Zitat für 23. Juli 2011

„Du kannst den allerschönsten Ort der Welt planen,

erstellen und bauen –

aber man benötigt Menschen um den Traum wahr werden zu lassen.“

Walt Disney (1901-1966), US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Filmproduzent

Quelle: Zitate.de

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Definition von „Gutmensch“

Der Gutmensch ist eine Person, die die eigene Moral als Zeichen der Überlegenheit über andere mit Selbstinszenierungsabsicht vor sich herträgt.

Roger Köppel, Chefredaktor und Verleger „Die Weltwoche“

Barack Obama ist Friedensnobelpreisträger 2009

Der Friedensnobelpreis gilt als die bedeutendste internationale Auszeichnung im Bemühen um eine friedlichere Welt. Gründer des Preises ist der schwedische Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833-1896).

In seinem Testament beauftragte er das Storting, das norwegische Parlament, jährlich bis zu drei Menschen oder Organisationen für ihre Verdienste um die Menschheit auszuzeichnen.

Die Preisträger werden jeweils im Oktober bekanntgegeben. Bei der feierlichen Verleihung am Todestag Nobels am 10. Dezember erhalten sie in Oslo eine Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld – in diesem Jahr zehn Millionen Schwedische Kronen (1,48 Millionen Franken).

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Er wurde für eine Absichtserklärung (Atomwaffen freie Welt) ausgezeichnet und dass er ein Hoffnungstäger für die Welt sei.

Meiner Meinung nach kommt diese Auszeichnung für Obama zu früh! Er hat noch nichts geleistet, dass diesem Preis und dieser Auszeichnung würdig wäre. Kann er auch nicht! Er ist noch kein Jahr im Amt. Nur mit guter Rethorik und schöngeredeten Absichten ist noch keine grosse Leistung erbracht. „Yes we can“ ist das Eine. „Just do it“ das Andere. Das zweite ist innert neueinhalb Monaten schlichtweg nicht möglich!

Ein Lehrer hat in mein Poesiealbum folgenden Spruch geschrieben:

„Worte sind bloss Blätter – Taten sind Früchte“

Blätter sind viele gefallen. Die Früchte Obamas lassen noch auf sich warten. Die Welt konnte sich daran noch nicht laben.

Schade für diese Nobelpreis Stiftung, welche mit dieser Wahl an Glaubwürdigkeit verliert und das Ganze als schlechten Witz aussehen lässt.

Frau Burkhalter First Lady der Schweiz und der schlechte Start ihres Gatten als Bundesrat

Die Schweizer Boulvardpresse geht in Sachen Bundesratsgatttinnen neue Wege.  Traditionellerweise hält sich eine Bundesratsgattin in der Schweiz im Hintergrund. Die Frau war bei Bundesratswahlen lediglich eine Randnotiz. Bei der diesjährigen Wahl eines Mitgliedes in die Landesregierung, ist nun alles anders.

Am 16. September wurde der freisinnige Neuenburger Ständerat Didier Burkhalter dank Hilfe der SVP im 4. Wahlgang in den Bundesrat gewählt. Er gilt als farblos. Da dieser inhaltlich etwas Langweiliges und Fades an sich hat, (ich kenne ihn nicht) suchten Blick und TA Media,  um was Interessantes an diesem Mann zu finden. Und sie wurden, wie es sich für Journalisten der unseriösen Presse gehört,  fündig.

