Vorfrühling

Hofmannsthal, Hugo von (1874-1929)

Vorfrühling

 

Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.

Er hat sich gewiegt,
wo Weinen war,
und hat sich geschmiegt
in zerrüttetes Haar.

Er schüttelte nieder
Akazienblüten
und kühlte die Glieder,
die atmend glühten.

Lippen im Lachen
hat er berührt,
die weichen und wachen
Fluren durchspürt.

Er glitt durch die Flöte
als schluchzender Schrei,
an dämmernder Röte
flog er vorbei.

Er flog mit Schweigen
durch flüsternde Zimmer
und löschte im Neigen
der Ampel Schimmer.

Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.

Durch die glatten
kahlen Alleen
treibt sein Wehn
blasse Schatten

und den Duft,
den er gebracht,
von wo er gekommen
seit gestern Nacht.

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Am Vorabend von Rosens Geburtstag

Lauschend am Fenster sitzt der Poet.-
Draußen die Blumen und Pflänzchen
Halten ihr Abendkränzchen
Auf dem Gartenbeet.

Der Mond in Silberlivree,
Leise geschäftig,
Kredenzt den Tau, den Blütentee,
anregend und kräftig.

Und von Kelch zu Kelch
Geht ein Geflüster:
Also morgrarunkelroschenen ist er !

Frau Ehrenpreis:        Ja, morgen feiert sie,
                          Ihren werten Ersprießungstag-

Taubnessel
(mit dem Hörrohr):   Hä, was? Hä, welche ?

Frau Ehrenpreis
        (lauter):         — Drüben im Garten, die schöne
                                   Frau Rose

Taubnessel:          Ah ! mit den zwei Knospen die !

Frau Ehrenpreis:    — die tadel- und dornenlose —

Distel (für sich):      Wer’s glauben mag !

Frau Ehrenpreis:      – von Duft und Glanz umwoben. 

Distel:                     Man weiß, man weiß !
                        Die gute Frau Ehrenpreis
                        Muß immer loben.
                        Und doch hat unser Röschen , das feine,
                        Allerlei kleine
                        Grillen und Räupchen
                        Unter dem zierlichen Häubchen.

Gänseblümchen:     Oh, wie reizend !

Distel:                     Bald steht sie da so mildiglich
                        Und senkt die Blätter,
                        Bald rüttelt, schüttelt und spreizt sie sich,
                        Je nach dem Wetter.

Gänseblümchen:     Oh, wie reizend !

Klatschrose:           Ja, reizend, ganz recht !
                        Und dann dieser Musenknecht,
                        Dieser Dichter

Distel:                     Der Versetrichter

Klatschrose:           – mit den langen Locken

Distel:                     – mit dem Loch im Socken.

Gänseblümchen:      Oh, wie reizend ! 

Klatschrose:            Alltäglich kläglich mit Gefühl
                               in ihrer Nähe
                               Entlockt er seinem Saitenspiel
                               Lieblich Getön
                               Und singt so schön

Distel:                     – wie  ’ne Mantelkrähe.

Klatschrose:           Zum Beispiel, noch gestern

Lilie (sanft):            Geliebte Schwestern !

Frau Ehrenpreis:     Ihr Muster der Milde !
                              Ihr Tugendgebilde !

Lilie:                      Wen sollte der festliche Tag nicht rühren !
                              Ich denke doch
Levkoje,
Tulpe,
Päonie,
Flox usw:               Ja, ja , wir alle gratulieren !!

Frau Ehrenpreis:     Ein Schöngeist blüht in unserer Mitte,
                              Ein hochgeschickter
                              Fräulein Federnelke

Federnelke:            Oh, bitte !

Distel (für sich):      Blaustrumpf, verrückter !

Frau Ehrenpreis:     — Federnelke, die wundersame,
                              So lautet ihr holder botanischer Name .
                              Vielleicht läßt sie sich freundlich erweichen
                              Und schreibt und dichtet ein Billett,
                              Duftend, geistvoll und nett.
                              Das möge dann die dienende Biene,
                              Unsere süße, geflügelte Schleckerkathrine,
                              Hinschwebend im frühesten Morgenwind.
                              Dem hohen Geburtstagskind
                              Ehrfurchtsvoll sumsend überreichen.

Gänseblümchen:      Oh, wie reizend !

