Warum gibt es einen 29. Februar?

Jeder feiert wohl gerne irgendwelche Jahrestage, und daher spielt der Geburtstag oder Namenstag bei den meisten im Jahreslauf eine wichtige Rolle. Man freut sich darauf, an solch einem Tag besonders freundlich behandelt und vielleicht auch mit dem einen oder anderem Präsent bedacht zu werden (nota bene: Nikolaustag ist am 6. Dezember).

Um zu wissen, wann solch ein Ehrentag wieder ins Haus steht, schaut man einfach im Kalender nach, und schon weiß man es, – oder glaubt zumindest, es zu wissen. Lediglich wer an einem 29. Februar geboren ist, hat da gewisse Schwierigkeiten, denn dieser Tag taucht ja nur alle vier Jahre im Kalender auf. Daher hält sich die Meinung, so jemand habe nur alle vier Jahre Geburtstag, was natürlich eine große Ungerechtigkeit wäre. Die meisten, die hiervon betroffen sind, feiern im Gemeinjahr einfach einen Tag früher am 28. Februar. Und sie tun recht daran. Nur wenige aber wissen, daß diejenigen, die in einem Schaltjahr an einem 25., 26., 27., oder 28. Februar geboren sind, in einem Gemeinjahr ebenfalls ihren Geburtstag einen Tag früher anzusetzen haben.

Ein paar unscheinbare Zahlen hinter dem Komma haben unseren Kalender durcheinander gebracht. Weil die Erde exakt 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden braucht, um die Sonne zu umkreisen, hat schon Gaius Julius Caesar einen Schalttag eingeführt. Doch die kleine Veränderung hatte gravierende Folgen.

Gschäftstermine, Abgabetermine, Verabredungen – alles undenkbar, ohne Kalender. Wie soll man sich auf einen Tag einigen, wenn verschiedene Zeitmaße gelten? Schon immer haben Sonnen- und Mondzyklus eine Rolle bei der Berechnung der Tage eine Rolle gespielt. Doch erst im 16. Jahrhundert gelang es in der abendländischen, christlichen Kultur einen stimmigen Kalender zu schaffen – den Gregorianischen Kalender.

 

Wie kam es zu diesem kurzen Monat und ein Tag der nur alle 4 Jahre stattfindet?

Bis dahin galt der Julianische Kalender, eingeführt von Gaius Julius Caesar, der den altrömischen Kalender reformiert hatte. Weil ein Jahr im Durchschnitt rund 365,25 Tage hat, führte er alle vier Jahre ein Schaltjahr mit 366 Tagen ein. Damit entsprach ein Jahr fast einem Sonnenjahr. Leider aber nur fast: Genau genommen hat ein Jahr nämlich 365,24219878 Tage und damit etwas weniger als Caesars Kalender. Der Schalttag verlängerte das Jahr also um exakt elf Minuten und 13 Sekunden.Dieser kleine, aber feine Unterschied hatte gravierende Auswirkungen: Bis ins 16. Jahrhundert hatte sich der Kalender deshalb um zehn Tage verschoben. Hatte das Konzil von Nicäa im Jahr 325 die Tag-und-Nacht-Gleiche auf den 21. März festgelegt, fiel sie im Jahr 1582 auf den 10. März.

Das Schaltjahr

Papst Gregor XIII. © Max-Planck-Institut für Astronomie
Zeitgenössischer Stich von Papst Gregor XIII.

Diesmal war es das katholische Kirchenoberhaupt, das sich dem Problem stellte und den Kalender erneut reformierte: Papst Gregor XIII. strich in diesem Jahr einfach zehn Oktober-Tage aus dem Kalender. Auf den 4. folgte der 15. Oktober – der Rückstand war aufgeholt und der Kalender war wieder im Takt. Doch wer sich heute an Wetter- und Bauernregeln orientieren möchte, sollte diesen radikalen gregorianischen Schnitt bedenken: Auch die an bestimmten Tagen festgemachten Regeln verschoben sich durch die Reform teilweise um zehn Tage nach vorne.