Die Klatschpresse, die ja immer oberflächlich und dumm daher kommt, (leider zähle ich mittlerweile auch den Tagi als Boulvardorgan), zählt nur das Optische. Und da hat der Neue doch noch was zu bieten. Er sieht gut aus, ist elegant gekleidet und er hat eine Frau. Auch sie elegant und korrekt gekleidet, wie es sich für eine Magistratengattin geziemt. Die Dame hat einen sehr speziellen Namen. Sie heisst Friedrun Sabine, ist 42 Jahre alt und stammt aus Österreich. Sie ist mit ihrem Didier seit 23 Jahren verheiratet. Das Paar hat drei Söhne. Eigentlich ist dies nicht sonderlich spektakulär. Doch spektakulär oder sonderlich ist die von Blick und Tagi Stilisierung von Frau Burkhalter. Sie wird als neue First Lady des Staates gekürt und mit Carla Bruni und Michelle Obama verglichen und gleichgestellt. Vom Kleidungsstil und ihrem Chic kann man sie mit den beiden wirklichen First Ladies Frankreichs und der USA vergleichen. Nur was die First Lady angeht, sieht es in der Schweiz etwas anders aus. Offenbar wissen die „pfiffigen“ und fündigen Journalisten dies nicht. Ich unterstelle ihnen mal ein Fehlen beim Staatskundeunterricht, interessanter Fensterplatz in der Schule oder einfach Vergesslichkeit.

Die Schweiz hat kein eigentliches Staatsoberhaupt in der Form einer einzelnen Person. Das Staatsoberhaupt der Schweiz ist der Gesamtbundesrat, welcher aus sieben Personen besteht. Wie der Name schon sagt kann nur eine Frau die erste Frau sein. Somit wird  es ein wenig schwierig. Zudem der Gesamtbundesrat aus vier Männern und drei Frauen besteht. Auf Grund der Gleichstellung, die nicht nur für Frauen sondern auch für Männer gilt, müsste es dann eigentlich vier First Ladies und drei First Gentlemen geben. Das geht  nicht!

Zurzeit darf sich bis Ende Jahr allerdings doch eine Frau erste und höchste Schweizerin nennen. Es handelt sich um die Tessiner CVP-Nationalratspräsidentin Frau Chiara Simoneschi-Cortesi. Ich bin mir jedoch sicher, dass Frau Simoneschi-Cortesi sich nicht als First Lady sieht. Auch wenn sie zu Beginn ihres Amtsjahres als Nationalratspräsidentin, das Glöcklein ab und zu zuviel läutete und Parlamentarier zum Teil zu unrecht rügte. Ihr wünsche ich persönlich noch viel Kraft ihr Amt bis Ende Jahr zu bewältigen. Sie hat ihren geliebten Lebenspartner vor kurzem verloren. Daher wünsche ich ihr auch viel Trost und Zuversicht in dieser für sie schweren Zeit. Ihre Tapferkeit, die sie an den Tag legt, berührt mich.

Selbstverständlich wünsche ich auch Frau F. S. Burkhalter als immerhin Bundesrats Gattin alles Gute! Es ist für sie sicherlich nicht einfach, so von heute auf morgen ins Lampenlicht gerückt zu werden. Und von Journalisten umgeben zu sein, die sich zu sehr für ihre Herkunft und ihr privates Leben interessieren und es in die Öffentlichkeit bringen. Ihrem Gatten dem gewählten und im Moment noch nicht amtierenden Bundesrat Didier Burkhalter wünsche ich ebenfalls alles Gute, Kraft, Weisheit für sein nicht einfaches Amt und Departement EDI.

Leider beginnt seine Bundeseratskarriere nicht optimal. Sein FDP-Parteisekretär, Stefan Brupbacher brachte ihn und die Partei bereits in eine höchst unangenehme Situation. Er erpresste das Schweizer Staatsfernsehen, indem er die Ausladung eines Gastes in der Politiksendung „Arena“ diktierte. Man wolle über Didier Burkhalter reden und der auszuladende Gast, der Chefredaktor und Verleger der Weltwoche,. Roger Köppel sei ein  Gegner der FDP.  Das löste bei mir ein Kopfschütteln aus. Würde ich sagen Brupbacher sei ein FDP-Hofnarr, wäre ihm zuviel Ehre angetan. Denn Narren sind klug. Herr Brupbachers Strategie und ungerechtfertigte Besorgnis  jedoch ist dumm. Roger Köppel war zwar in der Sendung „Arena“ nicht anwesend, dafür jedoch Tagesgespräch. Sein Name wurde an diesem Tag vermutlich öfters als derjenige von Didier Burkhalter verwendet. Es war keine gute Werbung für die FDP und den neuen Bundesrat. Die Erpressung kommt eher einem Verlustgeschäft nahe. Kredit wurde vernichtet und vielleicht der eine oder andere Wähler abgesprungen oder das eine oder andere FDP-Parteibüchlein annulliert.

