Wenn einer eine(r) eine Reise tut…. Ägypten 2. Teil

Nach der Besichtigung des griechisch-römischen Tempels und des Trajan Kioskes, welcher von Kaiser Trajan gebaut worden ist, führen wir zurück an Land. Zu diesem Tempel ist noch folgendes zu sagen: Er befindet sich nicht mehr am ursprünglichen Standort. Durch die Erbauung des Assuan Staudammes „Sadd el Ali“ wurde ein riesiges Gebiet Nubiens überflutet. Der Trajan Kiosk ist in den Jahren 1972 – 1980 auf die höhere Insel Agilka versetzt und trocken gelegt worden.

Nachdem wir wieder an Land gesegelt waren, stiegen wir in den Car und wurden auf den berühmten Hochdamm „Sadd el Ali“ gefahren. Hoch auf der Dammkuppe hat man einen herrlichen Ausblick auf den Stausse – den „Nassersee“. Auf der anderen Seite sieht man den 1. Nilkatarakt (eine Stromschnelle).

Der Damm ist 1972 von den Sowjets gebaut worden. Die massive Aufschüttung ist hat ein Volumen von 42.7 Mrd. cbm (17mal das Volumen der Cheobspyramide). Schotter, Geröll und Sand, mit Lehmdichtungskern und Betonmaterial, in einer Gesamtlänge on 3600m, die den hier ursprünglich etwa 500m breiten Nil aufstaut. Seine Stärke beträgt 980m an der Sohle und verjüngt sich auf 40m an der Krone. Die Dammhöhe beträgt 111m, die Krone liegt 196m über dem Meerespiegel. Das durchschnittliche Fassungsvermögen des Stausees liegt bei 135Mrd. cbm. Der gestaute See ist übrigens der grösste künstliche See der Welt!

Durch den Bau dieses Dammes können die Fellachen (ägyptische Bauern) ihre Felder im Jahr mehrmals bebauen und die Ernte wird somit auch grösser. Ebenfalls dient der Damm als einer der wichtigsten Stromlieferanten Ägyptens.

Andern Tags Tagwache 02.30 Uhr

Ja richtig! Um halb drei Uhr morgens durften wir aus den Federn.

Durch den Sandsturm der am Vortag gewütet hatte, fiel der Flug nach Abu Simbel aus. Dank dem Einsatz unserer Reiseleiter Markus und Youssef hatten wir die Möglichkeit mit dem Car nach Abu Simbel zu fahren.

Die Distanz von Assuan nach Abu Simbel beträgt ca. 280km. Dies bedeutete kanpp 4 Stunden Fahrt mit dem Reisebus. Auch dies ist zu einem einmaligen Erlebnis geworden. Der Bus führte uns durch die westliche, arabische Wüste – auch Sahara genannt. Wir waren Zeugen, wie die Wüste langsam erwachte und die Gluthitze immer grösser wurde. Es war unbeschreiblich!

Wir waren an diesem Morgen in Abu Simbel die ersten Touristen. Der Tempelwächter öffnete uns die Tore mit einem Schlüssel, welcher die Form eines Henkelkreutzes hat. Das Henkelkreuz hatte im alten Ägypten eine besondere Bedeutung: Es symbolisiert Ober- und Unterägypten. Es wurde auch als Kreuz des Lebens angesehen. Nun wisst Ihr, woher das Kreuz usprünglich herkommt.

Nun zu diesem gewaltigen Tempel in Abu Simbel:

Dieser wurde zur Zeit der 19. Dynastie unter Ramses II. errichtet. Ramses II. ist der berühmteste Pharao des alten Ägyptens. Er liessim ganzen Lande monumentale Bauwerke errichten. Abu Simbel ist das grösste Werk von allen! Dieses wurde 1964 durch die UNESCO aus den Fluten des Nassersees gerettet. Der Tempel steht heute 65m höher und 180m weiter landeinwärts. Heute sieht man von aussen nicht mehr, dass dieses Bauwerk versetzt wurde. Doch hinter dem Tempel wurde eine riesiege Betonkuppel als Stütze errichtet. Nebst dem grossen Tempel gibt es in Abu Simbel noch einen Kleinen. Diesen widmete Ramses II. seiner Lieblingsfrau „Nefertari“. Da der Tempel nie einem König oder eine Königin geweiht werden durfte, weihte Ramses II. diesen der Liebesgöttin Hathor. Ramses II. regierte während ca. 67 Jahren und stellte unter anderem 200 Kinder auf die Welt. Wirklich tüchtig!

