Erinnerung an eine kleine friedliche Welt

Es ist ein heisser, drückender Augusttag im Jahre 2008. Die Sonne brennt heiss auf das Land der Pharaonen. Ich sitze auf der Veranda in unserem Haus in 6. October City in der Nähe von Kairo. Es herrscht nachmittägliche Stille, welche nur durch das Gezwitscher der Tauben und anderen Vögeln durchbrochen wird. Während der Gärtner unseren Garten in welchem sich diverse mit Früchten behangenen Bäumen und Pflanzen befinden, mit Wasser erfrischt, baumelt meine Seele friedlich hin und her. Ich geniesse es nicht denken zu müssen und meine Gedanken mal einfach sein zu lassen und ruhig bei einem heissen, mit drei Stück Zucker gesüssten „Shai bil Nana“ (Schwarztee mit Pfefferminz) zu geniessen. Es scheint beinahe so, wie wenn die Zeit an diesem friedlichen Nachmittag still steht. Doch irgendwann ruft der Muezzin die Gläubigen zum Nachmittagsgebet. Der Ruf hat irgendwie etwas ruhiges und einlullendes an sich. In arabischen Ländern höre ich ihn sehr gerne. Es würde mir fehlen, wenn es ihn nicht gäbe.

Von der Küche her, höre ich  Koranrezitationen, welche aus dem Radio ertönen. Sie passen einfach ins Bild der traditionellen ägyptischen Küche. Das Hausmädchen Farha ist bereits mit Kochen und Zubereiten von feinen Speisen beschäftigt. Ein paar Kinder helfen ihr dabei und lernen so das Kochen. Sie plaudern dabei fröhlichen und lachen miteinander. Inzwischen geniesse ich eine Shisha mit Apfeltabak und höre das Lied  „Alf Leila wa Leila“ – „Tausend und eine Nacht“. Es ist ein Lied von Umm Kaltshum, einer der besten Sängerinnen, die Ägypten je hervorgebracht hat. Mir gefällt die blumige und poetische Sprache jedoch auch die emotionale und ausdrucksstarke Stimme dieser Sängerin, die mich für Momente in eine romantische, orientalische Welt entführt.

So endet langsam ein ruhiger, beschaulicher und friedlicher Nachmittag an einem August im Jahre 2008 in einer kleinen Welt irgendwo in 6. October City am Rande der arabischen Wüste, welche sich während des Sonnenuntergangs  in ein besonderes Licht verwandelt. Es ist ein Licht, welches Frieden und Ruhe verbreitet und ich dort auf ganz besondere Art und Weise wahrnehme, wie sonst nirgends.

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Ein kleiner Gruss von Frau Holle

Der goldene Herbst gehört seit vorgestern der Vergangenheit an. Die Temperaturen sind massiv gesunken. Wintermäntel, Stiefel, Handschuhe und Wollmützen sind wieder angesagt.

Ein Grund für unsere geschätzte Frau Holle, welche mit ihrem Kissenschüttel Training wieder begonnen hat, sich zu zeigen. In höheren Lagen war sie schon ziemlich erfolgreich. Nun will sie auch das Flachland mit ihren Künsten beglücken. Allerdings sind diese Versuche noch zaghaft. Heute morgen versuchte sie es während einer halben Stunde. Ihre starke Konkurrentin, die Sonne, hatte allerdings etwas dagegen und in einem mystischen Spektakel erzwang mit ganzer Kraft ihrer Wärme und ihrem starken Licht, das Vertreiben der Wolken um dann vom blauen mit kleinen zarten Schäfchenwölkchen ihre ganze Herrlichkeit und Schönheit zu präsentieren.

So ist es bei einem kleinen ersten Gruss von Frau Holle geblieben. Mit dem Ziel uns mitzuteilen, dass sie wieder da sei und Präsenz markiere, wenn auch noch etwas kurz. Denn in der Kürze liegt ja die Würze. Das kurze Tanzintermezzo ihrer Schneeflocken in mystischer Stimmung erfreute diejenigen, welche sich am Samstagmorgen gemütlich um den Frühstückstisch versammelten.

