Die Geschichte der Seerose

seerose.jpgvon Sylvia Messner

Es lebte einmal ein wunderschönes Mädchen . Es hatte die strahlendsten Augen von Allen. Kurz bevor ihr Geliebter starb , hatten die beiden sich ewige Treue versprochen. Das Mädchen watete ins Wasser , bis es über seinen Kopf zusammenschlug. Als es starb , gebar es viele Kinder. Die treiben noch immer im offenen Teich , bis heute. Sie heißen

S e e r o s en …….


Seerosen, die immer träumen und mit offenen Kelchen das silberne Mondlicht trinken . Vom Wind getrieben , drehen sie sich im Teiche wie Seelen , von Sehnsucht bewegt .

Wer macht unser Bild

Max Frisch

 aus

Stich-Worte

 

Solange ja ein Mensch nicht sich selbst annimmt, wird er stets jene Angst haben, von der Umwelt missverstanden und missdeutet zu werden; es ist ihm viel zu wichtig, wie wir ihn sehen, und gerade mit seiner bornierten Angst, von uns zu einer falschen Rolle genötigt zu werden, macht er zwangsläufig auch uns borniert. Er möchte, dass wir ihn frei lassen; aber er selbst lässt uns nicht frei. Er gestatttet uns nicht, ihn etwa zu verwechseln. Wer vergewaltigt wen? Darüber wäre viel zu sagen. Die Selbsterkenntnis, die einen Menschen langsam oder jählings seinen bisherigen Leben entfremdet, ist ja bloss der erste, unerlässliche, doch keineswegs genügende Schritt. Wie viele Menschen kennen wir, die eben auf dieser Stufe stehenbleiben, sich mit der Melancholie der blossen Selbsterkenntnis begnügen und ihr den Anschein der Reife geben! Darüber war Stiller hinaus, glaube ich, schon als der in seinen Verschollenheit ging. Er war im Begriff, den zweiten und noch viel schwereren Schritt zu tun, herauszutreten aus der Resignation darüber, dass man nicht ist, was man so gerne gewesen wäre, und zu werden, was man ist. Nichts ist schwerer als sich selbst anzunehmen.

Mein Kommentar:

Sich anzunehmen, wie man ist – es geht um die eigenen Lebensphilosophie  – stellt wirklich eine Herausforderung dar!

Auch heute – wo ich wegen meiner freundlichen Art von jemandem sanktioniert worden bin – bin ich der Meinung ich sollte so bleiben wie ich bin. Nicht ich bin die Leidtragende, sondern die Person, welche mit meiner Art nicht umzugehen versteht und sich durch mein Verhalten, dass ohne Hintergedanken ohne sadistische Absicht war, vergewaltigt fühlte.

Dennoch schätze ich diese Person und finde sie nett, auch wenn es ihr nicht in den Kram passt. Allerdings – und das bin auch ich – respektiere ich die Entscheidung, die von dieser Person ausgegangen ist und wünsche ihr von Herzen alles Gute im weiteren Leben 🙂