175. Geburtstag Alfred Nobels – sein Lebenslauf

Alfred Bernhard Nobel hat heute vor 175 in Stockholm das Licht der Welt erblickt. Im Alter von  vier Jahren begleitet er seinen Vater Immanuel Nobel nach Sankt Petersburg in Russland, welcher mit Hilfe der norwegischen Regierung Hüttenwerke gegründet hatte und die Russische Armee belieferte.

Mit 17 Jahren beherrschte der junge Alfred Nobel bereits fünf Sprachen (Schwedisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch). 1859 kehrte er zusammen mit seinem Vater nach Stockholm zurück.

Dank seines wohlhabenden Vaters genoss er eine ausgezeichnete Ausbildung durch Privatlehrer. Nebst Chemie- und Physikstudium interessierte er sich auch für englische Literatur. Seinem Vater missfiel dieses Interesse und so schickte er seinen Sohn für zwei Jahre ins Ausland.

Nobel besuchte rasch hinereinander Schweden, Deutschland, Frankreich und die Vereinigten Staaten. In Paris lernte er Ascanio Sobrero kennen. Dieser endteckte drei Jahre zuvor Nitroglyzerin fand es jedoch auf Grund seiner Gefährlichkeit nicht praxistauglich.

Nobel zeigte sich an der Erfindung sehr interessiert und richtete seit 1862 seine Bemühungen darauf, das Nitroglyzerin als Sprengstoff in die Technik einzuführen. Um es mit größerer Sicherheit zu sprengen, entwickelte er 1863 die Initialzündung, die eine sichere Zündung der Sprengung bewirken sollte.

Bei Nobels Experimenten mit Nitroglyzerin kam es zu mehreren Explosionen; bei einer Explosion 1864, bei der sein Laboratorium in die Luft flog, kamen sein Bruder Emil und weitere Personen um. Aufgrund der Gefährlichkeit verboten die schwedischen Behörden ihm weitere Experimente mit Nitroglyzerin innerhalb Stockholms, sodass Nobel im Jahre 1865 ein Labor und Fabriken an den Vinterviken am Mälaren im Westen Stockholms verlegte. Eine ähnliche Anlage baute er bei Krümmel nahe Hamburg in Deutschland. Ungeachtet dessen gelang Nobel im gleichen Jahr die Massenproduktion von Nitroglyzerin, bei der es jedoch ebenfalls zu einer Reihe folgenschwerer Unfälle kam.

Um die Gefährlichkeit des Nitroglyzerins bei gleich bleibender Sprengkraft zu verringern experimentierte Nobel mit verschiedenen Mitteln. Allerdings brachte ihm dies kein Erfolg. 1866 kam ihm bei zahlreichen Transporten von Nitroglyzerin der Zufall zu Hilfe.  Es kam zu einem Zwischenfall.  Eines der Transportgefässe war undicht geworden und reines Nitroglyzerin tropfte auf die mit Kieselgur ausgepolsterte Ladefläche des Transporters. Die dabei entstandene breiige Masse erregte bei den Arbeiter Aufmerksamkeit, so dass dieser Vorfall später Nobel gemeldet wurde. Nobel gelang es endlich die Herstellung eines handhabungssicheren Detonationssprengstoffes. Er liess sich das im Mischverhältnis von 3:1 optimierte Verfahren 1867 patentieren und nannte sein Produkt Dynamit!

Der Bedarf an einem sicheren und trotzdem wirksamen Sprengstoff war zurzeit des Diamentenfiebers äusserst gross. Mit seiner Erfindung konnte er sich hiermit ein grosses Vermögen aufbauen. Seine Firmen lieferten Nitroglyzerin-Produkte nach Europa, Amerika und Australien. Um seine Produkte zu verkaufen reiste Nobel ständig. Insgesamt besass er Weltweit 90 Dynamit-Fabriken.

Neben seinen Reisen forschte Nobel auch weiterhin mit Sprengstoffen. So entwickelte er 1875 die Sprenggelatine, 1887 liess er sich das Ballistit (rauchschwaches Pulver) patentieren. Seine neue Erfindung bot er der französischen Regierung an, welche diese jedoch ablehnte. Sie hatte bereits die Aussicht auf ein damals bereits in der Entwicklung befindlichen fast rauchfreien Pulvers. Die Italiener, welchen er daraufhin seine Erfindung anbot, kauften diese sofort. Nobel wurde in Frankreich der in der Presse mit Spionange in Verbindugn gebracht. Er wurde verhaftet. Seine Erlaubnis , Experimente durchzuführen, wurden ihm entzogen. Auf Grund dieser Ereignisse zog es Nobel 1891 nach San Remo. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens die Wintermonate.

