Monatskalender 2009 – Oktober

Kalender Monat Oktober 2009

Oktober


Zum Herbstmanöver rücken an
der Landwehr- und Reservemann.
Es drückt der Helm, es schmerzt das Bein.
O welche Lust, Soldat zu sein!

Erich Mühsam, 1913

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser


Wenn das Diamanten wären
Vom Himmel kommt es.
Zum Himmel steigt es.
Und wieder nieder
zur Erde muss es.
Ewig wechselnd.
Seele des Menschen,
wie gleichst Du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
wie gleichst Du dem Wind!

(JohannWassertropfen bewohnen ein Lotusblatt Wolfgang von Goethe)


WASSER! Du hast weder Geschmack, noch Farbe noch Aroma.
Man kann Dich nicht beschreiben.
Man schmeckt Dich ohne Dich zukennen.
Es ist nicht so, daß man Dich zum Leben braucht:
Du bist das Leben!

(Antoine de Saint-Exupéry)


Aus Grossvaters Archiv: Orthographiefehlerinterpretation einer Sekretärin

Orthographiefehler sind Interpretationssache

Aus Grossvaters Archiv: Wenn Frau einparkt

Wenn Frau einparkt

Die Schweiz – das Land der Nobelpreisträger

Man glaubt es kaum. Die Schweiz stellt gemessen der Anzahl Bevölkerung am meisten Nobelpreisträger der Welt! In keinem anderen Land der Welt wurde laut swissinfo in der Vergangenheit der Nobelpreis häufiger vergeben. Seit 1901 durften 24 Schweizer Bürger die höchste wissenschaftliche Auszeichnung entgegennehmen.

In kein anderes Land wurde in der Vergangenheit der Nobelpreis häufiger vergeben als in die Schweiz – gemessen an der Bevölkerungszahl. Bisher durften seit 1901 24 Schweizer Bürger die höchste wissenschaftliche Auszeichnung entgegennehmen. Zufall?

Das Phänomen liefert oft und gerne den Stoff für 1. August- Reden, die Osec, die im Auftrag des Bundes die schweizerische Aussenwirtschaft fördert, wirbt damit für den Standort Schweiz: Kein anderes Land auf der Welt zählt pro Kopf der Bevölkerung derart viele Nobelpreisträger wie die Schweiz.

Eine Statistik der Lausanner Kaderschmiede IMD etwa ordnet der Schweiz 1,111 Nobelpreise pro Million Einwohner zu. Gezählt wurden die Auszeichnungen in Physik, Chemie, Medizin und Wirtschaft, die zwischen 1950 bis 2001 vergeben wurden.

Dem gegenüber beträgt dieser „Nobel-Faktor“ für Grossbritannien bloss 0,840, für die USA 0,713, für Deutschland noch 0,341, und Frankreich bringt es lediglich auf 0,187 Nobelpreise pro Million Einwohner.

Wann ist es ein „Schweizer“ Nobelpreis?

Aber das ist bloss eine Statistik unter vielen. Denn der Begriff „Schweizer Nobelpreisträger“ ist sehr unscharf. Ist ein Laureat oder eine Preisträgerin „schweizerisch“, wenn er oder sie in der Schweiz lebt und forscht oder geboren wurde. Oder zählt allein das Bürgerrecht?

Wie steht es mit den Preisträgern, die zwar den Schweizer Pass besitzen, jedoch nie hier gelebt und gewirkt haben? Und dann gab es – vor allem in kriegerischen Zeiten – kluge Köpfe, die nicht ganz freiwillig in die Schweiz umsiedelten und hier das Bürgerrecht erhielten – oder auch nicht. Es gibt also viele Methoden, „Schweizer“ Nobelpreisträger zu zählen.

24 waschechte und 3 Grenzfälle

Der Wissenschafts-Historiker Roland Müller widmet sich der Frage auf seiner Website. Müller lässt in erster Linie als „Schweizer“ Nobelpreisträger die 24 Laureaten gelten, die zur Zeit der Preisverleihung tatsächlich im Besitz des Schweizer Bürgerrechts waren.

Als Grenzfall gilt etwa der Physiker Paul Dirac, der zwar zeitlebens in England und den USA zu Hause war, jedoch das Schweizer Bürgerrecht bei der Geburt von seinem Vater geerbt hatte. Oder Wolfgang Pauli, ebenfalls Physiker, der erst als Bürger von Zollikon aufgenommen wurde, nachdem er 1945 den Nobelpreis erhalten hatte.

