Monatskalender 2011 – Januar

 

 

Erich Kästner (1928)

Der Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln frieren. Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder langer.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
daß sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt vom Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

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11 Zitate und Gedichte zum Jahreswechsel 2010/11

1.

Begrüsse das neue Jahr vertrauensvoll und ohne Vorurteile,dann hast du es schon halb zum Freunde gewonnen.

Novalis

2.

Prosit Neujahr!
Ob gut oder schlecht, wird später klar,
doch bringst´s nur Gesundheit und fröhlichen Mut
und Geld genug,
dann ist´s schon gut.
Wilhelm Busch


3.

Die Zeit verrinnt, die Spinne spinnt in heimlichen Geweben. Wenn heute Nacht das Jahr beginnt, beginnt ein neues Leben.

Joachim Ringelnatz


4.

Das alte Faß ist ausgetrunken
der Himmel steckt ein neues an,
wie mancher ist vom Stuhl gesunken,
der nun nicht mit uns trinken kann.
Doch ihr, die ihr wie wir beim Alten
mit so viel Ehren ausgehalten,
geschwind die alten Gläser leer
und setzt euch zu den Neuen her!
Georg Christoph Lichtenberg


5.

Jeder hat Grund, den Beginn des neuen Jahres zu feiern. Er hat ja das alte überlebt.

Lothar Schmidt


6.

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg


7.

Champagner ist der einzige Wein, der eine Frau noch schöner macht, nachdem sie ihn getrunken hat.

(Jeanne Antoinette Poisson de Pompadour (1721-1764), frz. Adelige, Maitresse Ludwig XV., Förderin d. Wissenschaft u.d. Künste, die am 29.12.1721, also heute genau vor 289 Jahren, geboren wurde.)


8.

Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.

Henry Ford


9.

Schon wieder Neujahr. Dabei hätte das alte Jahr noch für Monate gereicht.

Unbekannt

10.

Gefriert’s an Silvester zu Berg und Tal,/ geschieht es dies Jahr zum letzten Mal.

Unbekannt

11.

Unsere Silvesterbilanz darf nicht vergessen, auch alle diejenigen Dinge in Rechnung zu stellen, die uns im abgelaufenen Jahr ebenso mißlingen konnten. Das Erreichte wird erst vor dem Hintergrund des Gefährdeten richtig bewertet.
Sigmund Graff (1898-1979), dt. Schriftsteller u. Bühnenautor





Ein Wintergedicht für die letzte Woche im Jahr 2010

Wintergedicht

Unendlich dehnt sie sich, die weisse Fläche,
Bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
Die muntern Pulse stockten längst, die Bäche,
Es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eis,
Erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab,
Und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
So gräbt er, glaub ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend,
Wirft einen letzten Blick aufs öde Land,
Doch, gähnend auf dem Thron des Lebens sitzend,
Trotzt ihr der Tod im weissen Festgewand.

Friedrich Hebbel 1813-1863

Frau Holle’s Weihnachtsgeschenk 2010: Weisse Weihnachten

Wie von den Meteorologen versprochen und noch etwas früher, hat es in der Region Zürich um 10 Uhr leise zu schneien begonnen.

Offenbar hat das Christkind den Wunsch vieler Nostalgiker entsprochen und Frau Holle gebeten, die Kissen richtig zu fürs Weihnachtsfest zu schütteln.

Heute ist Heiligabend und vielen dürfte das Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ bekannt sein:

Leise rieselt der Schnee

Leise rieselt der Schnee
Still und starr ruht der See
Weihnachtlich glänzet der Wald
Freue dich, Christkind kommt bald

In den Herzen ist’s warm
Still schweigt Kummer und Harm
Sorge des Lebens verhallt
Freue dich, Christkind kommt bald

Bald ist die heilige Nacht
Chor der Engel erwacht
Hört nur wie lieblich es schallt
Freue dich, Christkind kommt bald

Eduard Ebel um 1900

 

Ich wünsche allen meinen Besuchern fröhliche, friedliche und besinnliche Weihnachtstage!