Nachdem wir durch die Betonkuppel hinter dem Tempel gegangen sind – sie ist wirklich sehr gross – fuhren wieder durch die Wüste Sahara zurück nach Assuan. Obwohl wir im klimatisierten Bus sassen, sahen wir etlche Fata Morganas. Einmal sahen wir das Skelett eines verdursteten Kamels am Strassenrand liegen. Ebenfalls stehen in der Wüste viele Ölfässer herum. Von Umweltschutz halten die Araber offenbar nicht soviel.

Gegen Mittag kamen wir in Assuan an und begaben uns auf das Hotelschiff. Bald legte „Sheraton Anni“ ab in Richtung Kom Ombo. Unterwegs wütete wieder ein Sandsturm und zwar so stark, dass er quer über den 300m breiten Nil reichte. Die Schiffsbesatztung war in voller Aufregung, denn so etwas hatten sie noch nie erlebt. Bei diesem Sturm sank etwas nördlich – in Edfu – ein Schiff. Es kamen dabei 38 Mensch (vor allem italienische Touristen) ums Leben.

Nach einer ca. zweistündigen Fahr auf dem Nil tauchte der Doppeltempel von Kom Ombo in der Ferne auf.

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Wenn einer eine(r) eine Reise tut… Ägypten 1. Teil

Ich entschloss mich, wieder einmal alleine die Ferien im Ausland zu verbringen. In einem Land, für das ich schon sehr lange (als Kind schon) geschwärmt und mich dafür interessiert habe.Relativ kurzfristig habe ich mich für die Destination Aegypten, eine Schiffsfahrt auf dem Nil entschieden. Nun begann ich mich intensiv darauf vorzube­ reiten. Von einem guten Arbeitskollegen bekam ich einschlägige Fachliteratur über das damalige Aegypten.

Am Sonntag den 7. August 1988 war es dann endlich soweit. Der Airbus A 300 der ägyptischen Luftfahrtsgesellschaft Egypt Air startete fast pünktlich um 1600 Uhr in Zürich-Kloten, ­ Richtung Kairo. Nach ca. dreieinhalb Stunden landeteten wir.

Eine „aufgestellte“ Reiseleitung erwartete uns auf dem Kairo Airport. Endlich im Bus einge­ stiegen stellte sich unser Reiseleiter kurz vor und machte uns mit den wichtigsten Dingen der 12 Millionenstadt bekannt.

Zur Lebenseinstellung der Aegypter nachfolgende Erklärungen:

I B M

Inschallah Bukra Malesch

Ich will keine Schleichwerbung machen; sagte uns Markus, die drei Buchstaben IBM stehen nicht für das was Sie vielleicht denken.Tatsächlich steht der Buchstabe –I-für Inschallah, wenn Gott will, der Buchstabe –BBukra, Morgen und der letzte –M– für Maleseh, macht nichts. „Also wenn einmal etwas nicht so klappt, wie wir es gewohnt sind;­ steht für

zum Beispiel ein Flug auf 1000 Uhr angesetzt ist, Inschallah, so muss man sich eben nicht wundern wenn die Maschine erst um 1300 Uhr startet. Malesch! Regen Sie sich nicht auf, es lohnt sich nicht.“ Zum Verkehr meinte er folgendes:

In Kairo herrscht ein völliges Verkehrschaos. Mit den Verkehrsregeln nehmen es die Aegypter nicht so ernst. Ueberhaupt die Gesetze werden nach Lust und Laune befolgt. So besteht die Regel:

– Bei Rot kann man fahren.

– Bei Grün muss man fahren!

Ueberholen kann man auch wie man will. Man überholt einfach wo es Platz hat. Rechts oder Links spielt keine Rolle.