Und auch der Physik-Nobelpreisträger des Jahres 1988 ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen: Jack Steinberger. Er wirkte ab 1968 am Kernforschungszentrum CERN in Genf und wurde im Jahr 2000 eingebürgert. Kofi Annan schliesslich, der Friedens-Nobelpreisträger von 2001, erhielt im selben Jahr auch noch das Genfer Ehrenbürgerrecht und ist seither unter anderem auch „Schweizer“.

Neun weitere Friedensnobelpreise gingen zwischen 1910 und 1981 übrigens an Organisationen, die in der Schweiz ansässig sind.

Über 100 mit Schweiz verbunden

Zudem haben 18 weitere später ausgezeichnete ausländische Forscher in der Schweiz studiert oder hier an ETH und den Universitäten Zürich, Genf und Basel als Professoren gewirkt.

Und 47 Laureaten hatten in ihrer Jugend einige Jahre an einem der zahlreichen Forschungsinstitute zwischen Genf, Bern, Rüschlikon und Basel ihre Sporen abverdient.

Insgesamt standen also über 100 Nobelpreis-Vergaben in enger Verbindung mit der Schweiz. Eine beachtliche Zahl – ist sie zufällig zustande gekommen? Ja, sagt der Aargauer Werner Arber, der in Genf und Basel wirkte und den hohen Preis 1978 für die Entdeckung der so genannten Restriktionsenzyme erhielt, die sich hinterher als wichtigstes Werkzeug der Gen- und Biotechniker erwiesen. Die Anhäufung der Nobelpreise in der Schweiz sei „wahrscheinlich ein statischer Ausrutscher“, meint er gegenüber swissinfo.

„Ein guter Nährboden“

Der Winterthurer Chemie-Nobelpreisträger Richard Ernst, der für seinen Beitrag zur Entwicklung der Magnetresonanzspektroskopie (MRI) in der Medizin 1991 ausgezeichnet wurde, ist sich da nicht so sicher. Er sieht zwei Gründe für den Nobel-Boom in der Schweiz. Erstens die Tatsache, dass sich die Schweiz aus den beiden Weltkriegen heraushalten konnte und daher viele gescheite Köpfe aus ganz Europa anlockte.

Zweitens „waren der Nährboden und das Umfeld in den vergangenen 50 Jahren überaus günstig. Das lässt sich nicht kurzfristig schaffen, das sind die Früchte einer langen Entwicklung“, sagt Ernst.

Schweizer nicht intelligenter

Die Nobelpreis-Häufung habe nichts damit zu tun, dass Schweizer besonders intelligent seien. „Andere Länder wie etwa Österreich haben vom menschlichen Potential her gesehen ähnlich gute Voraussetzungen.“

Aber Österreich leide unter einem akuten „brain drain“, kreative Köpfe seien dort ein Exportartikel. „Das ist in der Schweiz weit weniger der Fall. Im Gegenteil: Die auch in finanzieller Hinsicht guten Bedingungen ziehen ausgezeichnete Forscher aus der ganzen Welt an, neuerdings auch aus den USA.“

Zuversichtlich für die Zukunft

Daher ist Richard Ernst zuversichtlich, dass die Schweiz sich ihre Spitzenposition auf der Nobelpreis-Rangliste auch in Zukunft wird bewahren können. „Die Attraktivität für exzellente Leute ist immer noch gross, und ich bin zuversichtlich, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.“

Bei alledem räumt der Preisträger von 1991 aber auch ein, dass der Nobelpreis nicht die einzige Marke ist für ausgezeichnete Forschungsarbeit. „Viele Wissenschaftler gehen leer aus, obwohl sie die höchste Auszeichnung eigentlich verdient hätten. Da spielt oft auch Politik und ziemlich viel Glück eine Rolle.“ Ein Trost für alle Forscherinnen und Forscher, die es nicht – oder noch nicht – geschafft haben.

Ulrich Goetz, swissinfo.ch

Die 27 Nobelpreisträger (inklusive Grenzfälle)

Kurt Wüthrich, der im Jahr 2002 den letzten Nobelpreis für die Schweiz gewonnen hat, ist der siebte Schweizer Chemie-Nobelpreisträger. Und – bei grosszügiger Interpretation des Bürgerrechts – der 27. Schweizer, der einen Nobelpreis erhält. Letztmals hatte 1996 ein Schweizer die Auszeichnung erhalten: Rolf Zinkernagel für Medizin.

Zu den 27 Laureaten zählen auch Doppelbürger, sowie eingebürgerte Ausländer, die teilweise in der Liste des Nobel-Komitees unter einer anderen Nationalität geführt werden. Drei Mal ausgezeichnet wurde ferner das IKRK als Organisation.