Federnelke
(schreibt und liest):  „Veredelte Rose und Nachbarin !
                              Nehmet dies Brieflein gnädig hin,
                              Sintemalen dasselbe geschrieben
                              Von allerlei Pflanzen, welche euch lieben.
                              Verleihe der Himmel Euer Gnaden
                              Beständig ein sanftes Sonnenlicht
                              Und frischen Tau und meinetwegen
                              Auch hie und da ein wenig Regen,
                              Nur Sturmwind nicht,
                              Denn dieser tut der Schönheit schaden.
                              Ergebenst mit Herz und Honigmund
                              Das Blumenkränzchen: Tugendbund.

Gänseblümchen:     Oh, wie reizend !

Federnelke:            Ich denke, es macht sich so !

Alle:                      Bravo bravissimo !

Mond:                   Noch ’n Täßchen Tee gefällig ?

Levkoje:               Ich trank schon drei.

Flox:                     Ich fünf.

Tulpe:                   Ich acht.

Päonie:                 Mein Mieder kracht !

Alle:                     Gute Nacht, gute Nacht !

Die Blumen nicken,

der Mond geht unter.

Der Poet, nachdem er noch einen Blick

in die Nacht hinausgebohrt,

schließt leise das Fenster.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Aus Grossvaters Archiv: Eine Glocke für die Katz

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Mein Liebeslied


Mein Liebeslied

(Sascha, dem himmlischen Königssohn)


Auf deinen Wangen liegen

goldene Tauben.

Aber dein Herz ist ein Wirbelwind,

dein Blut rauscht, wie mein Blut –

Süss an Himbeersträuchern vorbei.

O, ich denke an dich –

Die Nacht fragt nur.

Niemand kann so schön

mit deinen Händen spielen,

Schlösser bauen, wie ich

aus Goldfinger;

Burgen mit hohen Türmen!

Strandräuber sind wir dann.

Wenn du da bist,

bin ich immer  reich.

Wenn nimmst du mich zu dir,

ich sehe dein Herz sternen.

Schillernde Eidechsen

sind dein Geweide.

Du bist ganz aus Gold –

alle Lippen halten den Atem an.

Else Laske-Schüler

Aus Grossvaters Archiv: Adolar der verrückte Hund

adolar-der-verruckte-hund-11

Mein Grossvater sammelte mit Leidenschaft alles mögliche. Darunter auch lustige Comics und Karikaturen aus verschiedenen Zeitungen.  Diese schnitt er feinsäuberlich aus und klebte sie auf ein Stück Karton.

Kürzlich wurden mir diese lustigen Teile von meiner Mutter zur Verfügung gestellt. Ich fotografierte sie und will sie zur allgemeiner Erheiterung zwischendurch auf meinem Blog stellen. So sieht man, wie der Humor vor einigen Jahrzehnten so rübergekommen ist.

Ich eröffne diesen humorigen Reigen mit „Adolar dem verrückten Hund“:

 

adolar-der-verruckte-hund-2

 

adolar-der-verruckte-hund-31

Happy Valentine

ein-herz-voller-liebe

Lass in die Tiefen der

Sinnlichkeit

uns glühende Leidenschaft stillen!
In undurchdrungenen Zauberhüllen
sei jedes Wunder gleich bereit!

Johann Wolfgang von Goethe

Freitag der 13te

Warum haben immer viele Menschen Angst vor einem Freitag den 13. Ist es einfach Aberglaube oder was steckt dahinter. Hier ein paar aufschlussreiche Infos aus Wikipedia:

 Freitag den 13.

Der Freitag der 13. gilt im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren. Der Wochentag als Jesu Todestag und die 13 als Unglückszahl (siehe Triskaidekaphobie) stammen aus christlicher Tradition.

Die krankhafte Angst vor einem Freitag dem 13. wird Paraskavedekatriaphobie genannt. Dieses Phänomen kann im Einzelfall so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag den Dreizehnten nicht aus dem Bett trauen.

Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an einem Freitag den 6. oder 20

 

Häufigkeit

Jedes Jahr hat mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen.

