Monatskalender – August 2009

Kalender Monat August 2009

August


Wie arg es zugeht auf der Welt,
wird auf Kongressen festgestellt.
Man trinkt, man tanzt, man redet froh,
und alles bleibt beim status quo.

Erich Mühsam, 1913

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Bundesbrief von 1291

Im Gottes Namen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde.— Darum haben alle Leute der Talschaft Uri, die Gesamtheit des Tales Schwyz und die Gemeinde der Leute der unteren Talschaft von Unterwalden im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb ihrer Täler und ausserhalb nach ihrem ganzen Vermögen zugesagt gegen alle und jeden, die ihnen oder jemand aus ihnen Gewalt oder Unrecht an Leib oder Gut antun. — Und auf jeden Fall hat jede Gemeinde der andern Beistand auf eigene Kosten zur Abwehr und Vergeltung von böswilligem Angriff und Unrecht eidlich gelobt in Erneuerung des alten, eidlich bekräftigten Bundes, — jedoch in der Weise, dass jeder nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll. — Wir haben auch einhellig gelobt und festgesetzt, dass wir in den Tälern durchaus keinen Richter, der das Amt irgendwie um Geld oder Geldeswert erworben hat oder nicht unser Einwohner oder Landmann ist, annehmen sollen. — Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten. — Vor allem ist bestimmt, dass, wer einen andern böswillig, ohne Schuld, tötet, wenn er nicht seine Unschuld erweisen kann, darum sein Leben verlieren soll und, falls er entwichen ist, niemals zurückkehren darf. Wer ihn aufnimmt und schützt, ist aus dem Land zu verweisen, bis ihn die Eidgenossen zurückrufen. — Schädigt einer einen Eidgenossen durch Brand, so darf er nimmermehr als Landmann geachtet werden, und wer ihn in den Tälern hegt und schützt, ist dem Geschädigten ersatzpflichtig. — Wer einen der Eidgenossen beraubt oder irgendwie schädigt, dessen Gut in den Tälern soll für den Schadenersatz haften. — Niemand soll einen andern, ausser einen anerkannten Schuldner oder Bürgen, pfänden und auch dann nur mit Erlaubnis seines Richters. — Im übrigen soll jeder seinem Richter gehorchen und, wo nötig, den Richter im Tal, vor dem er zu antworten hat, bezeichnen. — Gehorcht einer dem Gericht nicht und es kommt ein Eidgenosse dadurch zu Schaden, so habe alle andern jenen zur Genugtuung anzuhalten. — Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. — Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben.

Der Bundesbrief


Zu Urkund dessen ist auf Verlangen der Vorgenannten diese Urkunde gefertigt und mit den Siegeln der drei vorgenannten Gemeinden und Täler bekräftigt worden. Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.

Woher stammt die Schweizer Flagge

 

Schweizer Flagge

 

Der Nationalfeiertag der Schweiz, welcher jeweils am 1. August gefeiert wird, naht in riesen Schritten.

Ein Grund sich mal über unsere Schweizerflagge Gedanken zu machen und woher das Schweizerkreuz stammt.

Entstehung der Schweizerischen Flagge

Die Flagge oder Fahne eines Landes ist mehr als nur alltagspraktisches Landeskennzeichen. Sie symbolisiert das Land und sein Volk und ist dadurch emotional wichtig – zumindest bei Leuten, für die Volk und Heimat wichtige Werte darstellen. Auch die Farbgebung des Wappens, seine Symbolik bzw. das Wappentier – im Falle der Schweiz das Schweizerkreuz führen unweigerlich zu bewussten oder unbewussten Assoziationen und haben so eine enge Wechselwirkung mit dem nationalen Selbstverständnis.

Früher wurde die Flagge als Banner vor allem im Krieg als Feldzeichen mitgeführt. Sie genoss beinahe religiöse Verehrung. Bis heute hat die Flagge (nicht nur in der Schweiz) einen hohen emotionalen Stellenwert behalten, was sich etwa an Sportveranstaltungen schön beobachten lässt.