Chemie

Vor Wüthrich bekamen laut einer Liste des Wissenschaftsrates folgende Schweizer den Chemie-Nobelpreis (mit Jahr der Verleihung): Alfred Werner (1913), Paul Karrer (1937), Leopold Ruzicka (1939, CH seit 1917), Hermann Staudinger (1953, D/CH seit 1920), Vladimir Prelog, (1975, CH seit 1959), Richard Ernst (1991).

Medizin

Neun Schweizer erhielten den Medizin-Nobelpreis: Theodor Kocher (1909), Paul H. Müller (1948), Walter Rudolf Hess (1949), Taddeusz Reichstein (1950, CH seit 1915 ), Max Theiler (1951, CH/ZA/USA) Daniel Bovet (1957), Werner Arber (1978), Edmond H. Fischer (1992), Rolf M. Zinkernagel (1996).

Physik

Sechs Schweizer wurden mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet: Charles Edouard Guillaume (1920), Albert Einstein (1921, D/CH/USA) Wolfgang Pauli (1945, A/CH/USA), Felix Bloch (1952, CH/USA), Heinrich Rohrer (1986), Karl Alexander Müller (1987).

Literatur

Schweizer Literatur-Nobelpreisträger sind Carl Spitteler (1919) und Hermann Hesse (1946, D/CH seit 1924).

Frieden

Der Friedensnobelpreis schliesslich ging zweimal in die Schweiz, an den Rotkreuz-Gründer Henry Dunant (1901) sowie an Elie Ducommun und Charles-Gilbert Gobat vom damaligen Internationalen Büro für Frieden (1902).

Friedensnobelpreise an Organisationen

Der Friedensnobelpreis ist der einzige, der auch an Institutionen vergeben werden kann. Das in Bern beheimatete Internationale Büro für Frieden erhielt den Friedensnobelpreis im Jahre 1910.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde gleich drei Mal ausgezeichnet, nämlich 1917, 1944 und 1963, damals zusammen mit der Liga der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Von den in Genf beheimateten anderen internationalen Organisationen erhielt das Internationale Nansen-Büro für Flüchtlinge den Friedenspreis 1938, das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR 1954 und 1981, und die UNO-Arbeitsorganisation ILO 1969.

Ausländische Laureaten mit Schweizer Verbindung

Einige weitere Nobelpreis-Laureaten haben Schweizer Wurzeln oder verbrachten prägende Jahre in der Schweiz, so der erste Physik-Nobelpreisträger (1901) Wilhelm Konrad Röntgen, und der Preisträger 1943, Otto Stern, beide aus Deutschland, die an der ETH Zürich wirkten. Alexander Müllers Mit-Preisträger 1987, der Deutsche Georg Bednorz, arbeitete am IBM-Forschungsinstitut Rüschlikon ZH.

1992 erhielt der Franzose Georges Charpak, seit 1959 am CERN in Genf tätig und Ehrendoktor der Universität Genf, den Physik-Nobelpreis. Der Physik-Preisträger von 1933, der Brite Adrien Maurice Dirac, hatte einen Schweizer Vater.

Die Chemie-Nobelpreisträger von 1915 und 1918, die Deutschen Richard Willstätter und Fritz Haber, starben 1942 bzw. 1934 im Schweizer Exil. Peter Debye (NL, 1936) und Richard Kuhn (D, 1938) hatten an der ETH Zürich gearbeitet.

Der australische Medizin-Nobelpreisträger von 1963, John Eccles, lebt seit Jahren im Tessin. Der in Bulgarien geborene Elias Canetti, Literaturnobelpreis 1981, verbrachte mehrere Jahre in Zürich. Der Friedensnobelpreisträger von 2001, UNO-Generalsekretär Kofi Annan, ist Ehrenbürger von Genf.
(swissinfo und Agenturen)

Detaillierte Liste nach Jahrgängen – Bereichen und Organisationen

Quelle: Wikipedia

Friedensnobelpreise an Personen

Friedensnobelpreise an Organisationen [

Der Friedensnobelpreis ist der einzige, der auch an Institutionen vergeben werden kann.

