Wintereinbruch Ende Mai

Der Frühling war neidisch auf den Sommer und daher holte er sich den Winter und Väterchen Frost zur Hilfe um dem Sommer zu zeigen, das er sich nicht in die Angelegenheiten des Frühlings einzumischen habe. Seine Zeit werde schon noch kommen… Kollegial schritten diese nun an Pfingstmontag ein. Die Temperaturen purzelten runter in den Keller. So schneit es heute in gewissen Teilen der  Schweiz ziemlich heftig. Bis 900 m hinunter und sogar in Interlaken dass 570m über Meer liegt, wurde tanzende Flocken und schwerer Schnee gemeldet. Hinzu kommt, dass zahlreiche Pässe geschlossen worden sind. Der Pfingstreiseverkehr aus dem Süden wird sich also sicher nicht einfach gestalten. Das dürfte alle diejenigen freuen, die zuhause geblieben sind…

Persönlich habe ich nichts dagegen, wenn es wieder einmal etwas abkühlt und die Wasserreservoire, Flüsse und Seen mit Wasser gefüllt werden. Auch in Steinhausen, wo eine Fabrik am Freitagabend von einem Feuer zerstört worden ist – die Feuerwehr brauchte für die Löschung des Brandes 2 Millionen Liter Wasser – wird man über das nasse Geschenk, welches der Himmel an diesen Pfingstmontag gebracht hat, froh sein. Wir wissen alle nicht wie der Sommer wird, denn Wasser ist ein kostbares Gut – gerade auch im Sommer…

Winter im Mai ist nichts aussergewöhnliches. Es kommt immer mal wieder vor. Schon Rose Ausländer kannte dieses Phänomen und schrieb ihre Gedanken und ihr Erlbebnis in Gedichtform nieder:

Maiwinter

 

Alles kommt anders

Wenn der Wind

weiss wird

das Luftgespinst

sich verdichtet

 

Im Schneegestöber

Gestalten ohne Gesicht

zweidimensional

 

Dem frierenden Maikind

fallen die Schlüsselblumen

aus der Hand

 

es stiehlt sich

verschämt ins Haus

wo im wuchtigen Kachelofen

Brandrosen blühen

 

 

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Der Meisterpokal bleibt in Zürich

Ich gratuliere dem

FC Zürich zu seinem 11. CH-Meister Titel!

Obwohl ich GC-Fan bin und es natürlich lieber sehe, wenn meine Lieblings-Mannschaft im Hardturm gewinnt und den Meisterpokal in die Höhe stemmt, freut es mich, dass der Pokal wenigstens in der schönsten Stadt der Welt an der Limmat bleibt.

Der FC Zürich hat den Titel verdient. Er hatte die stabiliste Mannschaft. Es wäre bitter gewesen, wenn der Stadtrivale auf der Ziellinie vom Erzrivalen FC Basel abgefangen worden und der Pokal ans Rheinknie gewandert wäre.

Somit bleibt Zürich auch dieses Jahr die Nr. 1 im Schweizer Fussball.

Um auf GC zurückzukommen:

Die Mannschaft und sein Trainer Krassimir Balakov haben mir mit ihren Leistungen 2006 zuerst imponiert. Schaffte GC wenigstens einen UIC-Platz und kämpfte sich bis in den UEFA-Cup. Auch in der Meisterschaft machte die Mannschaft zuerst eine gute Figur. Leider brach sie gegen Ende der Herbstmeisterschaft ein und erholte sich leider nicht mehr. So landete meine Lieblingsmannschaft auf dem 6. Schlussrang. Das ist man sich als GC-Fan nicht gewohnt.

Ich erwarte für die Zukunft mit der neuen Führung und dem aus Köln zurückgekehrten Hanspeter Latour wieder guten Fussball und auch einen besseren Tabellenplatz.

Herr  Latour hatte in Köln kein Glück und der 1. FC Köln hatte kein Glück mit Hans Peter Latours Nachfolger Christoph Daum. Die Mannschaft schloss die Meisterschaft auf dem 9. Rang ab und verbleibt somit ein zweites Jahr in der 2. Bundesliga. Positiv gesehen, sie müssen jetzt nicht mehr vorwerfen lassen, sie seien eine Fahrstuhlgemeinschaft. 

Ich wünsche meinem Lieblingstrainer Hanspeter Latour und GC für die kommenden Jahre viel Glück und Erfolg.  

Der tiefe Gleichklang

romance.jpgder Gefühle,

hier, heute, immerdar – das ist es,

was den Menschen erst zu einem

„gemeinsamen“ Wesen macht.

 

Clara Schumann ( 1819 – 1896)

Deutsche Pianistin

Im Frühling

von Eduard Mörike

Hier lieg‘ ich auf dem Frühlingshügel:

Die Wolke wird mein Flügel,

Ein Vogel fliegt mir voraus.

Ach sag‘ mir, alleinzge Liebe,

Wo du bleibest, dass ich bei dir bliebe!

Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.

Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,

Sehnend,

Sich dehnend

In Lieben und Hoffen.

Frühling, was bist du gewillt?

Wann werd‘ ich gestillt?

Die Wolke seh‘ ich wandelnd und den Fluss,

Es dringt der Sonne goldner Kuss

Mir tief bis ins Geblüt hinein;

Die Augen, wunderbar berauschet,

Tun, als schliefen sie ein,

Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.

Ich denke dies und denke das,

Ich sehen mich und weiss nicht recht, nach was:

Halb ist es Lust, halb ist es Klage;

Mein Herz, o sage,

Was webst du für Erinnerung

In goldnen grüner Zweige Dämmerung! –

Alte unnennbare Tage!

Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,

behaart und mit böser Visage.

Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt,

und die Welt asphaltiert und aufgestockt.

bis zur 30. Etage.

Das sassen sie nun den Flöhen entflohn

in zentralgeheizten Räumen.

Da sitzen sie nun am Telefon.

Und es herrscht noch genau derselbe Ton

Wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.

Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.

Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.

Die Erde ist ein gebildeter Stern

Mit sehr viel Wasserspühlung.

Sie schliessen die Briefschaften durch ein Rohr.

Sie jagen und züchten Mikroben.

Sie versehn die Natur mit allem Komfort,

Sie fliegen steil in den Himmel empor

und bleichen zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrig lässt,

das verarbeiten sie zu Watte.

Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.

Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,

Dass Cäsar Plattfüsse hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund

den Fortschritt der Menschheit geschaffen.

Doch davon mal abgesehen, sind sie im Grund

noch immer die alten Affen.

Erich Kästner 1932

Eine Definition von Poesie

 

Poesie ist wie ein Duft,

der sich verflüchtigt,

und dabei in unserer Seele

die Essenz der Schönheit zurücklässt. 

Jean Paul

 

Kalenderspruch zum 19. Mai 2007

 

Nicht die Atombombe ist das Problem unseres

Jahrhunderts, sondern das menschliche Herz. 

(Albert Einstein)