  • Der kürzeste Abstand zwischen zwei Freitagen den 13. beträgt nur vier Wochen. Dies ist immer der Fall wenn der 13. Februar ein Freitag ist, und der Februar nur 28 Tage lang ist. Dann ist bereits im folgenden März wieder Freitag der 13. Zuletzt war dies 1998 der Fall, das nächste Mal wird es im Jahr 2009 sein.
  • Der längste Abstand zwischen zwei Freitagen den 13. beträgt 14 Monate oder genau 61 Wochen. Dieser Fall tritt ein, wenn der 13. Juli ein Freitag ist und das folgende Jahr ein Gemeinjahr ist. Dann ist erst der 13. September des Folgejahres wieder ein Freitag der 13. Letztmalig war dies Juli 2001/September 2002 der Fall.
  • Eine Pause von ebenfalls 14 Monaten (61 Wochen) zwischen zwei Freitagen den 13. erfolgt auch, wenn der 13. August ein Freitag ist, und das folgende Jahr ein Schaltjahr ist. Dann kommt es erst wieder im Oktober des Folgejahres zu einem Freitag den 13. Letztmalig war dies August 1999/Oktober 2000 der Fall.

Der gregorianische Kalender wiederholt sich wegen der Schaltjahrregeln alle 400 Jahre, was genau 20.871 Wochen entspricht. Dabei fallen die meisten Dreizehnten auf einen Freitag. Allerdings tritt die gleiche Häufigkeit mehrfach auf. Am seltensten kommt Mittwoch, der 31. vor, nur 398-mal in 400 Jahren. In der folgenden Tabelle sind die Häufigkeiten aller Kombinationen aufgeführt.

Monatstag

 

So

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

 

 

                           

1

8

15

22

 

688

684

687

685

685

687

684

 

4800

2

9

16

23

 

684

688

684

687

685

685

687

 

4800

3

10

17

24

 

687

684

688

684

687

685

685

 

4800

4

11

18

25

 

685

687

684

688

684

687

685

 

4800

5

12

19

26

 

685

685

687

684

688

684

687

 

4800

6

13

20

27

 

687

685

685

687

684

688

684

 

4800

7

14

21

28

 

684

687

685

685

687

684

688

 

4800

 

 

 

29

 

644

641

644

642

642

643

641

 

4497

 

 

 

30

 

627

631

626

631

627

629

629

 

4400

 

 

 

31

 

400

399

401

398

402

399

401

 

2800

Die folgende Tabelle führt am Beispiel der Jahre 2001 bis 2028 all die Monate auf, an denen der 13. ein Freitag ist. Diese Abfolge wiederholt sich alle 28 Jahre von 1901 bis 2099.

2001 2007   2018   April, Juli
2002   2013 2019 2024 September, Dezember
2003 2008 2014   2025 Juni
      2020   März, November
  2009 2015   2026 Februar, März, November
2004         Februar, August
  2010   2021 2027 August
2005 2011 2016 2022   Mai
        2028 Oktober
2006   2017 2023   Januar, Oktober
  2012       Januar, April, Juli

In der Tat gilt auch umgekehrt, dass Freitage auf keinen anderen Monatstag häufiger fallen als auf einen 13ten. Von den 20871 Freitagen einer 400-Jahres-Periode fallen auf die 31 Monatstage:

01: 687 02: 685 03: 685 04: 687 05: 684 06: 688 07: 684 08: 687
09: 685 10: 685 11: 687 12: 684 13: 688 14: 684 15: 687 16: 685
17: 685 18: 687 19: 684 20: 688 21: 684 22: 687 23: 685 24: 685
25: 687 26: 684 27: 688 28: 684 29: 643 30: 629 31: 399  

 

Ursprung des Aberglaubens

Zwei Unglückssymbole an einem Tag

Es gibt viele Deutungsversuche für diesen Volksaberglauben. Einer davon beruht auf der Tatsache, dass die Dreizehn und der Freitag jeweils einzeln schon seit langem als Unglückssymbole gelten. Es ist anzunehmen, dass abergläubische Menschen an Tagen, die gleichzeitig Freitage und Dreizehnte waren, schon immer besonders großes Unglück befürchteten. Später verbreitete sich der Aberglauben derart, dass heutzutage sogar Leute an den Freitag den 13. glauben, die weder mit Freitagen noch mit der Zahl Dreizehn im einzelnen ein Problem gehabt hätten.

Die „Unglückszahl“ 13

Die 13 überschreitet das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst (restlos) teilbar. Das verleiht ihr schon eine besondere Bedeutung. In der Bibel hat die 12 eine harmonische Wirkung, beim Abendmahl hingegen waren 13 Personen anwesend. Die Aussage, der 13. sei der Verräter Judas gewesen – aus logischen Gesichtspunkten unhaltbar -, wird aber in diesem Zusammenhang gerne verwendet. Lange hieß die 13 im deutschen Volksmund das „Dutzend des Teufels“. Nicht überall ist die Zahl aber ein Symbol für Unglück. In der jüdischen Tradition ist die 13 eine Glückszahl und ein Symbol Gottes, weil sie über der Zwölf steht. Bei den Japanern gilt die 13 ebenfalls als Glückszahl.

