Nehmen statt geben

Ein geiziger Mann war ins Wasser gefallen. Der Nichtschwimmer rief um Hilfe. Ein Rettungsschwimmer eilt herbei: „Geben Sie mir ihre Hand.“ Doch der ertrinkende presste beide Arme fest an sich. Auf das Stichwort „geben“ war er nicht ansprechbar. Da versuchte es der Retter mit einer anderen Version: „Nehmen Sie meine Hand.“ Jetzt griff der Ertrinkende zu und war gerettet.

Quelle: Kirchenbote der Evang. Ref. Kirche Zürich

Die Poesie-Reform, 1700-1850

Eine Reform der Poesie hatte die Gelehrsamkeit seit dem Aufkommen des Druckwesens eingeklagt, erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts griffen die Reformrufe. Die Gelehrsamkeit adressierte mit ihrem Anteil am Buchmarkt zu Beginn des 18. Jahrhunderts über ein breites Publikumsinteresse. Insbesondere das Rezensionswesen bot sich als Plattform an, Reformwünsche im öffentlichen Interesse zu artikulieren. Der erste Schritt der Poesiereform zielte im 18. Jahrhundert auf eine Neuordnung des dramatischen Bereichs. Tragödien in Versen sollten neben der Oper eigenen Status gewinnen (wenn sich diese denn nicht als fehlgegangene poetische Gattung vom Markt drängen ließ).

Marktgewalt errang die Poesiereform jedoch erst Mitte des 18. Jahrhunderts, als sie sich auf das bürgerliche Trauerspiel in Prosa – als Nachfolger der antiken Tragödie – einließ. Dadurch sahen sich einige Leute veranlasst, die literarischen Formen, die Richardson und Fielding für England neu definiert hatten, als Nachfolger des antiken Epos in Versen zu bezeichnen. Die maßgebenden Literaturkenner (und nicht zuletzt Fielding selbst) sehen Richardsons Romane jedoch als Nachfolger der Erbauungsliteratur des 2. Jahrhunderts ( Geschichten von Paulus und Thekla etc), und Fieldings Andrew Joseph und Tom Jones wird übereinstimmend die Nachfolge der von Lukian und Petron benutzten und später von Cervantes übernommenen Kunstform des antiken Romans zugeschrieben. Der Nachfolger des antiken Epos in Versen hingegen ist in der Weltliteratur das moderne Epos in Versen: der Roman in Versen. So nennt denn auch Puschkin seinen Eugen Onegin explizit einen Roman in Versen.[1] In einer Fortentwicklung der aristotelischen Poetik wurde Prosa als potentiell poetische Sprache akzeptiert. Das Drama fand mit der neuen Tragödie und einer ihr gegenüberstehenden Komödie neue Klassizität, die Epik verfügte mit komischen und ernsten Romanen über ein Traditionspaar, das der aristotelischen Aufgliederung des Epos Rechnung trug. Ein dritter Bereich wurde in Teilen des deutschen Sprachraums mit den verbleibenden Gedichtformen gebildet, der der Lyrik.

Die Tage der Poesie als Gattungsfeld waren mit derselben Entwicklung gezählt: Die Poesiedebatte fand seit den 1750ern innerhalb der Literaturkritik statt. Literatur war wenig später neuzudefinieren: im engeren Wortsinn Poesie. Die modernen Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts brachten dies zum Ausdruck. Georg Gottfried Gervinus verkaufte sein Standardwerk im begrifflichen Brückenschlag als Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen.

Ein zweites Sprechen hatte an selber Stelle seit den 1730ern in der deutschen Poesiediskussion um sich gegriffen: Das Sprechen von Dichtung und Dichtkunst – ersteres erfasste das Textcorpus der Poesie, letzteres die Aufgabenstellungen der Poetologie, die Wissenschaft, die der gute Dichter mit Wissen wenn nicht Genie beherrschte. Bedeutung gewann das Sprechen von Dichtung Ende des 18. Jahrhunderts in der qualitativen Ausdifferenzierung, die sich auf dem Markt nun herstellte, zwischen wahrer, hoher Dichtung und einer indiskutabel werdenden Massenware. Die Entwicklung die die Worte Dichter und Poet im Deutschen einander gegenüber nahmen, ist für den Wandel des Marktes an dieser Stelle symptomatisch. Das Wort „Poesie“ verlor als wissenschaftliches Bedeutung und zog sich in Teilen des deutschen Sprachraums in ein subjektive Sprechen von „poetischer Qualität“ zurück; es überlebte jedoch, wie die Definition am Anfang des Artikels richtig betont, in den benachbarten europäischen Sprachen in seiner ursprünglichen Bedeutung für das ganze Feld des poetischen Schaffens.

Quelle: wikipedia 

Ein poetischer Kuss

Zart und voller Innigkeit

fühlt sich ein Kuss unter Liebenden an.

Sie entschweben in höhere Sphären

und verlassen Kusslang 

alles  Irdische

um ins Reich

der Wolke Namens „Sieben“

zu gelangen.

