Königin der Nacht

Königin der Nacht

Entfalte des Kelches Pracht,
Hörst du die wiegenden Töne?
Leuchte in weißer Schöne,

Königin duder Nacht!

Mondlicht zittert im Thal,
Wandelt durch ewige Räume,
Blaß über Blüten und Träume
Huscht ein verschwiegener Strahl.

Ach und die Sehnsucht erwacht ..,
Hörst du das Rauschen im Grunde?
Träume an meinem Munde,
Königin du der Nacht

  Carl Busse. 1872 – 1918

.


Die auf den Bildern  abgebildete „Königin der Nacht“ blühte in der Nacht vom 13. auf dem 14. Juni 2011 in einem Schweizer Privathaushalt. Weiter Bilder können auf meinem  Flickr-Album  angesehen werden.

Bilder ©by Swissposiea

Maiglöckchen und die Blümelein

Maiglöckchen läutet in dem Tal,
das klingt so hell und fein,
so kommt zum Reigen allzumal,
ihr lieben Blümelein!

Die Blümchen, blau und gelb und weiß
Sie kommen all herbei,
Vergißmeinnicht und Ehrenpreis
und Veilchen sind dabei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu
und alle tanzen dann.
Der Mond sieht ihnen freundlich zu,
hat seine Freude dran.

Den Junker Reif verdroß das sehr,
Er kommt ins Tal hinein;
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr.
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Reiff das Tal verläßt,
da rufet wieder schnell
Maiglöckchen auf zum Frühlingsfest
und leuchtet doppelt hell.

Nun hält’s auch mich nicht mehr zu Haus
Maiglöckchen ruft auch mich.
Die Blümchen gehn zum Tanze aus,
zum Tanzen geh auch ich!

Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Gäbe es keine japanischen rosa Kirschblüten

Gäbe es keine japanischen rosa Kirschblüten,

der Frühling wäre um einiges weniger

reich an Romantik.

©swisspoesia


Legende der Pfingstrose – Eine Rose ohne Dornen

Als Magda, vom Tode  Jesu hörte, wurde von stiller Trauer erfasst. Über ihre Seele legte sich ein Schatten des Kummers. Sie ging deshalb nach Hause. An ihrem Lieblingsplatz in ihrem Garten und setzte sich neben die blühenden Rosenbüsche. Dort erst begann sie bitterlich zu weinen. Sie schluchzte und die Tränen quollen ihr aus den Augen. Ganz tief nach vorne gebeugt, liess sie ihre Tränen auf die Erde auf die Erde rinnen. Als sie nach Stunden aufblickte, schienen die Rosen zu beiden Seiten alle Dornen verloren zu haben. Sie waren zu großen schönen Pfingstrosen geworden. Dies gab Magda wieder Mut und neue Hoffnung. Sie glaubte nun fest daran, so wie die Dornen verschwunden seien, würde auch alles Leid und aller Kummer von den Menschen genommen werden, allein durch den Tod Jesu Christi.


Quelle: http://www.baumpfingstrosen.de/Lyrik/Dornen.php

Woher hat die Pfingstrose ihren Namen und was symbolisiert sie?

Bedingt durch die kalte Witterung und dem Rückstand der diesjährigen Vegatation blühen die Pfingstrosen wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt –  an Pfingen! Viele Stauden und Sträucher tragen noch Knopsen und einige haben schon zu blühen begonnen. Nun fragt man sich, nennen wir sie so, weil sie am Geburtstag der Kirche Christi zu Ehren blühen? Oder gibt es noch einen anderen Grund? Das Zweite trifft zu. Es gibt noch einen anderen:

Der botanische Name dieser Gattung ist „Paeonia“. Der Name ist auf das griechische Wort „paionia“ zurückzuführen, das für den Götterarzt Paian steht. Der griechischen Sage nach heilte er mit Hilfe dieser Pflanze Pluto, den Gott der Unterwelt, nachdem Herakles diesen im Krieg um Pylosrömischen Dichter wissen ähnliches von der Pflanze zu berichten. Vergil sagt im 7. Gesang der Äneis, dass die Göttin Artemis den Virbios, der von den Pferden seines Vaters Theseus getötet worden war, mit Hilfe einer Pfingstrose wieder zum Leben erweckte. (Quelle Wikipedia)

Es gibt zur hierzu auch noch eine Symbolik dieser wunderschönen Blume:

Aufgrund ihrer langen Kultivierungsgeschichte wird den Päonien ein hoher symbolischer Gehalt zugewiesen. Pfingstrosen tauchen in den mittelalterlichen Tafelgemälden bereits auf, da sie in der christlichen Symbolsprache Reichtum, Heil, Heilung und Schönheit symbolisierten.

In der chinesischen Gartenkunst symbolisiert die Päonie Reichtum, Liebespfand, ein in Liebe erfülltes Frauenleben und die Sanftmut Buddhas.

