Monatskalender 2012 – Oktober

Wenn man mich wachen Augen durchs Leben geht,

sieht man immer wieder kleine hübsche Wunder.

Monatskalender 2012 – Januar

Das Jahr 2012 ist frisch zur Welt gekommen!

Auch dieses Jahr wird es wieder neue Monatskalender geben. Dieses Jahr mit eigenen Gedanken.  Meine engsten Freunde und Verwandten sind bereits im Besitz des ganzen Jahreskalender, welchen ich dieses Jahr auf meinem Blog monatlich online stelle:
Natürlich darf das Titelblatt mit entsprechenden Gedanken nicht fehlen:

Die Natur findet immer einen Weg

und lässt sich nieder wo es ihr gefällt.

© Swisspoesia 2012

Monatskalender 2012 – Januar

Grün ist die Farbe der Hoffnung.
Hoffen wir auf ein glückliches neues,
schönes Jahr 2012 voller Liebe.

© Swisspoesia 2012

Tau

Sonnenschein ist wohl herrlich und die Hauptsache,

aber ohne Tau verkümmern im Sommer die Pflanzen doch.

Die Eltern sind die Sonnen der Kinder, in ihrer Wärme reifen sie.

Aber trocken sind die Eltern oft, ergriffen von des Tages Mühen.

Die Grosseltern sind der Tau der Kinder, sie sinds,

die mir ihrer freien Liebe die kindliche Liebe nähren.

Jeremias Gotthelf

21. März 2011 – Frühlingsanfang

Dieses Jahr macht das Wetter mit dem Frühlingsanfang mit. Laut Wetterprognosen sollte die Sonne den Frühling strahlend empfangen und der blaue Himmel wird sich die Ehre geben.

Auf den Wiesen grüssen bereits die Butterblümchen, versamte Primeln wachsen und blühen und einige erste Schlüssblümchen sind auch schon gesichtet worden.  Ein Genuss fürs Auge und die Seele, welche sich auf den Frühling und das Erwachen der Natur sehnt. Auf meinem Balkon erlebe ich in diversen Töpfen und Blumenkisten so manche Überraschung. Inmitten von Primeln wachsen doch tatsächlich zwei Tulpen, welche ich einmal eingesetzt habe. Seit zwei Wochen höre ich  die Vögel fröhlich ihre Frühlingslieder singen und der Kuckuck ist auch dabei. Ein Zeichen, dass der Frühling tatsächlich eingetroffen ist.

In einem wunderbar, treffenden Frühlingsgedicht hat der Dichter Heinrich Seidel meine Gefühle beschrieben:


Frühling Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
„Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!“

Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
„Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!“

Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
„Der Frühling, der Frühling!“ – da wußt‘ ich genug!

Heinrich Seidel

11.02.11 Der Tag der friedlichen Befreiung Ägyptens

Die vier Präsidenten Ägyptens: Nagib, Nasser, Sadat, Mubarak

Der Letzte – Mubarak –  lebt noch und darf sich nun ehemaliger Präsident nennen 🙂

Beharrlich und friedlich, sowie geduldig demonstrierte das ägyptische Volk während achtzehn Tagen gegen das autokratische Regime von Staatspräsident Hosni Mubarak.

Trotz vieler Schwierigkeiten, liessen es sich die Leute nicht nehmen, täglich in Kairo auf den Platz der Befreiung – Midan Tahrir – zu gehen. Viele richteten sich dort sogar ein Lager mit kleinen Zelten ein. Sie hatten ein Ziel erst wieder wegzugehen, wenn Hosni Mubarak zurück- und weggetreten ist. Sie organisierten sich untereinander, teilten Essen und Trinken. Sammelten den Müll ein und machten sauber. Sie skandierten „Es ist genug!“ und „Mubarak hau ab!“ Als gedungene und von Mubarak bezahlte Anhänger sie brutal und mörderisch attackierten, konnten sie sich nicht gleichermassen wehren, denn sie waren alle unbewaffnet. Nur Steine konnten sie als Verteidigungswaffe gebrauchen. Leider mussten viele ihr Leben für eine grosse Sache lassen.

Ein Freund, der zurzeit in der Nähe von Ismāilia bei seiner alten Mutter weilt, berichtete mir am Telefon, das sein Dorf von Mubarak-Anhänger überfallen und siebzehn Mensch erschossen worden sind. Die Muslimbruderschaft gründete dort gleich eine Bürgerwehr und bewacht nun die Häuser. Ich bat ihn auf sich aufzupassen und freue mich, wenn er wieder zurück in die Schweiz käme. Er sagte mir, er wünsche sich dies auch, und hoffe, dass er nicht auch noch erschossen werde. Doch die Armee kam und schützte im ganzen Land  die Bevölkerung. Es bildeten sich überall Bürgerwehren, welche Häuser, Hab und Gut schützten und das Militär blieb ruhig und neutral. Das Militär war in diesem Tagen eine Vertrauensmacht, welche die Kontrahenten nach den blutigen Attacken mit Panzern auseinanderhielt.