Wie hoch das Flockenbudget (Petrus ist da der Financier) für kommenden Winter aussieht, ist der Autorin bislang nicht bekannt. Sie wird sich erst bei der Bilanz in einigen Monaten offenbaren…. 🙂 

 

 

 

Impressionen „Am Zürichsee 28. April 2001“

Es ist der 28. April 2001 und einer der ersten warmen Tage in diesem Jahr. Karin, Julika und ich sind am Bellvue angekommen, wo ich noch kurz in eine Parfümerie rein gehen muss, um mein „Oh de Moschino“ Duschgel abzuholen, dass ich vor längerer Zeit bestellt hatte. Nachher gehen wir mit unseren Taschen Richtung Opernhaus um an die Seepromenade zu gelangen. Es ist warm und es flanieren viele Leute, die die schöne Aprilsonne geniessen. Ich frage Karin ob wir jetzt ins „Zürihorn“ laufen werden, denn mir tun die Schultern von der Einkaufstasche, welche mit leckeren Dingen gef’üllt ist, langsam weh. – Am nächsten Tag werden die beiden Damen nämlich zu mir kommen und dann werden wir wieder mal den Tischgrill aktivieren und davon geniessen – „Nein wir wollen ins Frascati!“ „Oh da ist es aber auch nett!“ ruft Julika, denn wir gehen gerade an einem Wust- und Grillstand vorbei. Praktischerweise, hat dieser Stühle und Tische hingestellt, wo serviert wird. Ja wir könnten eigentlich auch hier bleiben, sind war aller einer Meinung. Es hat sogar einen Tisch ganz vorne frei. Welch ein Glück und wir belegen diesen Platz gleich. Ich besorge an einem anderen Tisch noch einen dritten Stuhl und so können wir endlich unsere Taschen abladen. Wir bestellen uns ein Sprite, eine Cola ligth, Wasser und Julika verspürt ein leichtes Hungergefühl und bestellt einen Spinatkuchen. Da wir Abends noch vorhaben ins Ristorante Latino zu gehen, bestellen Karin und ich nichts zum Essen. Die Kellnerin bringt uns das Bestellte und wir fangen an zu geniessen.

Die Sonne verschwindet ab und zu hinter einer Wolke um nachher wieder hervorzugucken. Das Wasser des Seees glitzert einladend. Schade ist noch nicht Sommer, sonst hätte man das Bedürfnis reinzuspringen. Wir haben tatsächlich den besten Platz in der ersten Reihe erwischt und geniessen es entsprechend. Wir reden und lachen über dies und jenes, schauen, wie die Schiffe am Bürkliplatz an- und ablegen. Hören das Tuten der Schiffe und sehen wie Leute, Familien mit Kindern, Liebespaare unten an der Seepromenade vorbei flanieren. Es ist eine wunderschöne, friedliche Stimmung. Man kann so richtig seine Seele baumeln lassen und sich entspannnen. Wir schätzen es sehr und sind dankbar, dass wir es hier so schön haben dürfen.

Mir kommt eine Idee und sich schicke Jordi voll Schadenfreude eine SMS und schreibe ihm, dass ich am Zürichsee die Sonne geniesse und frage ihn, „und du?“. Es geht ziemlich lange bis er antwortet. Er nicht, mache Siesta und gehe nun zu einem Fussballspiel der Region Basel, wo sein Herzensclub „FC Nordstern“ involviert sei.

Wir schauen auf auf die Promenade hinunter, wo sich gerade ein Pantomime vorbereitet. Er ist wie ein Clown geschminkt und hat spitzige Schuhe an. Zudem trägt er ein Kopftuch, dass er irgendwann mal verliert und dann seine drollige Frisur sichtbar wird. Er spielt mit den Leuten und unterhält uns auf köstliche Art und Weise. Er lässt nichts aus. Macht die Hunde nach, nimmt Frauen am Arm und spaziert ein wenig mit ihnen, spielt mit den kleinsten Kindern, einem Kind streckt er eine Schaumgummi Melonie hin und das Kleine beisst rein und ist ein wenig irritiert, weil es keine Echte ist. Der Clown versucht es dem Kind auf seine Art zu erklären, schaut lieben und herzig und winkt ihm zum Abschied. Er setzt auf einer Parkbank fremde Männer und Frauen nebeneinander und und und… Es ist spannend, wie die Leute mitmachen und sich ebenfalls amüsieren. Ab und zu gibt es Applaus, wobei er uns auch oft dazu auffordern muss. Wir Zürcher sind halt ein äusserst nüchternen und zum Teil hartes Publikum, zwinglianisch eben! Der Mann ist Profi! Hat vermutlich eine Clown- oder Artistenschule besucht. Nun übt er vor fremdem Leuten. Ist nicht so einfach, doch sicher sehr interessant. Am Schluss kommt er noch mit seinem Hut vorbei, wo jeder gerne etwas kleines reinfallen lässt.

Nachdem Karin und Julika noch „für kleine Mädchen“ waren, bezahlen wir und verlassen die Promenade wieder, denn wir müssen uns noch für Abend zurecht machen. Mir tun die Schultern auf einmal nicht mehr weh und auch meine Kopfschmerzen sind verschwunden. Was relaxen am Zürichsee so alles ausmacht…..