Ein japanisches Sprichw ort sagt:

立てば芍薬、座れば牡丹、歩く姿は百合の花
tateba shakuyaku, suwareba botan, aruku sugata wa yuru no hana
Im Stehen wie eine Chinesische Pfingstrose, im Sitzen wie ein Strauch-Pfingstrose, und die Art wie sie läuft die Blüte einer Lilie.

Das Sprichwort beschreibt die drei unterschiedlichen Schönheitsideale, denen eine Frau entsprechen soll: Wenn sie steht, soll sie einer chinesischen Pfingstrose gleichen, mit ihrem kräftigen Stängel und der vollen Blüte. Wenn sie sitzt, soll sie dagegen zerbrechlich wirken wie die Strauch-Pfingstrose. Und wenn sie geht, soll sie anmutig sein wie eine Lilie. (Quelle Wikipedia)

Geliebte Rose

von Annegret Kronenberg

Softrose

 

Geliebte Rose,

beide wissen wir,

dass unsere Zeit nicht

ewig währen kann.

Noch verzaubert dein

Duft die Sinne, schenkt

deine anmutige Schönheit

himmlische Wonnen.

Doch am frühen Morgen,

wenn alles noch ruht,

schimmern in deinen Augen Tränen,

und wir wissen beide , warum.

 

 

http://www.gedichte-garten.de

Rosa Hortensie

Rosa HortensienRosa Hortensie


Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch,

daß es sich sammelte in diesen Dolden?

Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,

entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.

Daß sie für solches Rosa nichts verlangen.

Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?

Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,

wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?

Hordensien

Oder vielleicht auch geben sie es preis,

damit es nie erführe vom Verblühn.

Doch unter diesem Rosa hat ein Grün

gehorcht, das jetzt verwelkt und alles weiß.Ein schöner Wochenstart

Rainer Maria Rilke

Sonnenblumen

Sonnenblumenfeld

Sonnenblumen

Sonnenblumen schauen über die Gartenmauer,Sonnenblumenfeld 3
Wie in goldenen Hauben Gesichter von Frauen.
Sie sehen aus goldgelben Krausen heraus
Hochaufgerichtet wie zur ewigen Dauer;
Wie Riesinen, die Wache bei den Lauben stehen,
Bei den Sommerlauben von hochroten Bohnenblüten,

Drinnen Tisch und Bänke und Gedanken nicht vom Flecke gehen;
Wo die Worte sich hüten, und die Augen viel gestehen und groß aussehen
Wie die großgelben Blumen, die sich nach der Sonne drehen,
Wie die Blumen, die goldene Räder werden an Wagen,
Die mit den Verliebten durch den Sommerhimmel jagen
Und eitel Liebeswünsche tragen.

Max Dauthendy 1867 – 1918

Die Passionsblume

Wunder der Natur

Die Passionsblume


Grimm durchbohrt von spitzen Nägeln, dorngekrönt das hehre Haupt,
Hing der Heiland an dem Kreuze, schmerzdurchzuckt und trostberaubt;
Höhnend lächeln nur die Juden, wie er leidet heiße Qual,
Einzig eine liebe Blume blickt voll Leid zum Kreuzespfahl.

Und sie rankt sich kühlend, lindernd hoch empor am blut`gen Pfahl,
Rührt Hände, rührt die Lippen ihres Schöpfers voller Qual,
Daß sie länger nicht mehr brennen in des heißen Durstes Pein,
Daß der Heiland sei am Kreuze nicht so ganz und gar allein.

Sie durchflicht die Dornenkrone sacht mit saftigdunklem Grün,
Daß die herben, scharfen Dornen wie im Maienglanze blüh`n,
Weich die Blätter legt sie leise auf des Dulders bleiche Stirn,
Wunden hüllend, Wunden stillend, die zerquälen Stirn und Hirn.

Und da von dem Kreuz erklungen jenes süße Wort: Vollbracht,
Wie das Weh, so die Erlösung!  —  sank auch sie in Todesnacht.
Treue Blume, schließ` das Auge, welke nur, der Frühling lacht,
Der Karfreitag ist zu Grabe, und der Ostertag erwacht!

Als der Herr vom Grab erstanden, auch die Blume neu erblüht;
Wie sie frühlingssonnig duftet, wie sie frühlingsbunt erglüht!
Christi Schmerzen, Dornen, Nägel, die fünf Wunden trägt sie zwar,
Aber gleich des Heiland`s Wunden lichtverkläret wunderbar.

Franz Alfred Muth (1839-1890)

Kalenderspruch für 13. Juni 2009

Rosenkönigin

 

Wenn ein Mensch

eine Rose machen könnte,

sollte man ihm ein Königreich schenken

 

Martin Luther