Der „Schwarze“ Freitag

Der schlechte Ruf eines Freitags hat ebenfalls einen religiösen Hintergrund. Nach der christlichen Überlieferung wurde Jesus an einem Freitag gekreuzigt, auch Adam und Eva sollen an einem Freitag von den ihnen verbotenen Früchten des Baum der Erkenntnis gekostet haben. Noch 1930 galt aber etwa im protestantischen Norden Deutschlands der Freitag als Glückstag und besonders guter Termin zum Heiraten. In der Mitte und im katholischen Süden Deutschlands glaubte man hingegen eher an die Unglück verheißende Wirkung dieses Wochentags.

Eine weitere häufige Behauptung ist die, dass der Black Friday an der Legende um den Freitag den 13. mitgewirkt haben soll. Dem widerspricht jedoch die Tatsache, das der amerikanische Börsenkrach von 1929 bereits an einem Donnerstag begann. Im allgemeinen Bewusstsein verknüpfte sich der Börsenkrach aber später mit dem Freitag, weil es zur damaligen Zeit in den USA aufgrund der Zeitverschiebung in Europa bereits Freitag war.

Der „Freitag der 13.“ in der Geschichte

Eines der ersten bezeugten „Unglücksereignisse“, die auf einen Freitag den 13. fielen, war die am 13. Oktober 1307 vom französischen König Philipp IV. befohlene Verhaftung aller Mitglieder des Templerordens (Tempelritter). Schon Tage zuvor wurden an alle „Dienststellen“ des Landes versiegelte Umschläge mit den Haftbefehlen versandt. Diese durften erst am Freitag, dem 13. Oktober 1307 geöffnet und ausgeführt werden. Dieses landesweit am gleichen Tag ausgeführte polizeiliche Kommandounternehmen war das erste bekannte seiner Art in der Geschichte, was letztlich auch zur fast völligen Auslöschung des Templerordens führte. Trotz der Tragik dieses Ereignisses wird es nicht als Ursprung für den Aberglauben um den Freitag den 13. gewertet.

wischen 1307 und 1907 fehlt es bisher an schriftlichen Erwähnungen des Freitags des 13. als Unglückstag. Im Online-Archiv der New York Times findet sich keine Erwähnung von Friday the 13th vor 1907.

Der Amerikaner Thomas William Lawson, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Börsenspekulationen zum Multimillionär geworden war, schrieb 1907 den Börsenroman Friday the 13th, der in Deutschland noch im gleichen Jahr als Freitag der 13. erschien. Thomas W. Lawson kann damit als der Erfinder des Schreckenstermins gesehen werden.

In Deutschland vergrößerte sich der Bekanntheitsgrad des neuen Unglückstages bei weitem, als 1916 der Film Freitag der 13. des Regisseurs Richard Oswald in die Kinos kam, der von einer Familie handelte, deren Mitglieder immer an diesem Datum starben.

Der Aberglauben wurde durch die 1944 in den deutschen Kinos gelaufene Komödie Freitag der 13. des Regisseurs Erich Engels weiter genährt.

Dem Volkskundler Stephan Bachter zufolge beruhe die große Popularität und die Annahme, dass dieser Glaube schon sehr alt sei, nur auf falschen Medienberichten, in denen die Beinahekatastrophe der Apollo-13-Mission oder der Börsenkrach (Schwarzer Freitag) diesem Unglücksboten zugewiesen wurde. Er führt den Aberglauben auf das „sechste und siebente Buch Mosis“ in der Fassung des Braunschweiger Planet-Verlages von 1949/50 zurück. Dort wird vor Unternehmungen an einem Freitag, dem 13. gewarnt. Vorher sei diese Verbindung völlig unbekannt gewesen. Dieses Buch war allerdings viel zu spät erschienen, um der Ursprung sein zu können.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts tauchte das umstrittene Gerücht auf, „Freitag der 13.“ sei in Deutschland erst 1957 durch eine Glosse von Thilo Koch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Begriff geworden.

Quelle: wikipedia

 

Für alle die abergläubisch sind hier ein natürliches Hufeisen. Es soll Glück bringen und dem vemeintlichen Unglück entgegenhalten.

glucksbringer