Hochsommer

Emanuel Geibel (1815-1884)

Hochsommer

Von des Sonnengotts Geschossen
Liegen Wald und Flur versengt,
Drüber, wie aus Stahl gegossen,
Wolkenlose Bläue hängt.

In der glutgeborstnen Erde
Stirbt das Saatkorn, durstig ächzt
Am versiegten Bach die Herde,
Und der Hirsch im Forste lechzt.

Kein Gesang mehr in den Zweigen!
Keine Lilie mehr am Rain! –
O wann wirst du niedersteigen,
Donnerer, wir harren dein.

Komm, o komm in Wetterschlägen!
Deine Braut vergeht vor Weh –
komm herab im goldnen Regen
Zur verschmachtenden Danae!

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Eine Antwort

  1. aus Stahl gegossene wolkenlose Bläue.
    Das Gedicht könnte genau so gut aus der Jetzt-Zeit stammen.

    Warum versuchen wir eigentlich immer wieder, neue Worte und neue Wortgebilde zu finden? Alles war schon da, alles wurde ausprobiert, alles kommt immer wieder oder haben wir etwa gerade in diesem Moment ein wirklich ganz neues, ein noch nie benutztes Wortgeschöpf geboren?
    Hoffnung, immer wieder Hoffnung, Grünes Blau und blaues Grün… immer wieder neue Möglichkeiten.

    Ich probiere immer wieder in http://www.wortbehagen.de

    LG von Bruni

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