Adventstürchen No. 25 – Weihnachtsgeschichte Teil II

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht!

Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids.

Und das habt zum Zeichen:

Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen.

Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten.

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Quelle: Die Bibel – Lukas 2, 1- 20

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Adventstürchen No. 24 – Die Weihnachtsgeschichte Teil I

Die Weihnachtsgeschichte

Es begab sich aber zur der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.

Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.

Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

Adventstürchen No. 23

Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh‘ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!
(Joseph von Eichendorff)

Adventstürchen No. 22

Adele Schopenhauer (1797-1849)

Weihnachten wird es für die Welt!

Weihnachten wird es für die Welt!
Mir aber – ist mein Lenz bestellt,
Mir ging in solcher Jahresnacht
Einst leuchtend auf der Liebe Pracht!
Und an der Kindheit Weihnachtsbaum
Stand Englein gleich der erste Traum!
Und aus dem eiskrystall’nen Schooß
Rang sich die erste Blüte los –
Seitdem schau‘ ich nun jedes Jahr
Nicht was noch ist – nur was einst war!

Adventstürchen No. 21


unbekannt

Wer klopfet an…

Wer klopfet an? – „O zwei gar arme Leut!“
Was wollt ihr dann? – „O gebt uns Herberg heut!
O, durch Gottes Lieb‘ wir bitten, öffnet uns doch eure Hütten!“
O nein, nein, nein! – „O lasset uns doch ein!“
Es kann nicht sein. – „Wir wollen dankbar sein!“
Nein, nein, nein, es kann nicht sein,
Da geht nur fort, ihr kommt nicht ‚rein.

Wer vor der Tür? – „Ein Weib mit ihrem Mann.“
Was wollt ihr denn? – „Hört unser Bitten an!
Lasset heut bei Euch uns wohnen,
Gott wird Euch schon alles lohnen!“
Was zahlt ihr mir? – „Kein Geld besitzen wir!“
Dann geht von hier! – „O öffnet uns die Tür!“
Ei, macht mir kein Ungestüm,
Da packt euch, geht woanders hin!

Was weinet ihr? – „Vor Kält erstarren wir.“
Wer kann dafür? – „O gebt uns doch Quartier!
Überall sind wir verstoßen, jedes Tor ist uns verschlossen!“
So bleibt halt drauß! – „O öffnet uns das Haus!“
Da wird nichts draus. – „Zeigt uns ein andres Haus.“
Dort geht hin zur nächsten Tür!
Ich hab nicht Platz, geht nur von hier!

Da geht nur fort! – „O Freund, wohin? Wo aus?“
Ein Viehstall dort! – „Geh, Joseph, nur hinaus!
O mein Kind, nach Gottes Willen
Mußt du schon die Armut fühlen.“
Jetzt packt euch fort! – „O, dies sind harte Wort‘!“
Zum Viehstall dort! – „O, wohl ein schlechter Ort!“
Ei, der Ort ist gut für euch;
Ihr braucht nicht viel. Da geht nur gleich!

(nach einem alten bayrisch/österreichischen Klöpfelnachtspiel)

Adventstürchen No 20

Anna Ritter (1865-1921)

Christkindchen

Wo die Zweige am dichtesten hangen,
die Wege am tiefsten verschneit,
da ist um die Dämmerzeit
im Walde das Christkind gegangen.

Es musste sich wacker plagen,
denn einen riesigen Sack
hat’s meilenweit huckepack
auf den schmächtigen Schultern getragen.

Zwei spielende Häschen saßen
geduckt am schneeigen Rain.
Die traf solch blendender Schein,
dass sie das Spielen vergaßen.

Doch das Eichhorn hob schnuppernd die Ohren
und suchte die halbe Nacht,
ob das Christkind von all seiner Pracht
nicht ein einziges Nüsschen verloren.

Adventstürchen No. 19

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.