Gedicht zum 3. Advent 2012

4. Advent 2011

Lied im Advent

von Matthias Claudius

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

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Monatskalender 2012 – Dezember

Bild

Christbaum

Wilhelm Oberdieck

Und einen Tannenbaum für alle Welt,
Der immergrün die hohen Zweige breitet,
Den hat der wahre Christmann aufgestellt,
Und dran ein Theil für Alt und Jung bereitet.

Er wurzelt tief in dunkler Erde Schooß,
Doch ragt sein Haupt bis in des Himmels Sphären;
Er grünt am Eis des Nordens weit und groß,
Wie er sich spiegelt in des Indiers Meeren.

Dran hat der Herr durch seiner Engel Hand
Die ew’gen Stern‘ als Lichter angezündet;
So strahlt im Glanz er über Meer und Land,
Und leuchtet hell, wenn Mond und Sonne schwindet.

Erkennt ihr nicht den immergrünen Baum?
Sein Nam‘ ist Hoffnung seit uralten Zeiten;
Sollt‘ er nicht auch – nicht nennt es eitlen Traum –
Um euer Haupt die duft’gen Zweige breiten?

Und aufgehängt an seinen Aesten ist
Manch gold’nes Glück, manch silberhelle Freude;
O schaut ihn an – und euer Herz vergißt,
Was je ihr duldetet in Furcht und Leide.

Und uns’re Wünsche und Gedanken sehn
Wir allzumal an seinen Zweigen hangen;
Doch nimmer reicht zu ihren fernen Höhn
Der Menschen Hand, noch irdisches Verlangen.

Drum zu dem heil’gen Christ an jedem Tag
Aufrichten wollen wir die Händ‘ und flehen:
Du wollst uns geben, was uns frommen mag,
Und wollst mit Lieb‘ auf deine Kinder sehen.

Weihnachtsbeleuchtung «Lucy» verzaubert den Zürcher Weihnachtshimmel

Alle Jahre wieder erstrahlt die Zürcher Bahnhofstrasse im weihnachtlichem Licht.

Seit 2010 dürfen sich die Zürcher und ihre Besucher von der Beleuchtung «Lucy» verzaubern lassen. Die romantische Weihnachstsbeleuchtung lässt  Fantasien freien Lauf. So erscheint es Swisspoesia, als wenn viele hübsche und edle Swarowski-Steine vom Himmel fallen würden.

Die Zürcher und ihre Besucher haben sich sofort  in «Lucy» verliebt und sie in ihr Herz geschlossen.

Vor dieser märchenhaften Weihnachtsbeleuchtung ärgerten sich alle über die «Längste Disco-Beleuchtung der Welt».  So hingen die kalten Röhren lieblos  und absolut unweihnachtlich in Reih und Glied auf der der gesamten Bahnhofstrasse unkreativ und motivationslos herunter.

Mittlerweile hat man diesen Herbst für diese unsäglichen Röhren endlich einen anonymen Käufer gefunden. Der «Längsten Disco-Beleuchtung der Welt» wird keine einzige Träne nachgeweint.

Gedicht für Heiligabend 2011

Licht aller Welt

Der Stern geht auf um Mitternacht,
hat aller Welt das Licht gebracht.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Ein Licht, so groß wie alle Welt,
davor die Nacht zu Boden fällt.
Ein Licht, so rein wie Himmelschein.
Wir sollen Gottes Kinder sein.
Ein Licht, so stark wie Gottes Geduld.
Davor erschrecken Not und Schuld.
Ein Licht, so weit wie alle Zeit.
Das führt uns in die Ewigkeit.
Der Stern geht auf um Mitternacht,
hat aller Welt das Licht gebracht.
Ehre sei Gott in der Höhe!

Rudolf Otto Wiemer (1905-1998)

Weihnachtswunsch

Weihnachtswunsch

Ein Gedicht von Gerwin Degmair

Wieder ist das Jahr soweit,
wieder drängt in uns die Zeit
glitzernder Rührseligkeit.
Weihnachten will’s wieder werden —

und wieder Friede hier auf Erden
den ungezählten Menschenherden?

Wie oft noch wollen wir dies glauben,
wie oft noch ihn uns tödlich rauben
mit Bombenlärm, Raketenfeuer?!
Ist Frieden denn, statt Krieg, zu teuer?!
Entsetzlich – schrecklich – ungeheuer!

Ach, wenn doch du, ich, sie und er,
wenn jeder doch nur etwas mehr
vom Weihnachtslicht berühret wär’
im Denken, Fühlen, Reden, Handeln —
wie würde das die Welt verwandeln
in Friede, Freude, Liebesglück —
und führte uns ein kleines Stück
schon heut’ ins Paradies zurück!

So sei von Herzen Dir beschieden
ein Menschsein voller Weihnachtsfrieden!

 
Quelle: Weihnachtsideen.24.de

Ein besinnliches Gedicht zum 4. Advent 2011

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Vorfreude auf Weihnachten

Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –
Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Ein besinnliches Gedicht zum 3. Advent 2011

Adventlichter

Sobald die erste Flamme
die Dunkelheit durchbricht
da wächst in uns die Sehnsucht
nach Geborgenheit und Licht.

Zwei Kerzen am Adventskranz:
Frohes Schauern ist erwacht
ach, lang wird es noch dauern
bis hin zur Heil’gen Nacht.

Drei Kerzen am Adventskranz:
In’s Herz schweift mancher Blick
ruft wehmütig Vergangenes
in’s Kerzenlicht zurück.

Vier Kerzen am Adventskranz:
Die Herzen strahlen weit
aus Kinderaugen leuchtet
die hohe Weihnachtszeit.

Josef Albert Stöckl