Anders sieht es für den Geschmähten aus! Für Roger Köppel ist die Ausladung ein Gewinn. Die Ausladung war beste Werbung für den geistreichen und intelligentesten und kritischen Journalisten in unserm Land. Zumal er offenbar am Abend vor der Sendung „Arena“ noch ein Werbespot schaltete: «Was ich heute in der Arena nicht sagen darf, lesen Sie in der nächsten Weltwoche. Herzlich, Ihr Roger Köppel.»

Ich bin überzeugt, dass die nächste Ausgabe „Die Weltwoche“, welche jeweils am Donnerstag erscheint, ein absoluter Renner sein wird. Der Weltwoche werden sicher auch etliche neue Abonnenten sicher sein. Als Abonnentin freue ich mich jetzt schon auf die nächste Ausgabe!

Chanel No. 5 feiert heute ihren 88. Geburtstag

Am 5. Mai 1921 präsentiertechanel_no5_parfum die französische Modeschöpferin Coco Chanel ihr erstes Parfum – ein luxuriöser Klassiker unter den Düften.

Für ihr erstes Parfüm wandte sich Coco Chanel an Ernest Beaux, dem Hofparfümeur der russischen Zaren. Dieser wurde ihr in Monte Carlo von Grossherzog Dimitri von Russland vorgestellt.

Im Jahre 1921 präsentierte Ernest Beaux der Modeschöpferin zehn nummerierte Parfümmuster. Sie entschied sich für das Muster Nummer 5. Als Beaux sie fragte, wie sie das Parfüm nennen wolle, antwortete sie: „Ich lanciere diese Kollektion am fünften Tag des fünften Monats, die Fünf scheint mir Glück zu bringen.“ Ihr Parfüm sollte ein „Parfum für eine Frau mit dem Duft einer Frau“ sein. So entstand „Chanel № 5“, eines der ersten synthetisch hergestellten Parfüms.

Dieser Duft erlangte vor allem durch Marilyn Monroe berühmt, die sagte: „Zum Schlafen trage ich nur einige Tropfen Chanel No. 5“

Man findet nicht nur in Parfümerien Fläschchen dieses edlen Duftes. Im Museum of Modern Art in New York ist ein Flacon als Stilikone ausgestellt.

 

 

Zitate von Coco Chanel (1883 – 1971)

coco-chanelphpLebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens

Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die Dummheit, damit wir die Männer lieben.

Früher haben die Frauen auf ihrem eigenen Boden gekämpft. Da war jede Niederlage ein Sieg. Heute kämpfen sie auf dem Boden der Männer. Da ist jeder Sieg eine Niederlage.

Ein Mann kann anziehen, was er will – er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau.

Wer sich in der eigenen Gesellschaft nicht wohl fühlt, hat gewöhnlich ganz recht.

Zwei Dinge wird ein Mann niemals verstehen: das Geheimnis der Schöpfung und den Hut einer Frau.

Verwechsle nicht die Freude am Gefallen mit dem Glück der Liebe.

Interview mit dem Weihnachtsmann

Eine vorweihnachtliche Betrachtung

Es hatte schon wieder geklingelt. Das neuntemal im Verlauf der letzten Stunde! Heute hatten, so schien es, die Liebhaber von Klingelknöpfen Ausgang. Mürrisch rollte ich mich türwärts und öffnete.

nikolaus2Wer, glauben Sie, stand draußen? Sankt Nikolaus persönlich! In seiner bekannten historischen Ausrüstung. „Oh“, sagte ich. „Der eilige Nikolaus!“ – „Der heilige, wenn ich bitten darf. Mit h!“ Es klang ein wenig pikiert. „Als Junge habe ich Sie immer den eiligen Nikolaus genannt. Ich fand’s plausibler.“ – „Sie waren das?“ – „Erinnern Sie sich denn noch daran?“ – „Natürlich! Ein kleiner hübscher Bengel waren Sie damals!“

„Klein bin ich immer noch.“ – „Und nun wohnen Sie also hier.“ – „Ganz recht.“ Wir lächelten resigniert und dachten an vergangene Zeiten.

