Tau

Sonnenschein ist wohl herrlich und die Hauptsache,

aber ohne Tau verkümmern im Sommer die Pflanzen doch.

Die Eltern sind die Sonnen der Kinder, in ihrer Wärme reifen sie.

Aber trocken sind die Eltern oft, ergriffen von des Tages Mühen.

Die Grosseltern sind der Tau der Kinder, sie sinds,

die mir ihrer freien Liebe die kindliche Liebe nähren.

Jeremias Gotthelf

Monatskalender 2011 – Juni

Erich Kästner

Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
so sehr wir es bedauern.

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
wird, bestenfalls, Erfahrung.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und weil’s zur Jahreszeit gehört,
aus Küssen kleine Kinder.

Die Vögel füttern ihre Brut
und singen nur noch selten.
So ist’s bestellt in unsrer Welt,
der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
zu einem Gartenfeste.

Dort wird getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde
tanzt dann der Abend mit der Nacht
die kurze Ehrenrunde.

Am letzten Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer,
ob’s Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

Gedicht zum Muttertag – Liebe Mutter du bist mir die Treuste auf der Welt

Liebe Mutter du bist mir Die Treuste auf der Welt

Liebe Mutter du bist mir
Die Treuste auf der Welt
Du bist einfach unbezahlbar
Nicht für Gut und Geld

Wenn sich andre von mir wenden
Stehst du fest zu mir
Wenn ich nicht mehr weiter weiß
Führt mich mein Weg zu dir

Du bist dieser einz’ge Mensch
Auf den ich zählen kann
Mache ich selbst große Fehler
Du verzeihst mir dann.

Umstände ändern sich so rasch
Doch eines bleibt wie’s ist
Dankbar und überglücklich bin ich

Das DU – MEINE Mutter bist

Autor unbekannt

Mitteilungen der Innerschwyzer Meteorologen No. 58 Prognosen für Sommer/Herbst 2011

Am letzten Freitag, den 29. April 2011, tagten die Innerschwyzer Meteorologen besser bekannt als Muotathaler Wetterfrösche in Illgau.

Wie schon erwähnt durfte das Wetterschmöcker Urgestein Peter Suter, Sandstrahler aus Ried-Muotathal den Wanderpokal für seine besten Einschätzungen und Prognosen des vergangenen Winter/Frühling 2010/11 entgegennehmen. Am gleichen Abend wurde auch das langjährige Mitglied Benny Wagner, alias Geissdaddy verabschiedet. Sein Nachfolger ist Kari Hediger, alias Naturmensch aus Sattel. In den aktuellen Mitteilungen finden sich seine ersten Prognosen für kommenden Sommer und Herbst 2011. Die näheren und genaueren Details sind in den 58 Mitteilungen der Innerschwyzer Meteorologen nachzulesen. Diese sind auf der Website des Gasthaus Kreuz, Sewen/SZ unter der Rubrik Wetterschmöcker zu finden.

Das Gasthaus Kreuz – auch ‚Hühnerhaus‘ genannt – ist tagtäglich geöffnet. Nebst der heimeligen Wirtsstube und dem schönen Sääli laden auch die vielen Themen-Stubli (‚Wetterschmöcker-Zimmer‘, ‚Seebner-Stubli‘, ‚Hühner-Museum‘ usw.) zu einem Aufenthalt im Kreuz ein…

Bei einem Telefongespräch erklärte mir Gastgeber Herr Peter Rickenbacher dass alle Fans der Moatathaler Wetterschmöcker in seinem Gasthaus sehr herzlich willkommen seien. Man darf sich über einen feinen kulinarischen Genuss und die schöne Gastfreundschaft in seinem Hause freuen.

Maiglöckchen und die Blümelein

Maiglöckchen läutet in dem Tal,
das klingt so hell und fein,
so kommt zum Reigen allzumal,
ihr lieben Blümelein!

Die Blümchen, blau und gelb und weiß
Sie kommen all herbei,
Vergißmeinnicht und Ehrenpreis
und Veilchen sind dabei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu
und alle tanzen dann.
Der Mond sieht ihnen freundlich zu,
hat seine Freude dran.

Den Junker Reif verdroß das sehr,
Er kommt ins Tal hinein;
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr.
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Reiff das Tal verläßt,
da rufet wieder schnell
Maiglöckchen auf zum Frühlingsfest
und leuchtet doppelt hell.

Nun hält’s auch mich nicht mehr zu Haus
Maiglöckchen ruft auch mich.
Die Blümchen gehn zum Tanze aus,
zum Tanzen geh auch ich!

Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)