Alle guten Vorsätze fürs neue Jahr

Alle guten Vorsätze

Alle guten Vorsätze haben etwas Verhängnisvolles.
Sie werden beständig zu früh gefasst.

(Oscar Wilde 1854-1900, irischer Schriftsteller)

Allen meinen Blogbesucher/innen wünsche ich

einen guten Rutsch ins 2012

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Abermals ein neues Jahr

Abermals ein neues Jahr

Abermals ein neues Jahr!

Immer noch die alte Not!
O, das alte kümmt von uns,

und das neue kümmt von Gott.
Gottes Güt ist immer neu;

immer alt ist unsere Schuld;
Neue Reu verleih uns,

Herr und beweis uns alte Huld!

Friedrich von Logau 1605-1655

deutscher Dichter des Barock

Gedicht für Heiligabend 2011

Licht aller Welt

Der Stern geht auf um Mitternacht,
hat aller Welt das Licht gebracht.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Ein Licht, so groß wie alle Welt,
davor die Nacht zu Boden fällt.
Ein Licht, so rein wie Himmelschein.
Wir sollen Gottes Kinder sein.
Ein Licht, so stark wie Gottes Geduld.
Davor erschrecken Not und Schuld.
Ein Licht, so weit wie alle Zeit.
Das führt uns in die Ewigkeit.
Der Stern geht auf um Mitternacht,
hat aller Welt das Licht gebracht.
Ehre sei Gott in der Höhe!

Rudolf Otto Wiemer (1905-1998)

Weihnachtswunsch

Weihnachtswunsch

Ein Gedicht von Gerwin Degmair

Wieder ist das Jahr soweit,
wieder drängt in uns die Zeit
glitzernder Rührseligkeit.
Weihnachten will’s wieder werden —

und wieder Friede hier auf Erden
den ungezählten Menschenherden?

Wie oft noch wollen wir dies glauben,
wie oft noch ihn uns tödlich rauben
mit Bombenlärm, Raketenfeuer?!
Ist Frieden denn, statt Krieg, zu teuer?!
Entsetzlich – schrecklich – ungeheuer!

Ach, wenn doch du, ich, sie und er,
wenn jeder doch nur etwas mehr
vom Weihnachtslicht berühret wär’
im Denken, Fühlen, Reden, Handeln —
wie würde das die Welt verwandeln
in Friede, Freude, Liebesglück —
und führte uns ein kleines Stück
schon heut’ ins Paradies zurück!

So sei von Herzen Dir beschieden
ein Menschsein voller Weihnachtsfrieden!

 
Quelle: Weihnachtsideen.24.de

Ein besinnliches Gedicht zum 4. Advent 2011

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Vorfreude auf Weihnachten

Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Ein besinnliches Gedicht zum 3. Advent 2011

Adventlichter

Sobald die erste Flamme
die Dunkelheit durchbricht
da wächst in uns die Sehnsucht
nach Geborgenheit und Licht.

Zwei Kerzen am Adventskranz:
Frohes Schauern ist erwacht
ach, lang wird es noch dauern
bis hin zur Heil’gen Nacht.

Drei Kerzen am Adventskranz:
In’s Herz schweift mancher Blick
ruft wehmütig Vergangenes
in’s Kerzenlicht zurück.

Vier Kerzen am Adventskranz:
Die Herzen strahlen weit
aus Kinderaugen leuchtet
die hohe Weihnachtszeit.

Josef Albert Stöckl

Besinnliches Gedicht zum 2. Advent 2011

 

Die Flucht der heiligen Familie


(Joseph von Eichendorff)

Länger fallen schon die Schatten,
Durch die kühle Abendluft,
Waldwärts über stille Matten
Schreitet Joseph von der Kluft,
Führt den Esel treu am Zügel;
Linde Lüfte fächeln kaum,
’s sind der Engel leise Flügel,
Die das Kindlein sieht im Traum,
Und Maria schauet nieder
Auf das Kind voll Lust und Leid,
Singt im Herzen Wiegenlieder
In der stillen Einsamkeit.
Die Johanneswürmchen kreisen
Emsig leuchtend über’n Weg,
wollen der Mutter Gottes weisen
durch die Wildnis jeden Steg,
Und durchs Gras geht süßes Schaudern,
Streift es ihres Mantels Saum;
Bächlein auch lässt jetzt sein Plaudern,
Und die Wälder flüstern kaum,
Dass sie nicht die Flucht verraten.
Und das Kindlein hob die Hand,
Da sie ihm so Liebes taten,
Segnete das stille Land,
Dass die Erd‘ mit Blumen, Bäumen
Fernerhin in Ewigkeit
Nächtlich muss vom Himmel träumen –
O gebenedeite Zeit!