Dynamit und Sprengstoffgelatine, die zentralen Erfindungen Nobels, waren entgegen weit verbreiteter Ansicht nicht zur Kriegsführung geeignet. Lediglich das rauchschwache Pulver Ballisit war eine Ausnahme. Es revoluzionierte die gesamte Schusstechnik, von der Pistole bis zur Kanone. Der Krim- und Sezessionskrieg gründet auf den Reichtum Nobels Vater Immanuel Nobel. Dieser verdiente sich bei der Herstellung mit Minen.  Alfred Nobel hasste zwar den Krieg, war aber der Meinung, eine besonders starke Vernichtungswaffe würde die Menschheit vom Krieg abschrecken. Er wollte seine Arbeit diesem Ziel widmen. 1894 kaufte er sogar den schwedischen Rüstungsbetrieb Bofors. Mit seinen Sprengstoffen wollte er das Schwarzpulver revolutionieren und das Werk seines Vaters verbessern. Sein Forschungsdrang war ein Faktor dieser Entwicklung.

Über diese Ansichten diskutierte er auch intensiv mit Bertha von Suttner, die 1878 auf Nobels Stellenanzeige die Stelle einer  Privatsekretärin angnommen hatte. Diese jedoch bereits eine Woche später wieder aufgab. Sie wurde später eine bedeutende Friedensaktivistin. Vermutlich prägte der ständige Briefwechsel mit ihr Nobels spätere Haltung  zum Krieg wesentlich. Sie regte ihn zur Stiftung eines Friedensnobelpreises an.   Bertha von Suttner wurde 1905 dafür ausgezeichnet.

Nobels Neffe, der Sohn seines Bruders Ludwig, war der russische Erdölmagnat Emanuel Nobel. Er war der Erbauer des derstn Dieselmotorschiffes, der Vandal.

Das 1957 im Stockholmer Nobel-Institut entdeckte chemische Element Nobelium wurde nach Nobel benannt.

Es gab in Nobels Leben noch andere Interessen. So verfasste Alfred Nobel auch ein Theaterstück „Nemsis“ eine Tragödie in vier Akten über Beatrice Cenci. Welches weniger bekannt ist. In Anlehnung an Percy Bysshe Shelleys in Versform verfasster Tragödie „The Cenci“, wurde das Stück gedruckt als er bereits im Sterben lag. der gesamte Bestand wurde jedoch gleich nach dem Tod bis auf drei Exemplare vernichtet, da man es als skandalös und blasphemisch empfand. Die erste Ausgabe wurde im Mai 2003 veröffentlicht. Das Stück ist in einer Mischung aus Schwedisch und Esperanto verfasst. Es wurde bis jetzt in keine andere Sprachen übersetzt.

Bekannt ist Alfed Nobel durch seine jährlich gesifteten Preise an Wissenschaftler und Literaten.  Da er Kinderlos blieb, veranlasste er, dass mit seinem Vermögen von etwa 31.2 Mio. Kronen eine Stiftung gegründet werden sollte. EIn Jahr vor seinem Tod setzte er in Anwesenhei einiger Freunde, aber ohne Anwalt, sein Testament auf. Den grössten Teil seines Vermögens führte er der Stiftung zu:

„Das Kapital, vom Testamtentsvollstrecker in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zuerteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigsten Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Vorzüglichste in idealer Richtung geschaffen hat; und ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat.“

Weiterhin hiess es:

„Es ist mein ausdrücklicher Wille, dass bei der Preisverleihung keine Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu irgendeiner Nation genommen wird, so dass der Würdigste den Preis erhält.“ Nobel legte auch fest, wer für die Vergabe der Preise zuständig sein sollte: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt die Auszeichnungen für Physik und Chemie, das Karolinska Institut den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin und die Schwedische Akademie den für Literatur. Während es sich bei diesen Institutionen um wissenschaftliche handelt, ist für die Vergabe des Friedensnobelpreises eine vom norwegischen Parlament bestimmte Kommission, das Norwegische Nobelpreiskomitee, zuständig. 

 Die Gründung der Nobel-Stiftung erfolgte 1900. Im Jahr darauf, an Nobels fünftem Todestag, wurden die Nobelpreise erstmals verliehen.

 Quelle: WIkipedia

 

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Eine Antwort

  1. […] Nobel-Stiftung wurde von Alfred Nobel, einem mit der Herstellung von Dynamit – „Nobels Sicherheitspulver“ – reich […]

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