Gedanken zum „Tagebuch eines ungeborenen Kindes“

Im Monat November gedenken viele Christen der Toten. Unter den verstorbenen Seelen befindet sich auch eine unzählbare Schar von Kindern, welche das Licht der Welt nie erblicken durften, weil sie von ihren Eltern unerwünscht waren. Abtreibungen zu verurteilen steht mir als Mensch nicht zu, auch wenn es nicht mit meiner Ethik übereinstimmt.

Mir steht jedoch zu, darüber nachzudenken und für diese armen unschuldigen Seelen zu beten. Sie mit meinen Gedanken, der Liebe und des Friedens in den kommenden Tagen zu begleiten und sie in meine Gebete einzuschliessen….

Das nachfolgende fiktive „Tagebuch eines ungeborenen Kindes“ einer unbekannten Autorin oder unbekannten Autors, zeigt, jedoch auf einfühlsame Art und Weise, wie ein hoffnungsvolles, neu werdendes Leben von einem Tag auf den anderen je zerstört werden kann….

Tagebuch eines ungeborenen Kindes

3.Oktober

Heute hat ein Leben begonnen. Vater und Mutter wissen es noch nicht. Ich bin kleiner als ein Stecknadelkopf, und doch bin ich schon ein selbständiges Wesen. Alle meine körperlichen und seelischen Anlagen sind bereits festgelegt. Zum Beispiel werde ich die Augen von meinem Vater und das lockige Haar von meiner Mutter haben. Auch das ist entschieden: Ich werde ein Mädchen sein…

19. Oktober

Meine erste Blut und Gefässwandzellen, meine ersten Adern entstehen. Da meine Organe noch nicht voll ausgebildet sind, muss mich Mutter durch ihr Blut in Stoffwechsel und Kreislauf unterstützen. Wenn ich geboren bin, brauche ich dann nur noch die erste Zeit ihre Milch.

23.Oktober

Mein Mund öffnet sich nach aussen. Übers Jahr werde ich schon lächeln, wen die Eltern sich über mein Bettchen beugen. Mein erstes Wort wird „Mama“ sein…

25. Oktober

Mein Herz hat zu schlagen begonnen. Es wird pausenlos seinen Dienst tun, ohne je auszuruhen, bis an mein Lebensende. Es ist ein grosses Wunder!

2. November

Meine Arme und Beine beginnen zu wachsen. Allerdings, bis sie fertig ausgebildet und dann so richtig brauchbar sein werden, das wird, auch wenn ich schon geboren bin, noch eine gute Weile dauern…

12. November

Jetzt beginnen aus meinen Händen die Finger zu spriessen. Mit ihnen werde ich mir die Welt erobern und mit meinen Mitmenschen Freundschaft schliessen…

20. November

Heute hat meine Mutter vom Arzt erfahren, dass sie mich unter dem Herzen trägt. Wie gross muss ihre Freude sein?

25. November

Jetzt könnte man es mir schon ansehen, dass ich ein Mädchen sein werde. Sicher denken meine Eltern darüber nach, wie ich heissen soll. Könnte ich es doch schon erfahren!

28. November

Meine sämtlichen Organe sind voll ausgebildet. Ich bin sehr viel grösser geworden.

10. Dezember

Ich bekomme Haare und Augenbrauen. Wie wird sich meine Mutter freuen über ihr blondes Töchterlein!

13. Dezember

Bald werde ich sehen könne, Meine Augen sind nur mehr durch eine Naht verschlossen. Licht, Farbe, Blumen ? es muss herrlich sein! Am meisten freue ich mich darauf, meine Mutter zu sehen ? Wenn es nicht solange dauern würde! Noch über 6 Monate…

24. Dezember

Mein Herz ist voll ausgebildet. Es soll Bébies geben, die mit einem kranken Herzen zur Welt kommen. Dann werden ungeheure Anstrengungen gemacht, um sie durch eine Operation zu retten. Gott sei Dank, mein Herz ist gesund, ich werde ein kräftiges Menschenkind sein. Alle werden sich freuen.

28. Dezember

Heute hat meine Mutter mich abgetrieben…

Unbekannt

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2 Antworten

  1. Vielleicht sollte man statt „Heute hat meine Mutter mich abgetrieben…“ lieber schreiben „Heute hat meine Mutter mich abtreiben lassen…“, um klar zu machen, dass es auch eines ärztlichen Mit(täters)machenden bedarf. Auch die Frage, wie viele Leute und wer alles diese Entscheidung beeinflusst hat.

    LG
    Christoph

  2. Lieber Christoph,

    da gebe ich Dir Recht. Oftmals werden werdende Mütter von ihrem Umfeld unter grössten Druck gestellt. Es gibt viele Gründe und Fälle, die zu einer Abtreibung führen…

    Da das Tagebuch nicht von mir verfasst worden ist, habe ich es auch so stehenlassen..

    Dennoch herzlichen Dank für Deinen Input!

    Liebe Grüsse
    Swisspoesia

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