„Bleiben Sie noch ein bißchen!“ bat ich. „Trinken Sie noch eine Tasse Kaffee mit mir!“ Er tat mir, offen gestanden, leid.

Was soll ich Ihnen sagen? Er blieb. Er ließ sich herein. Erst putzte er sich am Türvorleger die Stiefel sauber, dann stellte er den Sack neben die Garderobe, hängte die Rute an einen der Haken, und schließlich trank der mit mir in der Wohnstube Kaffee.

„Zigarre gefällig?“ – „Das schlag ich nicht ab.“ Ich holte die Kiste. Er bediente sich. Ich gab ihm Feuer. Dann zog er sich mit Hilfe des linken den rechten Stiefel aus und atmete erleichtert auf. „Es ist wegen der Plattfußeinlage. Sie drückt niederträchtig.“ – „Sie Ärmster! Bei Ihrem Beruf!“ – „Es gibt weniger Arbeit als früher. Das kommt meinen Füßen zupaß. Die falschen Nikoläuse schießen wie die Pilze aus dem Boden.“

„Eines Tages werden die Kinder glauben, daß es Sie, den echten, überhaupt nicht mehr gibt.“ – „Auch wahr! Die Kerls schädigen meinen Beruf! Die meisten von denen, die sich einen Pelz anziehen, einen Bart umhängen und mich kopieren, haben nicht das mindeste Talent! Es sind Stümper!“ – „Weil wir gerade von Ihrem Beruf sprechen“, sagte ich, „hätte ich eine Frage an Sie, die mich schon seit meiner Kindheit beschäftigt. Damals traute ich mich nicht. Heute schon eher. Denn ich bin Journalist geworden.“ – „Macht nichts“, meinte er und goß sich Kaffee zu. „Was wollen Sie seit Ihrer Kindheit von mir wissen?“ – „Also“, begann ich zögernd, „bei Ihrem Beruf handelt es sich doch eigentlich um eine Art ambulanten Saisongewerbes, nicht? Im Dezember haben Sie eine Menge Arbeit. Es drängt sich alles auf ein paar Wochen zusammen. Man könnte von einem Stoßgeschäft reden. Und nun …“ – „Hm?“ – „Und nun wüßte ich brennend gern, was Sie im übrigen Jahr tun!“samichlaus1

Der gute alte Nikolaus sah mich einigermaßen verdutzt an. Er machte fast den Eindruck, als habe ihm noch niemand die so naheliegende Frage gestellt. „Wenn Sie sich nicht darüber äußern wollen …“ – „Doch, doch“, brummte er. „Warum denn nicht?“ Er trank einen Schluck Kaffee und paffte einen Rauchring. „Der November ist natürlich mit der Materialbeschaffung mehr als ausgefüllt. In manchen Ländern gibt’s plötzlich keine Schokolade. Niemand weiß wieso. Oder die Äpfel werden von den Bauern zurückgehalten. Und dann das Theater an den Zollgrenzen. Und die vielen Transportpapiere. Wenn das so weitergeht, muß ich nächstens den Oktober noch dazunehmen. Bis jetzt benutze ich den Oktober eigentlich dazu, mir in stiller Zurückgezogenheit den Bart wachsen zu lassen.“

„Sie tragen den Bart nur im Winter?“ – „Selbstverständlich. Ich kann doch nicht das ganze Jahr als Weihnachtsmann herumrennen. Dachten Sie, ich behielte auch den Pelz an? Und schleppte 365 Tage den Sack und die Rute durch die Gegend? Na also. – Im Januar mache ich dann die Bilanz. Es ist schrecklich. Weihnachten wird von Jahrhundert zu Jahrhundert teurer!“ – „Versteht sich.“ – „Dann lese ich die Dezemberpost. Vor allem die Kinderbriefe. Es hält kolossal auf, ist aber nötig. Sonst verliert man den Kontakt mit der Kundschaft.“ – „Klar.“ – „Anfang Februar lasse ich mir den Bart abnehmen.“niki-mit-buch

