherrscht mich machen
will meinen Kopf mit Schmerzen plagen
und das an viel zu vielen Tagen.
Du Ärger bist ein schlechter Gast
macht?s schlechte Laune
wütend mich und aggressiv
lässt überreagieren mich
und oft gar falsch mich denken
in falsche Bahnen Gefühle [...]

Im Herbste

Im Herbste

Seid gegrüßt mit Frühlingswonne,
Blauer Himmel, goldne Sonne!
Drüben auch aus Gartenhallen
Hör´ ich frohe Saiten schallen.
Ahnest du, o Seele wieder
Sanfte, süße Frühlingslieder?
Sieh umher die falben Bäume!
Ach! Es waren holde Träume.

Ludwig Uhland

Dieses Blatt

 
Dieses Blatt

von Annegret Kronenberg
Gerade dieses Blatt war es,
das mir so unheimlich
viel bedeutet hat.
Der Wind trug es fort
und niemand weiß, wohin.
 
Quelle: gedichte-garten.de
Gedicht Dieses Blatt
 

Jahreszeitenwechsel

Der schöne Sommer
ging von hinnen,
der Herbst der Reiche,
zog ins Land
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.
Sie ziehen in [...]

Zitate und Gedichte über Bäume

 
Es ist,
als ob jeder Baum,
auf dem Lande
zu mir spräche:
Heilig, heilig!
Ludwig van Beethoven
 
Bäume sind Heiligtümmer.
Wer ihnen zuzuhören weiss,
der erfährt die Wahrheit.
Hermann Hesse
 
Wenn deine Seele krank ist,
dann verbirg dich
wie ein verwundetes Tier in den Wäldern
sie werden dich heilen
Siegfried von Vegesack
 
 
 
 
Die Seele wird beim Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei Ihnen seine Seele [...]

Das Wort zum Sonntag von Wilhelm Busch (1832-1908)

Sommer – Sonntag – Sonnenschein

Sommer – Sonntag – Sonnenschein. -
Blühende Kirchhofslinde
Nickt durchs zerbrochene Fenster hinein
Der Kirche im Morgenwinde.

Vogel fliegt dort ein und aus
Friedlich am Sonntagmorgen,
Oben im stillen Gotteshaus
Glaubt er sein Nest geborgen.

Kirche – Orgel und Choral,
Warm ist’s im Kirchenraume;
Dorfes Mütterchen allzumal
Nicken behaglich im Traume.

Still Gesang. Das Wort beginnt:
Gott kommt in Strafgewittern;
Worte so [...]