Schnee

von Werner Zemp

Als ich ans Fenster trat, begann es zu schneien:

Vom Fenster aus kann ich den Garten sehen,

den Hauch versunkner Sommer fühlen,

bald werden wieder blau die Lilien blühen.

Soviel geschieht, und niemand weiss den Grund:

und dann wie Blüten sah ichs gleich Bienenschwärmen wallen

und dann wie Blüten durch die Bäume fallen

und jäh verlöschen, Stern für Stern, am Grund.

Dann nichts mehr  — nur noch abertausend Flocken,

ein schwindend All von Sternen gleichen Baus.

Wie letztes Jahr bin heftig ich erschrocken,

was je mir war, losch in der Hand mir aus.

Vielleicht lebt ich — wer weiss? zu lang allein.

O Sternenschauer jenseits aller Namen!

Wie spann noch das Nichts in einen Rahmen —

Als ich ans Fenster trat, beganns zu schneien.

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Monatskalender – Februar 2010


Februar – (röm. Februarius)

der heilige Monat der Juno Februata, der Göttin des „Liebesfiebers“ (febris), entsprechend lustvoll wurde gefeiert. Das gefiel den Kirchenmännern natürlich nicht und sie machten sich mal wieder ans Erfinden und erdichteten den „Märtyrer Valentin“, um die Göttin zu ersetzen.
Wie so oft war man sich nicht einig, die Ideen überschlugen sich und jeder hielt seine für die beste. So kommt es, dass der „Heilige Valentin“ mit mehreren, sich wiedersprechenden Biografien ausgestattet wurde.

Juno Februatas Fest, die Lupercalia, haben sich dennoch bis heute gehalten, denn Liebesfieber lässt sich nicht austreiben, schon gar nicht mit einem Märtyrer.

Quelle: www.matriarchat.net

Stille Liebe

Stille Liebe

Es gibt auch eine stille Liebe,
die leis und langsam Wurzel schlägt,
und, ob auch ohne üpp’ge Triebe,
sich warm und fest ums Herze legt.

Sie gleichet treuen Efeuranken,
so schmucklos und so immergrün,
dem Tannenbaum, der ohne Wanken,
ob Lenz und Lust vorüberfliehn.

Und solche Lieb‘ hab ich erfahren,
und dafür dank ich dir, mein Gott!
Sie soll mir lebenslang bewahren
das Herz vor allem Groll und Spott.


Clothilde v. Schwartzkoppen

Die frohe Botschaft fröhlicher Apfelbäume

Fröhlich winken sie – die geliebten Apfelbäume und übermitteln an diesem kalten, winterlich, wunderschönen, sonnigen Februarmorgen folgende Botschaft:

„Hallo! Der Frühling kommt bald! Wir haben uns schon ein schönes blühendes Frühlingskleid ausgedacht“!

Den Sommer werden wir sicher im grünen Kleide zusammen mit den reifenden Früchten  verbringen

und im Herbst freuen wir uns dann auf die roten Äpfel, welche wir dann fertig gebastelt und rot angemalt haben.“

Dann werden wir uns auf  Winter wieder entkleiden und uns zur Ruhe begeben um dir  –  wenn du an uns vorbeigehst  –  wieder fröhlich zu winken und dir neue Hoffnung zu schenken!“

Swisspoesia 19. Januar 2010

Liebe zum Nachdenken

Vielleicht liebst du die Reichen, dann liebe nicht mich, es gibt welche, die sind viel reicher als ich.

Vielleicht liebst du die Guten, dann liebe nicht mich, es gibt welche, die sind viel besser als ich.

Vielleicht liebst du die Schönen, dann liebe nicht mich, es gibt welche, die sind viel schöner als ich.

Bestimmt liebst du die Liebe, dann liebe nur mich, denn ich glaube, es gibt keinen anderen, der dich so liebt wie ich.

Quelle: Herzenssache.de

Asiatische Weisheiten zum Wochenende

Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben
Asiatische Weisheit
Darin liegt die Kunst des Redens – im Gespräch
mit Klugen, stütz dich auf Gelehrsamkeit;
mit Gelehrten, stütz dich auf die Schärfe des Arguments;
mit Scharfsinnigen, stütz dich auf unerschütterliche Gelassenheit;
mit Vornehmen, stütz dich auf die Macht mächtiger Freunde;
mit Reichen, stütz dich auf pompöse Großzügigkeit;
mit Armen, stütz dich auf die Betonung des Nützlichen;
mit Tapferen; stütz dich auf die Kühnheit in Haltung und Wort;
mit Törichten, stütz dich auf alles, was ihnen Freude macht
Chinesisches Sprichwort
Willst du über andere siegen,
dann besiege dich erst selbst.
Willst du andere beurteilen,
dann beurteile dich erst selbst.

Willst du andere erkennen,
dann erkenne dich erst selbst
Asiatische Weisheit
Bei schwierigen Prüfungen
wende dich deinem eigenen Herzen zu,
suche Zuflucht in dir selbst,
und steige mit erneuerten Kräften
wieder aus dir empor
Tibetische Weisheit
Ob du eilst oder langsam gehst,
der Weg bleibt immer der gleiche.
Chinesisches Sprichwort
Das Wissen hängt vom Studium ab,
durch Taten kommt man zur Vernunft,
Wohlstand erreicht man durch Fleiß,
der Erfolg jedoch hängt ab vom Schicksal.
unbekannt

Ein Wintergedicht

Ein Wintergedicht

Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren,
So fällt das Weiß herunter auf die Thale,
Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle,
Es glänzt das Fest den Städten aus den Thoren.

Es ist die Ruhe der Natur, des Feldes Schweigen
Ist wie des Menschen Geistigkeit, und höher zeigen
Die Unterschiede sich, dass sich zu hohem Bilde
Sich zeiget die Natur, statt mit des Frühlings Milde.

Friedrich Hölderlin