Am letzten Sonntag beteten Christen und Moslems gemeinsam für einen Wechsel und eine neue Ära der Hoffnung. Das Volk zeigte gerade an diesem Sonntag, dass Christen und Moslems sehr wohl friedlich zusammenleben und gemeinsam Leiden und nach demokratischer und gesetzlicher Rechte dürsten. Auch in meiner Familie, welche muslimisch ist, wird der Respekt gegenüber Christen wie mich gelebt.

Das Verhalten der ägyptischen Bevölkerung und die vielen Geschichten um diese friedvolle Revolution, welche leider auch Opfer, menschlichen und persönlicher Leiden kostete, bestätigen meinen Eindrücke aufs Neue. Sie liessen sich trotz perfiden Angriffen und Störungen und Drohungen seitens Mubaraks und dessen Entourage nicht ins Bockshorn jagen. Sie wendeten nie Gewalt an und zeigten somit, dass ein Volk auch ohne grosses Blutvergiessen sein Ziel erreichen kann. Die Ägypter sind  friedlich und sozial kultiviert.  Jeder hilft dem anderen. Untereinander lässt man sich nicht im Stich. Die Menschen sind füreinander da. Sie sind, so wie ich es dort immer erlebe herzensgut und empathisch. Die Art wie Ägypten ihren Herrscher zum „Teufel“ schickte zeigt, wie intelligent dieses Volk im Grunde genommen ist. Das macht Ägypten so sympathisch.

„Geduld ist der Schlüssel der Freude“ besagt ein ägyptisches Sprichwort.

Heute am 11.02.11 ist dieses Sprichwort zur wahren Gewissheit geworden. Das ganze Volk jubelt, freut und feiert! Ein wichtiger Schritt ist getan und weitere werden, müssen folgen. Die Euphorie wird dem Land grosse Energie verleihen. Auf einem TV-Sender hörte ich von Jungen, dass sie ihr Land innerhalb eines Jahrzehnts in ein Paradies verwandeln wollen. Ich wünsche es den Ägyptern, meiner Familie und Freunden! Sie haben es verdient in eine interessante Zukunft voller Perspektiven und tollen Entwicklungen zu schreiten und das Land nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Ich bin stolz auf Ägypten und die Ägypter. Meine guten Wünsche und Gedanken aber auch mein Herz begleiten meine Familie, Lieben, Freunde und die Bevölkerung dieses wunderbaren Landes.

Ägypten fesselt wie ein Krimi und betört wie ein teures Parfum.

Omar Sharif (ägyptischer Schauspieler)

Erinnerung an eine kleine friedliche Welt

Es ist ein heisser, drückender Augusttag im Jahre 2008. Die Sonne brennt heiss auf das Land der Pharaonen. Ich sitze auf der Veranda in unserem Haus in 6. October City in der Nähe von Kairo. Es herrscht nachmittägliche Stille, welche nur durch das Gezwitscher der Tauben und anderen Vögeln durchbrochen wird. Während der Gärtner unseren Garten in welchem sich diverse mit Früchten behangenen Bäumen und Pflanzen befinden, mit Wasser erfrischt, baumelt meine Seele friedlich hin und her. Ich geniesse es nicht denken zu müssen und meine Gedanken mal einfach sein zu lassen und ruhig bei einem heissen, mit drei Stück Zucker gesüssten „Shai bil Nana“ (Schwarztee mit Pfefferminz) zu geniessen. Es scheint beinahe so, wie wenn die Zeit an diesem friedlichen Nachmittag still steht. Doch irgendwann ruft der Muezzin die Gläubigen zum Nachmittagsgebet. Der Ruf hat irgendwie etwas ruhiges und einlullendes an sich. In arabischen Ländern höre ich ihn sehr gerne. Es würde mir fehlen, wenn es ihn nicht gäbe.

Von der Küche her, höre ich  Koranrezitationen, welche aus dem Radio ertönen. Sie passen einfach ins Bild der traditionellen ägyptischen Küche. Das Hausmädchen Farha ist bereits mit Kochen und Zubereiten von feinen Speisen beschäftigt. Ein paar Kinder helfen ihr dabei und lernen so das Kochen. Sie plaudern dabei fröhlichen und lachen miteinander. Inzwischen geniesse ich eine Shisha mit Apfeltabak und höre das Lied  „Alf Leila wa Leila“ – „Tausend und eine Nacht“. Es ist ein Lied von Umm Kaltshum, einer der besten Sängerinnen, die Ägypten je hervorgebracht hat. Mir gefällt die blumige und poetische Sprache jedoch auch die emotionale und ausdrucksstarke Stimme dieser Sängerin, die mich für Momente in eine romantische, orientalische Welt entführt.

So endet langsam ein ruhiger, beschaulicher und friedlicher Nachmittag an einem August im Jahre 2008 in einer kleinen Welt irgendwo in 6. October City am Rande der arabischen Wüste, welche sich während des Sonnenuntergangs  in ein besonderes Licht verwandelt. Es ist ein Licht, welches Frieden und Ruhe verbreitet und ich dort auf ganz besondere Art und Weise wahrnehme, wie sonst nirgends.

Ein Sonntag gedenkt der Entschlafenen

Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt!

Augustinus