Sonderregeln für die Sonderregel

Damit sich solch eine gravierende Verschiebung im Kalender nicht allzu bald wiederholte, führte Papst Gregor XIII. außerdem eine erweiterte Schaltjahrregelung ein: Einmal in hundert Jahren fällt das Schaltjahr aus. So waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre. Die unscheinbaren Zahlen hinter dem Komma forderten aber eine weitere Ausnahmeregelung. So beschloss man, dass wiederum alle Jahre, die sowohl durch hundert als auch durch vier teilbar sind, von der „Jahrhundertregel“ ausgenommen sind. Deshalb war das Jahr 2000 ausnahmweise ein Schaltjahr. Mit dieser Regelung dauert das Durchschnittsjahr nun 365,2425 Tage und damit nur noch einige Sekunden zu lang. Somit muss erst nach knapp 3.320 Jahren wieder ein Tag aus dem Kalender gestrichen werden.

Zum Schluss wünsche ich allen Besucherinnen und Besucher, welche am 29. Februar Geburtstag feiern alles Gute und ein besonders schöner Tag mit vielen netten Überraschungen!

Advertisements

Ärgere dich nicht darüber,

 

buschrosen.jpg

 

dass der Rosenstrauch Dornen trägt,

sondern freue dich darüber,

dass der Dornenstrauch Rosen trägt.

 

aus Arabien

Auf ein weiteres Lächeln (2/2008)

Meine liebe Bürokollegin Namens Witzig hat mir wieder zwei Witze aus dem Zürcher Kirchenboten mitgebracht und diese werden natürlich wie immer mit meinen Blogbesucher/innen geteilt:

Verschiedene Himmel?

In einer Kleinstadt trifft der Pfarrer auf den Rabbi: „Rabbi, heut hab ich geträumt, ich käm in den jüdischen Himmel! Ich sag dir: Es war ein Chaos sondergleichen – schreiende Kinder rannten herum, ein ohrenbetäubender Lärm, und meine Nase wurde empfindlich gestört: Gestunken hats, die ganze Speisekarte rauf und runter…!“

Nun, der Rabbi nahm es gelassen und antwortete lächelnd: „So ein Zufall, Hochwürden! Vor ein paar Tagen träumte ich, ich wär im christlichen Himmel: Sphärenklänge, Wohlgerüche, eine Ruhe, eine himmlische Ruhe und … kein Mensch weit und breit!“

Zölibat und Schweinefleisch

Der katholische Pfarrer fragt den Rabbi: „Wann wirst du endlich Schweinefleisch essen?“ Der Rabbi antwortet: „An Ihrer Hochzeit, Hochwürden!“ 

1. Geburtstag meines Blog und danke an 49’000 Besucher

Heute vor einem Jahr habe ich auf diesem Blog meinen ersten Artikel verfasst. Wie heute, schien auch vor einem Jahr die Sonne vom strahlend blauen Februar Himmel. Auch dort gesellten sich schon die ersten Frühlingsblumen auf meinem Balkon und läuteten somit den Frühling ein.

Mittlerweile haben mich 49’000 interessierte Leser auf diesem Blog besucht. Für dieses rege Interesse und die netten und interessanten Kommentare bedanke ich mich ganz herzlich. Ich freue mich auch im neuen Blogjahr wieder auf zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher!

 

 

 

hornveilechen.jpg

Selbstverständlich darf auch an diesem Tage ein Zitat nicht fehlen. In meinem Büchlein „Vergiss mein nicht“ habe ich unter dem Datum 18. Februar folgendes Zitat gefunden:

Klar ist’s dass im Tun und Handeln.

Nicht im Grübeln’s Leben liegt.

Grillparzer

 

Interessantes zum Valentinstag

Der Valentinstag am 14. Februar des Jahres) gilt in einigen Ländern als Tag der Liebenden Der religiöse, in der kirchlichen Liturgie wurzelnde aber dann wieder vergessene Ursprung des Feiertages besteht darin, dass am 14. Februar in den Kirchendie Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert wurde und hat nichts mit der Sage um den als Märtyrer gestorbenen heiligen Valentin zu tun.

Bekannt geworden ist dieser Tag durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der FloristenIn Kontinentaleuropa kann er als Globalisierungsphänomen betrachtet werden. Der Name des Tages wird heute zumeist auf die Sage des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in EnglandValentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurückgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf Pepys‘ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt. Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“ – die USA – und so kam durch US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg dieser Brauch nach Deutschland; 1950 veranstaltete man in Nürnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingeführt. Richtig bekannt wurde er durch die dann einsetzende starke Werbung der Floristen und Süßwarenindustrie. Mittlerweile erfreut sich dieser Tag auch in der Volkrepublik China bei jungen, am westlichen Lebensstil ausgerichteten Chinesen zunehmender Beliebtheit.