  • 1910 – Ständiges Internationales Friedensbüro
  • 1917 – IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz)
  • 1938 – Internationales Nansen-Amt für Flüchtlingsfragen (Vorgänger des UNHCR)
  • 1944 – IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz)
  • 1954 – UNHCR (UNO-Flüchtlingshochkommissariat)
  • 1963 – IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz)
  • 1969 – ILO (Internationale Arbeitsorganisation)
  • 1981 – UNHCR (UNO-Flüchtlingshochkommissariat)
  • 2007 – Intergovernmental Panel on Climate Change

Nobelpreis für Chemie

Nobelpreis für Literatur

Nobelpreis für Medizin

Nobelpreis für Physik


Die 21 Nobelpreisträgern der ETH Zürich

Die Geschichte des Nobelpreises

Die Nobel-Stiftung wurde von Alfred Nobel, einem mit der Herstellung von Dynamit – „Nobels Sicherheitspulver“ – reich gewordenen Schweden gegründet. Er verfügte testamentarisch, dass die Zinsen des in die Stiftung eingebrachten Kapitals jährlich zu fünf gleichen Teilen zugunsten hervorragender Leistungen auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Medizin, der Literatur und des Friedens einzusetzen seien. Die erste Preisverleihung fand am 10. Dezember 1901 statt.

Die Fakten könnten deutlicher kaum sein: Bis heute wurden 21 Nobelpreise an Forscher vergeben, die mit der ETH Zürich in Verbindung standen oder stehen. Einige von ihnen waren zum Zeitpunkt der Preisverleihung aktive Professoren, andere emeritiert. Eine dritte Gruppe hat an der ETH studiert.


Nobelpreisträger der ETH

1901 Physik Wilhelm Konrad Röntgen
1913 Chemie Alfred Werner
1915 Chemie Richard Willstätter
1918 Chemie Fritz Haber
1920 Physik Charles-Edouard Guillaume
1921 Physik Albert Einstein
1936 Chemie Peter Debye
1938 Chemie Richard Kuhn
1939 Chemie Leopold Ruzicka
1943 Physik Otto Stern
1945 Physik Wolfgang Pauli
1950 Medizin Tadeusz Reichstein
1952 Physik Felix Bloch
1953 Chemie Hermann Staudinger
1975 Chemie Vladimir Prelog
1978 Medizin Werner Arber
1986 Physik Heinrich Rohrer
1987 Physik Georg Bednorz/
Alexander Müller
1991 Chemie Richard Ernst
2002
Chemie
Kurt Wüthrich
Quelle: http://www.ethz.ch/about/bginfos/nobelprize

Schweizer auf Nobelpreiskurs

Zwischen 5. und 10. Oktober werden die Nobelpreisträger für dieses Jahr bekanntgegeben. Darunter könnten laut der Nachrichten Agentur Thomson Reuters auch Schweizer sein:

Heinz Fehr – Ökonom an der Universität Zürich erforscht Fairness und Kooperation beim wirtschaftlichen Entscheidungsverhalten des Menschen. Der 53-Jährige ist in diesem Bereich einer der meistzitierten Volkswirtschafter der Welt – und gilt in seinem Fach als sehr einflussreich. Fehr wurde 1956 im voralbergischen Hard geboren. Ist seit 1994 Professor für Miroökonomie an der Universität Zürich.

Mit Michael Grätzel und Bernd Giese gehören zwei weitere Schweizer Wissenschaftler zu den 25 Favoriten der diesjährigen Nobelpreise in Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft.

Laut Spezialisten Thomas Reuters, könnte Grätzel, welcher an der ETH Lausanne die Entwicklung von Farbstoff-Solazellen erforscht, den Nobelpreis für Chemie erhalten.  Er wurde erst Anfang Dezember mit dem renommierten Balzan-Preis ausgezeichnet.

Ebenfalls im Bereich Chemie könnte Bernd Gies der Universität Basel ausgezeichnet werden. Zusammen mit den US-Forschern Jacqueline Barton und Gary Schuster forscht er darüber über, wie die Erbsubstanz DNA Elektronen transportiert. Das sei wichtig für das Verständnis, wie die DANN Schäden repariere, sagte Thomson-Reuters-Spezialist David Pendlebury.

Wie der Zürcher-Tagesanzeiger schreibt sei die Wahrscheinlichkeit auf einen Preisgewinn hoch. Thomson Reuters ermittelt im Hinblick auf die Nobelpreisvergabe seit 1989 die einflussreichsten Forscher. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der 25 diesjährigen Favoriten einen Preis erhält, ist gross. Seit der Einführung gab es nur eine Ausnahme – 1993, wo seine Voraussage nicht stimmte. Ansonsten gab es jedes Jahr mindestens einen Preisträger, den Thomson Reuters schon einmal in Erwägung gezogen hatte.

Hoffen wir, dass die Voraussagen sich dieses Jahr bei allen drei erwähnten Kandidaten als richtig erweist. Für den Wissenschaftsstandort Schweiz wäre dies sehr wichtig.