Andern Tags begaben wir uns auf die Stadtrundfahrt. Auf dieser lernten wir unsen regionalen Reiseführer Youssef kennen.

Zuerst standen die Pyramiden von Giseh auf dem Programm. Der Bus mühte sich durch das Kairoer Verkehrschaos hindurch auf die „Pyramidenstrasss“• Die Pyramidenstrasse ist eine schnurgerade Strasse. In der Mitte sind Pyramidenförmig geschnittene Bäume ge­ pflanzt worden.

Diese Strasse führt auch am Denkmal des unbekannten Soldaten vorbei, der Ruhestätte des 1981 ermordeten ägyptischen Staatspräsidenten Sadat. Und plötzlich tauchen die Pyramiden vor unseren Blicken auf.

Zunächst sehen wir die Cheopspyramide. Diese ist 146m hoch und besteht aus ca. 2 Millionen Steinen. Sie ist die grösste der drei grossen Pyramiden. Die drei Pyramiden zählten zu den sieben Weltwundern der Antike und sind von diesen die einzigen die noch übriggeblieben sind.

Nebst der Cheopspyramide sehen wir noch die mittlere „Chepfren“ und „Mykerinos“ die letztere ist die kleinste der drei Grossen.

Von der imposanten Cheopspyramide aus ritten wir auf einem Kamel (Dromedar) zur Sphinx hinunter. Dies war ein einmaliges Erlebnis. „Hoch zu Kämel hat man das Gefühl, man sei auf hoher See“. Für seekrankgefährdete ist dieser Ritt also nicht zu empfehlen.

In einem Restaurant auf der Terrasse erfrisch­ ten wir uns mit einem kühlen Getränk, und bestaunten den Sphinx. Diese stellt den Pharao Chephren in der Gestalt eines Löwen dar. Die Gesamtlänge dieses Werkes beträgt 73,5m und die Höhe 20m.

Anschliessend fuhren wir zu einem bekannten Papyrusinstitut in Gizeh. Dort sahen wir einer AngstelIten zu, wie man Papyrusblätter her­ stellt, auf denen nachher kunstvolle Bilder gemalt werden. Diese Bilder werden vor allem von Studenten hergestellt. Man hatte auch die Möglichkeit solche Papyrusbilder zu kaufen. Zu jedem Bild, das man in einem solchen In­stitut kauft, erhält man noch ein Echtheitszertifikat das von der Regierung beglaubigt ist.

Am frühen Nachmittag besichtigten wir das ägyptische Museum Kairo. Dieses wurde 1857 vom französischen Aegyptologen Auguste Mariette (1821- 1881) gegründet. Es beinhaltet die grösste und bedeutendste Sammlung von ägyptischen und griechisch-römischen Altertümern aus den Niltal. Unter anderem den berühmten Grabschatz von Tutanchamun (18. Dynastie) sein Grab wurde 1922 von einem Engländer Namens Howard Carter entdeckt. Diese Pracht muss man gesehen haben, wenn man schon einmal im ägyptischen Museum st. Der goldene Kanopenschrein in dem die Eingeweiden des Toten in Alabastertöpfen aufbewahrt werden, ist nur ein Beispiel. Früher gab man dem Toten den ganzen Haushalt mit ins Grab. Alles was ihm gehört hatte, zum Beispiel auch seine Kinderspielsachen. Es gäbe noch viel zu erzählen von diesem grossen und sehenswerten Museum, doch würde dies einige Seiten füllen. Am besten Ihr geht selbst mal dorthin.

Der Abschluss dieser Stadtrundfahrt bildete der Besuch des Basars Khan al Kalili im alten Stadtteil von Kairo. Er ist einer der schönsten Basare des Orient, mit seinen kleinen Gäss­ chen und den kleine Geschäften kommt man sich vor wie zur Zeit von 1001 Nacht.