Sicher ist aber, dass die ungeheure Popularität des Datums im angelsächsischen Bereich auf ein Gedicht von Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“ (Parlement of Foul(e/y)s) zurückzuführen ist, das vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. 1383 fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In diesem Gedicht wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jedes einen Partner finde. In westslawischen und ostdeutschen Gebieten fällt in die Zeit um den Valentinstag das Fest der so genannten Vogelhochzeit. Dazu gehört das Vogelhochzeit „Die Vogelhochzeit“ („Ein Vogel wollte Hochzeit halten …“).

Es gibt inzwischen unter anderem Valentinskonfekt, Valentinskarten, ein Parfum namens St. Valentin, doch die wichtigsten Geschenkartikel am Valentinstag sind nach wie vor Blumen. Während das Jahr über hauptsächlich Frauen Blumen kaufen, sind es am Valentinstag überwiegend Männer. Die Preise vor allem für rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen und Chefs mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. (Der 14. März heißt in Japan White Day, auch St. White’s Day, und daher die weiße Schokolade.) Aber auch in Europa haben sich eigene Traditionen herausgebildet. In Finnland etwa wird der Valentinstag als „Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man – meist anonym – denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke übermittelt. Dieser „Freundschaftstag“ ist gegenüber dem angelsächsischen oder kontinentaleuropäischen „Valentinstag“ deutlich enterotisiert.

Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Sage des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märyrer starb. Mehrere Orte in Deutschland behaupten die Gebeine als Reliquien zu verwahren, wie zum Beispiel die bayrische Stadt Krumbach, Landkreis Günzburg . Auch in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in Rom werden die angeblichen Reliquien ausgestellt.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni (damals Interamna). Er hatte laut dieser Sage einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Sage nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 15. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Eine Erweiterung der Sage bringt den Todestag Valentins mit dem römischen Fest Lupercalia zusammen, das auf den 15. Februar fiel. Es war der Feiertag der röm. Göttin Juno (gr.: Hera), der Frau des Jupiter (gr.: Zeus) und Schutzpatronin der Ehe. Junge Mädchen gingen an diesem hohen Festtag in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen.

Junge Männer aus dem einfachen Volk zogen an diesem Tag Lose, auf denen die Namen der noch ledigen Frauen standen. Die so gelosten Pärchen gingen miteinander aus und manche sollen sich so ineinander verliebt haben. Dieser Volksbrauch galt vielen römischen Aristokraten als unmoralisch. Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen. So kam es, dass sich dieses ältere römische Brauchtum mit der Geschichte des christlichen Märtyrers mischte und in die spätere Gesellschaft einsickerte.

Die Sage zum Bischof von Terni unterscheidet sich vom späteren Valentin von RätienGraubünden). Dieser hat keine Liebenden zusammengebracht, sondern er gilt als Schutzpatron gegen die „fallenden Krankheiten“ wie Epilepsie und Ohnmacht.

 

 

 

Nach diesen Erläuterungen wünsche ich allen meinen Besuchern dieses Blogs einen schönen Valentinstag.

Glückseligkeit der Liebe

vereinigung-von-poesie-und-romantik.jpg

 

Sie werden die wahre Glückseligkeit nur in der Liebe finden; sie ist ein edles und von allem Menschlichen losgelöstes Gefühl; sie allein ist imstande, Ihrer Seele einen Aufschwung zu geben, Sie die Herrlichkeit ihres Wesens und seine Überlegenheit über alle anderen Wesen empfinden zu lassen. Glücklich das Herz, das sie in ihrer ganzen Reinheit fühlt.

Ninon de Lenclos

Gingko Bilboa

gingko-blatt.jpg

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Spürst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin ?

Johann Wolfgang von Goethe

 

Ein wunderschönes Gedicht, welches Goethe 1815 Marianne von Willemer gewidmet hat.

Hier noch folgende interessante Informationen welche auf der Internetseite der Goetheschule zu finden sind:

 

GINKGO BILOBA

Ein Baum, ein Gedicht und ein Logo


„Dieser Baum, der während Hunderter von Millionen Jahren
die Umwälzungen auf der Erde überdauert hat,
geht zweifellos aus einem sehr zähen Stamm hervor
und wurde von Mutter Natur
aus vielen Tausenden damals lebenden Pflanzen erwählt.“

Hui-Lin Li, Chin.Philosoph

 