In diesem Moment läutete es wieder an der Flurtür. „Entschuldigen Sie mich, bitte?“ Er nickte. Draußen vor der Tür stand ein Hausierer mit schreiend bunten Ansichtskarten und erzählte mir eine sehr lange und sehr traurige Geschichte, deren ersten Teil ich mir tapfer und mit zusammen-gebissenen Ohren anhörte. Dann gab ich ihm das Kleingeld, das ich lose bei mir trug, und wir wünschten einander auch weiterhin alles Gute. Obwohl ich mich standhaft weigerte, drängte er mir als Gegengeschenk ein halbes Dutzend der schrecklichen Karten auf. Er sei, sagte er, schließlich kein Bettler. Ich achtete seinen schönen Stolz und gab nach. Endlich ging er.

Als ich ins Wohnzimmer zurückkam, zog Nikolaus gerade ächzend den rechten Stiefel an. „Ich muß weiter“, meinte er, „es hilft nichts. Was haben Sie denn da in der Hand?“ – „Postkarten. Ein Hausierer zwang sie mir auf.“ – „Geben Sie her. Ich weiß Abnehmer. Besten Dank für Ihre Gastfreundschaft. Wenn ich nicht der Weihnachtsmann wäre, könnte ich Sie beneiden.“

Wir gingen in den Flur, wo er seine Utensilien aufnahm. „Schade“, sagte ich. „Sie sind mir noch einen Teil Ihres Jahreslaufs schuldig.“ Er zuckte die Achseln. „Viel ist im Grunde nicht zu erzählen. Im Februar kümmere ich mich um den Kinderfasching. Später ziehe ich auf Frühjahrsmärkten umher. Mit Luftballons und billigem mechanischen Spielzeug. Im Sommer bin ich Bademeister und gebe Schwimmunterricht. Manchmal verkaufe ich auch Eiswaffeln in den Straßen. Ja, und dann kommt schon wieder der Herbst – und nun muß ich wirklich gehen.“

Wir schüttelten uns die Hand. Ich sah ihm vom Fenster aus nach. Er stapfte mit großen, hastigen Schritten durch den Schnee. An der Ecke Ungerstraße wartete ein Mann auf ihn. Er sah wie der Hausierer aus, wie der redselige mit den blöden Ansichtskarten. Sie bogen gemeinsam um die Ecke. Oder hatte ich mich getäuscht? Eine Viertelstunde danach klingelte es schon wieder. Diesmal erschien der Laufbursche des Delikatessengeschäftes Zimmermann Söhne. Ein angenehmer Besuch! Ich wollte bezahlen, fand aber die Brieftasche nicht gleich. „Das hat ja Zeit, Herr Doktor“, meinte der Bote väterlich. „Ich möchte wetten, daß sie auf dem Schreibtisch gelegen hat!“ sagte ich. „Nun gut, ich begleiche die Rechnung morgen. Aber warten Sie noch, ich bring‘ Ihnen eine gute Zigarre!“ Die Kiste mit den Zigarren fand ich auch nicht gleich. Das heißt, später fand ich sie ebensowenig. Die Zigarren nicht. Die Brieftasche auch nicht. Das silberne Zigarettenetui war auch nicht zu finden. Und die Manschettenknöpfe mit den großen Mondsteinen und die Frackperlen waren weder an ihrem Platz noch sonstwo. Jedenfalls nicht in meiner Wohnung.nicki-mit-bischofstab

Ich konnte mir gar nicht erklären, wohin das alles geraten sein mochte. Es wurde trotzdem ein stiller hübscher Abend. Es klingelte niemand mehr. Wirklich, ein gelungener Abend. Nur irgend etwas fehlte mir. Aber was? Eine Zigarre? Natürlich! Glücklicherweise war das goldene Feuerzeug auch nicht mehr da. Denn das muß ich, obwohl ich ein ruhiger Mensch bin, bekennen: Feuer zu haben, aber nichts zum Rauchen im Haus, das könnte mir den ganzen Abend verderben!

(Erich Kästner)