Schnee

von Werner Zemp

Als ich ans Fenster trat, begann es zu schneien:

Vom Fenster aus kann ich den Garten sehen,

den Hauch versunkner Sommer fühlen,

bald werden wieder blau die Lilien blühen.

Soviel geschieht, und niemand weiss den Grund:

und dann wie Blüten sah ichs gleich Bienenschwärmen wallen

und dann wie Blüten durch die Bäume fallen

und jäh verlöschen, Stern für Stern, am Grund.

Dann nichts mehr  — nur noch abertausend Flocken,

ein schwindend All von Sternen gleichen Baus.

Wie letztes Jahr bin heftig ich erschrocken,

was je mir war, losch in der Hand mir aus.

Vielleicht lebt ich — wer weiss? zu lang allein.

O Sternenschauer jenseits aller Namen!

Wie spann noch das Nichts in einen Rahmen —

Als ich ans Fenster trat, beganns zu schneien.

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