Veröffentlicht am 31. Oktober 2009 von swisspoesia
November
Der Tag wird kurz, die Kälte droht.
Da tun die warmen Kleider not.
Ach wärmte doch der Pfandschein so
wie der versetzte Paletot.
Erich Mühsam, 1913
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Veröffentlicht am 12. Oktober 2009 von swisspoesia
Der schöne Sommer
ging von hinnen,
der Herbst der Reiche,
zog ins Land
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.
Sie ziehen in [...]
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Veröffentlicht am 6. Oktober 2009 von swisspoesia
Es ist,
als ob jeder Baum,
auf dem Lande
zu mir spräche:
Heilig, heilig!
Ludwig van Beethoven
Bäume sind Heiligtümmer.
Wer ihnen zuzuhören weiss,
der erfährt die Wahrheit.
Hermann Hesse
Wenn deine Seele krank ist,
dann verbirg dich
wie ein verwundetes Tier in den Wäldern
sie werden dich heilen
Siegfried von Vegesack
Die Seele wird beim Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei Ihnen seine Seele [...]
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Veröffentlicht am 3. August 2009 von swisspoesia
von Annegret Kronenberg
Geliebte Rose,
beide wissen wir,
dass unsere Zeit nicht
ewig währen kann.
Noch verzaubert dein
Duft die Sinne, schenkt
deine anmutige Schönheit
himmlische Wonnen.
Doch am frühen Morgen,
wenn alles noch ruht,
schimmern in deinen Augen Tränen,
und wir wissen beide , warum.
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Veröffentlicht am 7. Juni 2009 von swisspoesia
Fotograf: Omar Mostafa, Jahrgang 1999
Ist es nicht so, dass wenn man das Wort Geschenk hört, einem zuerst etwas materielles einfällt? Geschenke können materiell, jedoch auch immaterieller Art sein.
Die schönste Form des immateriellen Geschenks ist die Liebe und die Zuneigung und der Respekt den man anderen Menschen entgegenbringt. Es sind die kleinen Gesten, die Hilfsbereitschaft einem [...]
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Veröffentlicht am 11. April 2009 von swisspoesia
von Annegret Kronenberg
Oft kann der Verstand
das Herz nicht verstehen
und belächelt es,
obwohl die Entscheidungen
des Herzens
meistens die richtigen sind.
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Veröffentlicht am 6. April 2009 von swisspoesia
von Eduard Mörike
O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde!
Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne,
Du breitest im verjüngten Strahl der Sonne
Des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde,
Und senkest schweigend deine Flöre nieder;
Der Frühling darf indessen immer keimen,
Das Veilchen duftet unter Blütenbäumen
Und alle Vöglein singen Jubellieder.
O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen!
Es hallen rings die dumpfen [...]
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Veröffentlicht am 31. März 2009 von swisspoesia
April
Wer Diplomate werden will,
nehm sich ein Muster am April.
Aus heiterm Blau bricht der Orkan,
und niemand hat’s nachher getan.
Erich Mühsam, 1913
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Veröffentlicht am 1. März 2009 von swisspoesia
März
Im Jahre achtundvierzig schien
die neue Zeit heraufzuziehn.
Ihr, meine Zeitgenossen wißt,
daß heut noch nicht mal Vormärz ist.
Eric h Mühsam
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Veröffentlicht am 24. Februar 2009 von swisspoesia
Lauschend am Fenster sitzt der Poet.-
Draußen die Blumen und Pflänzchen
Halten ihr Abendkränzchen
Auf dem Gartenbeet.
Der Mond in Silberlivree,
Leise geschäftig,
Kredenzt den Tau, den Blütentee,
anregend und kräftig.
Und von Kelch zu Kelch
Geht ein Geflüster:
Also morgen ist er !
Frau Ehrenpreis: Ja, morgen feiert sie,
Ihren werten Ersprießungstag-
Taubnessel
(mit dem Hörrohr): Hä, was? Hä, welche ?
Frau Ehrenpreis
(lauter): – Drüben im Garten, [...]
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