Am nächsten Tag flogen wir am Vormittag ab nach Assuan, in Oberägypten. Dies bedeutete für uns auch eine klimatische Veränderung. Als wir in Assuan aus dem Flugzeug ausstiegen schlug uns ein feuchtheisser Wind entgegen. In Sekundenschnelle waren alle „pflatschnass“. Am Himmel sahen wir ziemlich grosse Wolken. Was das zu bedeuten hatte teilte uns Youssef im Car mit: “ Heute können wir mit dem Flugzeug nicht mehr nach Abu Simbel fliegen, da sich ein Sandsturm angekündigt hat. Vielleicht ist das Wetter morgen wieder besser“

Nachdem wir uns auf unserem Schiff „Sheraton Anni“ eingeschifft hatten, nahmen wir das Mittagessen ein und machten uns nachher wieder auf den Weg um den unvollendeten Obelisken zu besichtigen. Dieser wäre ca. 42m hoch, wenn er aufrecht stehen würde. Doch wie der Name schon sagt, ist er nicht vollendet worden. Er liegt in einem Steinbruch in der Nähe der Stadt Assuan. Eine grosse ägypti­ sche Königin, Hatschepsut wollte diesen für einen Tempel in Luxor herstellen lassen. Sie wurde jedoch vor der Vollendung ermordet.

Weiter ging es dann mit den Feluken (kleinen Segelbooten die schon die alten Aegypter kannten), zu den Philae Inseln.

Das Wetter wurde immer schlechter und der Himmel immer dunkler. Auf einmal blitzte und donnerte es. Kaum waren wir im Isistempel, fing es an in Strömen zu regnen. Wie uns Youssef mitteilte, hatte es in diesem Gebiet seit acht Jahren nicht mehr geregnet. Viele Einheimische befürchteten, dass ihre Häuser nach den Sintflutartigen Regenfällen in sich zusam­ menfallen würden, da diese ausschliesslich aus Nilschlamm gebaut worden sind. Für uns war es auf eine Art und Weise etwas Besonde­res, gerade zu diesem Zeitpunkt dort zu sein.

Wenn einer eine(r) Reise tut… Ägypten – Einleitung

Vor bald zwanzig Jahren bereiste ich zum ersten Mal das Land der Pharaonen. Ein Land, das bis heute für mich seine Faszination nicht gemildert hat. Zumal ich auch seit 17 Jahren verwandschaftliche Beziehungen in Ägypten pflege.

Das Land hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Zum einen Teil positiv – zum andern Teil negativ. Der Mittelstand ist nicht mehr so breit wie früher. Die Lebenskosten sind enorm gestiegen und die Armut hat sich leider vergrössert. Allerdings auch der Reichtum. Es wurden in den 90iger Jahren diverse „Satelitenstädte“ gegründet, welche heute mit Grosskairo verbunden sind. Die Stadt am Nil wird zunehmends grösser. Wenn man vor 15 Jahren von der Mitte Kairos (Gizeh) nach 6. Oktober City wollte, war dies eine mehrstündige Reise, welche bei den Pyramiden von Gizeh vorbeiführte. Heute gibt es eine Schnellstrasse. Die Fahrt dauert nunmehr 15 – 20 Minuten je nach Tageszeit.

Im August werde ich mich nach fünf Jahren wieder mal für 14 Tage in diesem interessanten und spannenden Land aufhalten, um meine Schwiegermutter vielleicht zum letzten Mal zu sehen und eine schöne Zeit mit meinen geliebten ägyptischen Familie zu geniessen. Mein Ziel ist am 8.8.2008 ins ägyptische Museum zu gehen, welches ich am 8.8.1988 zum ersten Mal besuchte.

Nach meiner 1. Ägyptenreise, wurde ich von einer Jugendzeitschrift (ich war damals auch im Redaktionsteam als Redakteurin tätig) gebeten einen Bericht über diese Reise zu verfassen. Erfüllt von der damals schönsten Reise in meinem Lebens, wurde der Artikel sehr lang. So dass er in mehreren Folgen veröffentlicht wurde.

Für meine Leserinnen und Leser dieses Blog, welche am Land der Pharonen interessiert sind, will ich diesen Bericht in mehreren Folgen zugänglich machen. Die Meinungen und Ansichten sowie die Eindrücke, welche ich in diesem doch schon bald 20jährigen Bericht beschreibe sind subjektiv und von meinen Gefühlen, welche ich als damals 24 Jahre junge Frau hatte.


Viel Spass!