Swisspoesia, 13.11.2007

Liebeszitate von Hermann Hesse

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Dass jede Liebe ihre tiefe Tragik hat, ist doch kein Grund nicht mehr zu lieben! 

 

Wir müssen unsere Liebe so frei wie möglich halten, um sie zu jeder Stunde verschenken zu können.

Liebe muss nicht bitten, auch nicht fordern. Liebe muss die Kraft haben, in sich selbst zur Gewissheit zu kommen. Dann wird sie nicht mehr gezogen, sondern zieht. 

 

Die Objekte, an die wir sie hingeben, überschätzen wir immer, und daraus fliesst viel Leid.

Es ist kein Glück, geliebt zu werden. Jeder Mensch liebt sich selber, aber lieben, das ist Glück!

Gedanken zum „Tagebuch eines ungeborenen Kindes“

Im Monat November gedenken viele Christen der Toten. Unter den verstorbenen Seelen befindet sich auch eine unzählbare Schar von Kindern, welche das Licht der Welt nie erblicken durften, weil sie von ihren Eltern unerwünscht waren. Abtreibungen zu verurteilen steht mir als Mensch nicht zu, auch wenn es nicht mit meiner Ethik übereinstimmt.

Mir steht jedoch zu, darüber nachzudenken und für diese armen unschuldigen Seelen zu beten. Sie mit meinen Gedanken, der Liebe und des Friedens in den kommenden Tagen zu begleiten und sie in meine Gebete einzuschliessen….

Das nachfolgende fiktive „Tagebuch eines ungeborenen Kindes“ einer unbekannten Autorin oder unbekannten Autors, zeigt, jedoch auf einfühlsame Art und Weise, wie ein hoffnungsvolles, neu werdendes Leben von einem Tag auf den anderen je zerstört werden kann….

Tagebuch eines ungeborenen Kindes

3.Oktober

Heute hat ein Leben begonnen. Vater und Mutter wissen es noch nicht. Ich bin kleiner als ein Stecknadelkopf, und doch bin ich schon ein selbständiges Wesen. Alle meine körperlichen und seelischen Anlagen sind bereits festgelegt. Zum Beispiel werde ich die Augen von meinem Vater und das lockige Haar von meiner Mutter haben. Auch das ist entschieden: Ich werde ein Mädchen sein…

19. Oktober

Meine erste Blut und Gefässwandzellen, meine ersten Adern entstehen. Da meine Organe noch nicht voll ausgebildet sind, muss mich Mutter durch ihr Blut in Stoffwechsel und Kreislauf unterstützen. Wenn ich geboren bin, brauche ich dann nur noch die erste Zeit ihre Milch.

23.Oktober

Mein Mund öffnet sich nach aussen. Übers Jahr werde ich schon lächeln, wen die Eltern sich über mein Bettchen beugen. Mein erstes Wort wird „Mama“ sein…

25. Oktober

Mein Herz hat zu schlagen begonnen. Es wird pausenlos seinen Dienst tun, ohne je auszuruhen, bis an mein Lebensende. Es ist ein grosses Wunder!

2. November

Meine Arme und Beine beginnen zu wachsen. Allerdings, bis sie fertig ausgebildet und dann so richtig brauchbar sein werden, das wird, auch wenn ich schon geboren bin, noch eine gute Weile dauern…

12. November

Jetzt beginnen aus meinen Händen die Finger zu spriessen. Mit ihnen werde ich mir die Welt erobern und mit meinen Mitmenschen Freundschaft schliessen…

20. November

Heute hat meine Mutter vom Arzt erfahren, dass sie mich unter dem Herzen trägt. Wie gross muss ihre Freude sein?

25. November

Jetzt könnte man es mir schon ansehen, dass ich ein Mädchen sein werde. Sicher denken meine Eltern darüber nach, wie ich heissen soll. Könnte ich es doch schon erfahren!

28. November

Meine sämtlichen Organe sind voll ausgebildet. Ich bin sehr viel grösser geworden.

10. Dezember

Ich bekomme Haare und Augenbrauen. Wie wird sich meine Mutter freuen über ihr blondes Töchterlein!

13. Dezember

Bald werde ich sehen könne, Meine Augen sind nur mehr durch eine Naht verschlossen. Licht, Farbe, Blumen ? es muss herrlich sein! Am meisten freue ich mich darauf, meine Mutter zu sehen ? Wenn es nicht solange dauern würde! Noch über 6 Monate…

24. Dezember

Mein Herz ist voll ausgebildet. Es soll Bébies geben, die mit einem kranken Herzen zur Welt kommen. Dann werden ungeheure Anstrengungen gemacht, um sie durch eine Operation zu retten. Gott sei Dank, mein Herz ist gesund, ich werde ein kräftiges Menschenkind sein. Alle werden sich freuen.

28. Dezember

Heute hat meine Mutter mich abgetrieben…

Unbekannt