Wie Phönix aus der Asche

Die Atombombenexplosion von Hiroshima markiert ein schreckliches Datum in der Geschichte der Menschheit: 300 000 Menschen fanden in Hiroshima und Nagasaki den Tod. Die gesamte Flora und Fauna wurde vernichtet. Nichts wuchs mehr auf dem verbrannten Boden.
Einzige Ausnahme war ein ehemals imposanter Ginkgobaum. Mit ungläubigen Staunen beobachtete man, wie im nächsten Frühling der Ginkgo einen neuen Spross inmitten der total zerstörten Vegetation hervorbrachte. Er ist heute ein schöner Baum, der die Hoffnung in die Zukunft symbolisiert.
Ein lebendes Fossil

Der Ginkgo überlebte nicht nur die Atombombe von Hiroshima. Als botanische Gattung scheint er der Zeit zu trotzen. Seine Ursprünge reichen etwa 300 Millionen Jahre zurück. Alle Katastrophen der Erdgeschichte hat er überdauert. Mit einem Begriff von Charles Darwin könnte man ihn ein „lebendes Fossil“ nennen.

In unserer Zeit entdeckte man, dass er sich erstaunlich widerstandsfähig gegen schädliche Umwelteinflüsse zeigt. In New York gehört er zu den häufigsten Straßenbäumen. Er ist nicht nur gegen Abgase, sondern auch gegen Befall durch Insekten, Pilze Viren und Bakterien immun.

Urvater der Bäume

Was ist das für ein Baum, der durch alle Zeiten eine solche Robustheit bewiesen hat? Er gehört zur Familie der Gingoaceen und ist ein Fächerblattbaum, der den biologischen Übergang von Nadel- zu Laubhölzern darstellt. Diese älteste Baumpflanze existierte schon Millionen Jahre, bevor der erste Mensch auf der Erde erschien. Die Dinosaurier müssen ihn gesehen haben.


Europa und der Ginkgo

Der Ginkgo ist in Japan und China beheimatet, wo er als Tempelbaum eine religiöse Bedeutung besitzt. Die imposantesten und ältesten Ginkgobäume stehen in China – über 40 m hohe Exemplare, die weit über 1000 Jahre alt sind. Erst vor 250 Jahren , also zu Goethes Geburt, kam der Ginkgo nach Europa. Der Deutsche Engelbert Kaempfer gilt als der neuere Entdecker des Ginkgobaumes. Es galt bald als schick, im Schlosspark und im botanischen Garten einen Ginkgo anzupflanzen.

 

Ein ungewöhnliches Blatt

Der Ginkgo, chin. „Silberaprikose“, ist durch die Form des geteilten Blattes und seine Zweihäusigkeit zum Sinnbild des dialektischen Yin und Yang der chinesischen Philosophie und damit des weiblichen und männlichen Prinzips, des Tages und der Nacht , von Freud und Leid und Leben und Tod geworden.

 

Der Dichter des Ginkgo

Goethe hat den Ginkgo durch sein Gedicht im „West-Östlichen Diwan“ unsterblich berühmt gemacht. Er hat es 1815 Marianne von Willemer gewidmet, mit der der 65-jährige eine „temporäre Verjüngung“, eine „wiederholte Pubertät“ erlebte, wie er später im Gespräch mit seinem Sekretär Eckermann gestand.
Wie in anderen Lebenssituationen hat Goethe die Wirklichkeit in der Dichtung bewältigt und auf eine andere, geistige Ebene gehoben. So wie das Liebeserlebnis mit Friederike Brion in Sesenheim sich im Gedicht „Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde…“ widerspiegelt und die späte Leidenschaft zu Ulrike von Levetzow in der „Marienbader Elegie“ ihre geistige Bewältigung erfährt, so wird die Beziehung zu Marianne von Willemer mit dem geteilten Ginkgoblatt zum anschaulichen Symbol des naturhaften Einander-zugeordnet-Seins in der Liebe.

Das Logo

Seit 1996 ist das zweigeteilte Ginkgoblatt das Logo der Goetheschule – Symbol der Hoffnung, Fruchtbarkeit, Freundschaft und Liebe.
Das benutzte Blatt stammt von dem Ginkgobaum, den Goethe seiner geistigen Mentorin in Weimar, Charlotte von Stein, geschenkt hat. Den Baum kann man noch heute bewundern. Er wurde vor einiger Zeit in das internationale Gingko-Kataster aufgenommer.

Hk

Link zu einer interessanten Ginkgoseite:

http://www.xs4all.nl/~kwanten/germindex.htm

http://www.gartenlinksammlung.de/ginkgo.htm