Woher kommt das Schweizerkreuz?

Obwohl die alten Eidgenossen nicht unter einer einheitlichen Schweizerfahne ins Feld zogen, sondern mit den Fahnen der Kantone, geht das Schweizerkreuz auf die Zeit der alten Eidgenossenschaft (Spätmittelalter) zurück. Im 13. Jahrhundert führte der Deutsche Kaiser eine Fahne mit dem Kreuz als heiliges Zeichen mit sich in den Krieg. Daneben führte er auch eine blutrote Fahne als Zeichen seiner Macht über Leben und Tod. Das Recht, solche Fahnen zu führen, wurde gelegentlich als besondere Auszeichnung an einzelne Städte oder Talschaften verliehen. So führen u.a. die Grafen von Savoyen, die Stadt Wien aber auch die skandinavischen Staaten und Grossbritannien ein Kreuz in ihren Wappen bzw. Flaggen. Oft war das Recht zum Führen des Kreuzes in der Fahne mit anderen Privilegien, z.B. der Reichsunmittelbarkeit [direkte Unterstellung unter die kaiserliche Gerichtsbarkeit, ohne Grafen] verbunden.

So führten die Schwyzer, deren Namen auch auf die Schweizerische Eidgenossenschaft als Ganzes übergegangen ist, 1240 reichsfrei geworden, seit der Mitte des 13. Jahrhunderts eine rote Fahne mit sich (noch ohne das weisse Kreuz). 1289 unterstüzten sie König Rudolf von Habsburg auf einem Kriegszug gegen Burgund und erhielten als Anerkennung das Recht, im roten Feld die Kreuzigung Christi und die Folterwerkzeuge darzustellen. Ursprünglich malte man dieses auch „heilig Rych“ genannte Symbol auf Pergament und heftete es ans Banner. Erst später wurde das Kreuzsymbol direkt auf den Stoff gemalt.

Je grösser die alte Eidgenossenschaft wurde, desto mehr stellte sich das Problem, dass die uneinheitlich gekleideten und unter ihren Kantonsfahnen ins Feld ziehenden eidgenössischen Soldaten sich gegenseitig erkennen konnten. In Beschreibungen der Schlacht von Laupen (1339) sind erstmals Kreuze aus weissen Stoffstreifen bezeugt, die als gemeinsames eidgenössisches Erkennungszeichen auf Brust, Rücken, Schultern, Arme, Beine, Hüte oder Waffen geheftet wurden. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das weisse Kreuz in die Fahnen der Kantone integriert. Auch in der Schweiz wurde das Kreuz ursprünglich meist bis zum Rand der Fahne durchgezogen, wie heute noch in den skandinavischen Flaggen.

 

Die Trikolore der Helvetischen Republik: eine kurze Episode

 Inspiriert von der französischen Revolution erhoben sich Liberale in der Westschweiz, besonders im Kanton Waadt gegen die Herrschaft Berns und verlangten demokratische Selbstbestimmungsrechte. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, riefen sie die Franzosen zu Hilfe. Diese besetzten die Schweiz militärisch und garantierten als Schutzmacht gegen die konservativen Kräfte die revolutionäre zentralistische Verfassung unter dem Namen Helvetische Republik. Entsprechend der revolutionären Mode erhielt die Helvetische Republik auch eine Trikolore, das heisst eine Flagge in drei Farben:

  • Grün (die Farbe der Natur (Landschaftssakralisierung!), der Freiheit bzw. der Revolution), mit einem kleinen Freiheitshut (federgeschmückter Tellenhut, symbolisiert die durch die Helvetische Revolution wiedergefundene Freiheit und nationale Einheit. Der Freiheitshut zierte zahllose Freiheitsbäume.)
  • Rot traditionelle Farbe in vielen Schweizer Kantonswappen
  • Gelb traditionelle Farbe

 

