Monatsengel 2011 – Februar

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Der Granatapfel

Der Granatapfel

„Von diesem süßen Feuerkern genieße!“
Spricht Hades und gibt Kore sacht die Frucht:
„Sei furchtlos nun, tilg mir die Eifersucht,
Bis nie dein Wunsch zur Mutter mich verdrieße!

Bleib Kaiserin in unserm Reich: vergieße
Die Tränen in des Herzens Perlenschlucht,
Die ich im Busen auftue – mit Wucht,
Daß treuer Lenz bei Demeter ersprieße!“

Der Schale Bitterkeit ist tief vergangen,
Die Braut schenkt Hades reif den Kuß
Geplatzter Frucht nach keuschem Mädchenbangen.

Der Menschen wärmster Blutlichkeit Erguß
Durch eines Götterpaares Brunstverlangen
Erfunkt sich Frühlingstümer im Genuß.

Theodor Däubler 1876 – 1934

Monatskalender 2011 – Februar

Erich Kästner

Der Februar Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Welt vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

10 weise Zitate über Glück

Glück ist ein Wunderding. Je mehr man gibt, desto mehr hat man. – Germaine de Staël-Holstein (1766 – 1817), Schriftstellerin

 

Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein. – Sokrates (469 – 399 v. Chr.), Philosoph

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit mit etwas beschäftigen oder gleichsetzen, werden wir Glück empfinden, solange wir darin vertieft sind. Dieses Glücksgefühl kommt von unserem eigenen Selbst, wenn es auf etwas konzentriert ist, in dem wir aufgehen. Es ist seine eigene Widerspiegelung des Glücks, nicht etwa ein vorhandenes Glück in der Sache selbst, mit der es sich beschäftigt. Es ist so lange glücklich wie es ganz eins mit dieser Sache ist, von ihr in Anspruch genommen, mit ihr identifiziert. Wenn es hiervon zurückgeholt oder der Gegenstand ihm entzogen wird, macht Euch die Trennung unglücklich… – Kirpal Singh

Die Natur hat dafür gesorgt, dass es, um glücklich zu leben, keines großen Aufwandes bedarf; jeder kann sich selbst glücklich machen.Lucius Annaeus Seneca (um 4 v. Chr. – 65 n. Chr.), Philosoph, Staatsmann und Schriftsteller

Wenn ich mit intellektuellen Freunden spreche, festigt sich in mir die Überzeugung, vollkommenes Glück sei ein unerreichbarer Wunschtraum. Spreche ich dagegen mit meinem Gärtner, bin ich vom Gegenteil überzeugt. – Bertrand Russell (1872 – 1970), Philosoph. Zitat aus: „Schriften“

Ein Mensch schaut in die Zeit zurück und sieht: Sein Unglück war sein Glück.Eugen Roth (1895 – 1976), Lyriker und Dichter

 

Der Frohe lächelt, wenn er mit seinen Freunden zusammen ist. Der Glückliche lächelt auch, wenn er allein ist. – Ola Normann

Glück ist das Zusammentreffen von Phantasie und Wirklichkeit. – Alexander Mitscherlich (1908 – 1982), Psychologe und Mediziner

 

 

Glück ist die Gesundheit der Seele. Hans Lohberger (1920 – 1979), Aphoristiker

 

Der gesunde und sich selbst verwirklichende Mensch erlebt Glück dann, wenn er anderen etwas geben kann. Insofern kann man die Selbstlosigkeit als eine Form von indirektem Egoismus bezeichnen.Stephan Lermer (1949 – ), Psychotherapeut und Schriftsteller

 


 

Monatsengel – Januar 2011

Bildquelle: Jahreskalender 2010 Gutsch Verlag