 


Chance für nostalgische weisse Weihnachten 2010

Seit Donnerstagabend liegt in der Region Zürich sehr viel Schnee. Die Strassen sind nicht gepflügt und auch die Wege sind verschneit. Man wähnt sich an einem noblen Wintersportort in den Schweizer Bergen. Es liegt eine besondere Stimmung über dem Land. Die Wälder sind verzuckert und es sieht aus wie in einer Märchenwelt oder auf einer nostalgischen Postkarte aus dem vorletzten Jahrhundert. Die Kinder freuen sich und schlitteln den Hang oder Hügel herunter und jauchzen vor Freude. Die Leuchterketten an Fenstern und an Bäumen, verleihen eine besonders schöne Weihnachtsstimmung.

Wie üblich beginnt jedoch wieder das obligate Weihnachtstauwetter und wird die Stimmung in den kommenden Tagen leider etwas mildern. Doch die Meteorologen machen Hoffnung und prognostizieren eine Chance auf weisse Weihnachten. So sollte uns an „Heilig Abend“ eine feuchte Kaltluft erreichen und auch im Flachland der Nordschweiz für Schneeflocken sorgen.

Hoffen wir, dass Frau Holle das auch so sieht und freuen wir uns, wenn wir wieder mal nostalgische Weihnachten in weiss erleben dürfen.

Wie der Engel auf die Christbaumspitze kam

Es war vor langer Zeit, kurz vor Weihnachten, als der Weihnachtsmann sich auf den Weg zu seiner alljährlichen Reise machen wollte, aber nur auf Probleme stieß.

Vier seiner Elfen feierten krank und die Aushilfs-Elfen kamen mit der Spielzeug-Produktion nicht nach. Der Weihnachtsmann begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er aus dem Zeitplan geraten sollte. Dann erzählte ihm seine Frau dass ihre Mutter sich zu einem Besuch angekündigt hatte.

Die Schwiegermutter hat dem armen Weihnachtsmann gerade noch gefehlt. Als er nach draußen ging, um die Rentiere aufzuzäumen bemerkte er, dass 3 von ihnen hochschwanger waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten, der Himmel weiß wohin. Welche Katastrophe!

Dann begann er damit den Schlitten zu beladen, doch eines der Bretter brach und der Spielzeugsack fiel so zu Boden, dass das meiste Spielzeug zerkratzt wurde – Shit!

So frustriert ging der Weihnachtsmann ins Haus, um sich eine Tasse mit heißem Tee und einem Schuss Rum zu machen. Jedoch musste er feststellen dass die Elfen den ganzen Schnaps gesoffen hatten. In seiner Wut glitt ihm auch noch die Tasse aus den Händen und zersprang in tausend kleine Stücke, die sich über den ganzen Küchenboden verteilten.

Jetzt gab`s natürlich Ärger mit seiner Frau. Als er dann auch noch feststellen musste, dass Mäuse seinen Weihnachts-Stollen angeknabbert hatten, wollte er vor Wut fast platzen.

Da klingelte es an der Tür. Er öffnete und da stand ein kleiner Engel mit einem riesigen Christbaum. Der Engel sagte sehr zurückhaltend: „Frohe Weihnachten Weihnachtsmann! Ist es nicht ein schöner Tag. Ich habe da einen schönen Tannenbaum für dich. Wo soll ich den denn hinstecken?“

Und so hat die Tradition mit dem kleinen Engel auf der Christbaumspitze begonnen.

Autor unbekannt

Quelle: www.unterhaltungsspiele.com

Draussen schneit es

Es schneit draußen still und weiß;
an Dach und Blumen hängt das Eis.
Von fern ein Schlittenglöckchen klingt,
ein Silberstern durchs Fenster blinkt,
im Ofen helles Feuer knackt,
die Mutter steht am Herd und backt.
Verfasser unbekannt