Das Schweizerkreuz als nationales Symbol

Nach dem Sturz des französischen Militärdiktators Napoleon gewannen die konservativen Kräfte in der Schweiz wieder die Oberhand und versuchten das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Mit der Restauration von 1815 kehrte man nicht bloss zu alten politischen Institutionen, sondern auch zu deren Symbolen zurück. Dem Revolutionsgrün von 1798 hielten einzig die 1803 durch die Mediationsverfassung neu geschaffenen Kantone St. Gallen, Waadt, Thurgau sowie der 1815 als Teil der Schweiz anerkannte Kanton Neuenburg in ihren Wappen die Treue. Wilhelm Tell, damals als Revolutionär begriffen, musste als Symbol vom Staatssiegel weichen, er wurde durch das weisse Schweizerkreuz auf rotem Schild ersetzt.

Ebenfalls 1815 schuf man die ersten eidgenössischen Batallionsfahnen mit Schweizerkreuz, diese genossen aber in der extrem föderalistischen Stimmung des frühen 19. Jahrhunderts keine grosse Akzeptanz. Schon bald lebte der alte Brauch der an den uneinheitlichen Uniformen befestigten Stoffstreifen in neuer Form wieder auf: als rote Armbinde mit weissem Kreuz. Diese Armbinde wurde erst zu Beginn des Ersten Weltkrieges (1914) abgeschafft.

Nach der französischen Julirevolution von 1830 setzte auch in der Schweiz eine Regeneration fortschrittlich-liberaler Werte ein, man diskutierte eine Stärkung der zentralen Institutionen und das Modell des Bundesstaates. Es erstaunt deshalb nicht, dass in den 1830’er Jahren auch die Frage einer einheitlichen Fahne für die Schweizer Armee heftig diskutiert und 1840 durch einen knappen Mehrheitsbeschluss der Tagsatzung [Konferenz der Kantonsregierungen, vor 1848 gab es mit Ausnahme der Helvetik 1798-1802 keine gesamtschweizerische Regierung!] positiv entschieden wurde. Massgeblich an dieser Neuerung war der spätere General Dufour beteiligt, der 1847 im Sonderbundskrieg die eidgenössischen Truppen gegen die Aufständischen führte. Die einheitliche Schweizerfahne nahm damit die Stärkung der überkantonalen nationalen Identität und der zentralen Institutionen des Bundesstaates von 1848 voraus und setzte sich seither als nationales Symbol nach und nach auch in der konservativ – föderalistisch gesinnten Zentralschweiz durch.

Quelle: http://www.geschichte-schweiz.ch/schweizer-flagge-schweizerkreuz.html

 

Der Sommerfaden

Sommerfaden 

 

 

Der Sommerfaden

 

Da fliegt, als wir im Felde gehen,
Ein Sommerfaden über Land,
Ein leicht und licht Gespinst der Feen,
Und knüpft von mir zu ihr ein Band.
Ich nehm‘ ihn für ein günstig Zeichen,
Ein Zeichen, wie die Lieb‘ es braucht.
O Hoffnungen der Hoffnungsreichen,
Aus Duft gewebt, von Luft zerhaucht! 

Ludwig Uhland 1787-1847

Rosa Hortensie

Rosa HortensienRosa Hortensie


Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch,

daß es sich sammelte in diesen Dolden?

Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,

entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.

Daß sie für solches Rosa nichts verlangen.

Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?

Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,

wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?

Hordensien

Oder vielleicht auch geben sie es preis,

damit es nie erführe vom Verblühn.

Doch unter diesem Rosa hat ein Grün

gehorcht, das jetzt verwelkt und alles weiß.Ein schöner Wochenstart

Rainer Maria Rilke

Aus Grossvaters Archiv: Die treusorgende Gattin beschliesst Campingurlaub

Die Treusorgende Gattin beschliesst Campingferien

Ein Geeschenk ist

Sonnenblume mit Glückskäfer

wenn an einem grauen Sommersonntagvormittag beim Fotografieren einer Sonnenblume ein Glückskäfer vor die Linse fliegt.

So etwas nennt man auch Glück und Glück ist ein Geschenk – es ist nicht käuflich sondern fliegt einem zu, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.